Archiv für 2. August 2011

Das ist der einfache Friede

Eine Statue und ihr Modell. Der amerikanische Bildhauer Albert Steward modelliert augenblicklich eine Statue, die den Frieden symbolisieren soll. Als Modell wählte er die reizende Filmschauspielerin June Lang. Stewart erklärt, Fräulein Lang habe die ideale moderne Figur: nicht zu breite Hüften, schmale Schultern und lange Beine. *Wiener Bilder 16.08.1936*

Das Feuer am Ziel. – Der Eid der Kämpfer. Dann wurde ein Märchenbild lebende Wirklichkeit. Ein Schrei lenkte alle Augen nach dem Osttor des Stadions. Dort löste sich, hoch über der Treppe, eine weiße Gestalt. Ein Läufer war es, der eine Fackel trug, deren weißes Licht auch dem Tageslicht trotzte. Er lief die Treppe hinab zur Laufbahn, und nun sah man den blonden, schlanken Epheben mit federndem Schritt über die Laufbahn eilen, über die Treppe des Marathontores. Je näher er seinem Ziele kam, desto höher hielt er in Verzückung die Flamme über sein Haupt, und als er oben an der Treppe der Opferschale angelangt war, stieß er die Fackel hinein, und im Nu loderte das olympische Feuer empor, während der Läufer verschwand.

Diese Szene war von so unendlicher Zartheit, der Abschluß der Verwirklichung einer poetischen Idee, so daß alle wie gebannt dem Läufer nachsahen, ohne an Beifall zu denken. Aber als dann die Flamme hochschlug und damit sinnbildlich die Eröffnung der Spiele verkündete, da prasselte der Beifall los, der sich kaum legen wollte. Hierauf entsendeten die Griechen ihren Altmeister Spiridon Luis zum Führer und Reichskanzler, der diesem einen Olivenzweig aus Athen überbrachte. Auch diese Szene wurde mit großem Jubel bedankt. Auf die Rednertribüne trat nun Rudolf Ismayr, der bekannte deutsche Athlet, und während sich die Fahnenträger aller Länder scharten, leistete er im Namen aller Kämpfer den vorgeschriebenen Eid: „Wir schwören, bei den Olympischen Spielen ehrenhafte Kämpfer zu sein und die Regeln der Spiele zu achten. Wir nehmen teil in ritterlichem Geiste zu Ehren unsres Landes und zum Ruhm des Sports.“  … *Wiener Sporttagblatt 03.08.1936*

Für ein Sarrazin freies Berlin

Endlich! Die Forderungen liegen klar auf dem Tisch, wird das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit mit überwältigender Mehrheit Wahlsieger in Berlin, wird demokratisch hart durchgegriffen. Berlin, regiert vom Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit, wird „mehr Respekt vor Eltern“ beibringen, sowie „mehr Respekt vor Senioren“ und wer da Vater und Mutter nicht ehrt oder dem alten Mütterchen die Tür nicht aufhält, na, der kann sich doch warm anziehen. Oder ist „mehr Respekt des Staates vor Eltern und Senioren“ gemeint, ganz klar geht das nicht hervor aber jeder kann sich seinen Teil denken, beim Lesen der markigen, wechselnden Schlagworte. Wird der Schulleiter künftig auf Knien zum Elternhaus des Yussuf kriechen müssen, um die Schandtaten des Sprößlings in den wärmsten Worten zu loben? Wer weiß.

Auch ist die Wirtschaftskompetenz gar nicht hoch genug zu loben, denn das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit fordert „für mehr Wirtschaft mit Aufschwung“, ja, daran krankt die ganze Regierungsbagage unter Wowereit, die jahrelang „mehr Wirtschaft  mit Krise“ praktizierte. Wer dem Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit jetzt in Berlin noch seine Stimme versagt, der ist wirklich demokratieunfähig. Denn natürlich wird dieser Sarrazin nach dem Wahlsieg aus Berlin verbannt oder anderweitig entsorgt, wie die Forderung „für ein Sarrazin freies Berlin“ ganz klar unterstreicht. Da Verbannung im deutschen Ordnungsrecht noch nicht vorgesehen ist und immer auch die Gefahr besteht, es trifft auch andere, zum Beispiel Parteimitglieder,  da muß das sarrazinfreie Berlin wohl auf andere Art durchgesetzt werden. Richterin Heisig könnte dazu aus dem Nähkästchen plaudern, so sie noch plaudern könnte. Das Telefonbuch listet 5 Einträge zu Sarrazin auf, der Kollateralschaden ist sicher zu verschmerzen.

Bild: Mangels eines aktuellen Austreibungsfotos, das das Volksfest der Austreibung der Sarrazine aus Berlin illustriert, muß der Blogwart leider auf einen Bildschirmausdruck der Seite der  islamischen Demokraten zurückgreifen. Bei PI klagen manche Autoren, nur weil zu wenig „Mein Kampf“ gelesen wurde, hätte der teuflische Volksschauspieler die Macht ergreifen können. Der Blogwart merkt hier kritisch an, das Lesen der Wahlprogramme und Hören der Wahlreden hätte doch völlig ausgereicht. Die Fähigkeit zum Lesen und Hören sind aber weitgehend verkümmert. Da fällt ihm ein Liedtext aus vergangener Zeit ein: „Schlag Dir den Kragen nicht über die Ohren, hör was sie sagen, hör was sie Schreien. Lieber einmal an den Ohren gefroren als plötzlich nicht mehr am Leben zu sein“. Das da oben hat übrigens nichts mit Volksverhetzung zu tun. A) Sarrazine sind kein Volk, wenn auch in der Minderheit und B) so etwas geht immer nur von Biodeutschen aus. Würde jemand schreiben „für eine Kolat freie Stadt“, na, da hörten wir doch gleich den nächsten Massenmord trapsen.

