Angst vor Imitaten

Ein ganzes Dorf ist in Angst. Schreibt der Nordkurier in seiner Online-Ausgabe. Am Montag hielt sie die ganze Insel in Atem, eine Kleinbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Stundenlang Großalarm, die Polizei war zunächst sicher: Das Ding ist scharf und explodiert, wenn es auf den Boden trifft. Zum Glück stellte sich später heraus, dass es doch nur eine Übungsgranate war. Dennoch: Ein bedrohlicher Vorgang, zumal es nicht der erste Zwischenfall war. Ein bedrohlicher Zwischenfall. Wie leicht hätte die Übungsgranate, die mit   Übungsmasse und einem Übungszünder  versehen war, also gar nicht hätte explodieren können, selbst bei größter Anstrengung  nicht, explodieren können! Die Einwohner und auch die Gäste haben jetzt Angst, dass ihnen etwas Ähnliches passieren könnte. Also daß sie jemand mit einer nichtexplosiven Übungsgranate bedroht, einer Wasserspritzpistole oder einem scharfen Schwert aus Schaumstoff.  Diese Tat ist ganz klar zu verurteilen, menschlich wie politisch“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Mantei. Er sei dankbar, dass niemandem etwas passiert ist. „ich frage mich, was das für ein Mensch ist, der zu so etwas fähig ist.“ Ja, das fragt sich der Autor auch gerade, wie kann jemand mit einem Imitat eine ganze Insel in Panik versetzen und, wurden bereits die beliebten, aufblasbaren Krokodile oder Haie verboten, die Kinder so gerne mit an den Strand nehmen? Wir wollen doch nicht, daß noch jemand gebissen wird, das wäre schlecht für den Tourismus. 

Bild: Panik auf Usedom. Nachdem Urlauber von aufblasbaren Wassertieren angegriffen wurden, die sich später als aufblasbare Wassertiere herausstellten, ist die „Insel des Grauens“, wie der Nord – Kurier schreibt, in tiefer Verzweiflung versunken. UTG-Chef Robert Schmidt erklärte: „Usedom war mit diesem Vorfall bundesweit in den Schlagzeilen. Ich befürchte auch, dass das negative Auswirkungen auf das Buchungsverhalten hat.  Der Autor kann da nur zustimmen.

10 Responses to “Angst vor Imitaten”


  1. 1 Blond 3. August 2011 um 07:42

    Der Höhepunkt (zur Abbildung zum obigen Beitrag):
    Aufregung in den Morgenstunden:
    Augen und Schnauze eines Alligators lugten am Dienstag aus dem Oder-Havel-Kanal in Oranienburg. Ängstlich rief die Anwohnerin eines Wassergrundstückes die Polizei an. Ein Fall für das Ordnungsamt, entschied diese und informierte die Kollegen. Diese rückten aus – und stellten fest:
    Das Tier verharrte völlig regungslos am Ufer. Kein Wunder: Der Alligator war aus Stoff.

    http://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article1720551/Stofftier-Alligator-versetzt-Anwohner-in-Aufregung.html

    Die wichtigste Frage wird natürlich nicht beantwortet:
    Aus welchem, hoffentlich guten, nicht verunreinigten und nicht gestreckten
    Stoff war denn das gutartige Tier?

  2. 2 Karl Eduard 3. August 2011 um 08:00

    Ach Du meine Güte, welcher Mensch ist zu so einer Tat fähig und setzt einen ausgewachsenen gefährlichen Alligator aus Stoff aus. Eine Obduktion des Tieres sollte nun das Verschwinden mehrerer vermißter Personen aufklären helfen.

  3. 3 netzwerkrecherche 3. August 2011 um 08:34

    Klarer Fall für die Tierschützer: Immer in der Urlaubszeit werden Stofftiere ausgesetzt. Wo eine solche Tat möglich ist, ist Norwegen nicht mehr weit!

  4. 4 Sophist X 3. August 2011 um 08:36

    Zur Rettung der panischen Insel sei zu Bedenken gegeben, dass ein Bombenimitat genau wie eine Bombe aussieht, weil das der Sinn des Imitats ist. Das Typenschild ist vielleicht nicht mehr zu erkennen gewesen.
    Im Sinn der Fremdenverkehrsförderung freilich könnte man etwas bedachter vorgehen. Mietstationen für Metallsuchgeräte oder Lehrgänge über das Identifizieren und ggf. Entschärfen von Bomben könnten andere Zielgruppen ansprechen.

  5. 5 Karl Eduard 3. August 2011 um 09:01

    @Sophist X

    Die Bedenken sind natürlich o.k. Aber anschließend vor den Gefahren zu warnen, die von Imitaten ausgehen und dann noch dankbar zu sein, daß ein Stoffkrokodil niemanden zerfetzt hat, da muß man wirklich der CDU angehören, um so etwas rauszuhauen.

    Es handelte sich wohl um eine Exerziergranate, um das Laden von Granatwerfern zu trainieren.

  6. 6 Beipflichter 3. August 2011 um 09:19

    Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn Zahllose der Millionen Bundes-Paniker beim Gang vor die Haustür sich so massiv von diesesmal aber echten CO2-Molekülen bedroht fühlen, dass sie schreiend ins Haus zurück flüchten.
    Wie soll die herbeigerufene Polizei den völlig aufgelösten Zeitgenossen erklären, dass die unberechenbare Heimtücke und Mordlust dieses Moleküle bloss ein von deliriös nachplappernden Hosenanzügen lanciertes Schauermärchen ist, eine reine Geldbeutel-Abschwellungs-Therapie, damit selbige die Bundes-Zipplemützen nicht so stark drücken.

  7. 7 vitzliputzli 3. August 2011 um 12:37

    @ blond

    „Die wichtigste Frage wird natürlich nicht beantwortet:
    Aus welchem, hoffentlich guten, nicht verunreinigten und nicht gestreckten
    Stoff war denn das gutartige Tier?“

    der war aber jetzt saugut 😀

  8. 8 Blond 3. August 2011 um 12:45

    freut mia, wenn icke ereitern kann 😀

  9. 10 Prosemit 4. August 2011 um 05:31

    Die Geschichtsschreiber werden einmal unsere Zeit als Hysterismus bezeichnen. Nach dem Historismus des Deutschen Reiches der Hysterismus des späten zwanzigsten Jahrhunderts.


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