Wir erleben zur Zeit ein neues Ungarn

Das Kräfteverhältnis und die Spekulation über die CSSR. Die Feinde des Sozialismus in Bonn und anderswo sind vor Begeisterung aus dem Häuschen. Sie sehen die sozialistische Ordnung in der CSSR erschüttert und knüpfen an ihre Intervention weitreichende Hoffnungen. … Nach diesem Rundblick können wir mit Sicherheit sagen: … „Wir werden niemals zulassen, daß der Imperialismus auf friedlichem oder unfriedlichem Wege, von innen oder von außen eine Bresche in das sozialistische System schlägt und das Kräfteverhältnis in Europa zu seinen Gunsten verändert.

Vatikan zieht Parallele zu Ungarn. Vatikanstadt (ADN) Enge Parallelen zwischen der offenen Konterrevolution 1956 in Ungarn und der schleichenden Konterrevolution zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der CSSR hat der stellvertretende Direktor des Vatikan – Organs „lÓsservatore Romano“, Federico Alessandrini gezogen. Alessandrini erklärte in dem Blatt „lÓsservatore della Domenica“, einem anderen Vatikan – Organ: „Wir erleben zur Zeit ein neues Ungarn, auch wenn die äußere Erscheinungsform anders ist.“

Preiserhöhungen in der CSSR Prag (ADN-Korr.). Wie „Rudé Právo“ am Donnerstag meldet, sind seit dem 1. August in der CSSR Veränderungen bei den Kleinhandelspreisen eingetreten. Die Veränderungen umfassen Preiserhöhungen im Umfang von jährlich 484,7 Millionen Kronen. Der größte Teil davon betrifft Lebensmittel in Höhe von 300 Millionen Kronen. In geringerem Maße sind Industriewaren mit ungefähr 136  Millionen Kronen und in geringem Umfang Kleidung betroffen. Die Preissenkung für einige Warengruppen dagegen beträgt jährlich 54,7 Millionen Kronen.

Bei Lebensmitteln werden Fische und Fischprodukte, Honig und Produkte aus Obst und Gemüse teurer. Bei Industriewaren werden die Preise von ungefähr 5500 Positionen geändert. Teurer werden Fotochemikalien, einige Arten Geschirr, Beleuchtungskörper und einige Lederwaren. Billiger sind einige Kosmetika aus der DDR und aus Polen, Staubsauger, Plastgeschirr usw. Beim Kleidungssortiment sind Knirpse, Mäntel und Regenmäntel aus Plast im Preis heruntergesetzt. *NEUES DEUTSCHLAND 2. August 1968*

Bild: Sozialistische Arbeiter trotzen dem Klassenfeind. Obwohl die Staatliche Plankommission für dieses Jahr keine Schäden an Erntemaschinen und Mähdreschern eingeplant hatte, zeigen die Angriffe der Feinde des Sozialismus dennoch Folgen. In Stolzenhagen wurden an diesem Abend zwei Mähdrescher instand gesetzt, die daraufhin mit donnernden Motoren wieder an der Ernteschlacht teilnehmen konnten.

Erschütternd. Kaum weichen die Genossen der KPC von der sowjetischen Linie ab, da werden die Arbeiter in Hunger und Elend gestürzt. Preiserhöhungen, die nicht einmal mit den Sommerferien oder anhaltend schönem Wetter begründet werden können. So etwas wollen wir in der Deutschen Demokratischen Republik auf keinen Fall. Hier sind es einmal nicht die furchtbaren Mineralölkonzerne, die die Gewinne des Staates an der Mineralölsteuer nach oben treiben wollen, sondern kluge Marxisten, die die sozialistische Ökonomie mit Löffeln gefressen haben. Wenigstens ist die Florenacreme nun billiger.

Familienzusammenführung gesichert

Ein Hoch auf die Brüsseler Richter. Kein Mitgliedsstaat dürfe einem rechtmäßig dort lebenden Ausländer nur deshalb die Einreise seiner Kinder oder der Ehepartnerin verweigern, weil sie nicht schon im Ausland entsprechende Eingliederungsprüfungen bestanden haben. … Auch „die theoretische Möglichkeit, das Familienleben eventuell in einem Drittland zu organisieren oder die Rechte des Kindes dort umzusetzen, tut in diesem Falle nichts zur Sache“, heißt es im Schreiben der bevollmächtigten Juristen der Kommission. Dies würde nämlich „zu einer Untergrabung dieser Rechte innerhalb der Union führen“. Die Rechte der Nationalstaaten, selber zu entscheiden, wen sie einreisen lassen und wen nicht, sind damit völlig irrelevant geworden. In Zukunft sollte man doch lieber die Familienzusammenführung im Herkunftsland organisieren, die bedauernswert Getrennten, kennen dort wenigstens die Sitten, Gebräuche und die Sprache und die dortigen Schariagerichte sind sicherlich großzügiger was die Zuteilung von Sozialleistungen betrifft, als der deutsche Staat.


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