Mit Gott, für König und Vaterland, druf!

Von einer tapferen Veteranin berichtet die „Post“ folgendermaßen: Die 72 Jahre alte Witwe Hackerl, eine Veteranin, welche als Marketenderin bereits die Freiheitskriege in den Jahren 1813 bis 1815 mitgemacht hatte, hat sich ungeachtet ihres vorgerückten Alters für den jetzigen Krieg zu gleicher Dienstleistung dem brandenburgischen Füsilierregiment Nro. 35 zur Verfügung gestellt. Dem dringenden Wunsche der noch rüstigen Matrone ist durch Überweisung einer Compagniemarketenderstelle entsprochen worden. Ein erhebendes Beispiel des werktätigsten Patriotismus gaben dieser Tage die Bürger von Stralsund. Zur Vervollständigung der Fortifikationen waren noch Schanzarbeiten nöthig. Da griffen ohne Ausnahme Kaufmann und Handwerker, Rentier und Gelehrter nach der Schaufel und vollendeten unter Leitung der Ingenieure die Außenbefestigungen. Am Jahrestage des Abzugs Wallensteins von den Mauern der Stadt (24. Juli 1628) war das Werk so gut wie vollendet und die Bewohner durften dießmal die alljährliche Erinnerungsfeier in dem Bewußtsein begehen, daß sie noch ihrer Väter würdig sind. Von den Deutschen in Moskau ist folgendes Telegramm abgegangen: Excellenz Otto v. Bismarck Berlin: „Hoch Deutschland, Hoch Wilhelm, Hoch Bismarck, Mit Gott, für König und Vaterland, druf!“

Pariser Zotensänger und Cancantänzer. – War die Überfluthung der Vergnügungsorte und kleinen Theater Deutschlands mit diesem Gesindel immer unerträglicher geworden, so werden wir vielleicht durch den Krieg von einer so bedrohlich hereingebrochenen Landplage befreit. Es wäre ein wahrer Segen, wenn endlich ein Ekel vor den abgeschmackten und abscheulichen Produktionen herabgekommener Gemeinheit sich bei uns aller Herzen bemächtigte. In Berlin hat man bereits den Anfang gemacht und eine allabendlich aufgetretene, das Publikum mit Zotenliedern regalierende Pariserin ausgepfiffen.

Der Energieversorger gibt bekannt: Lichtstärke des Leuchtgases im Monat Juli 1870.  1. Juli – 9,6 Kerzen, 4. Juli – 11,3 Kerzen, 7. Juli – 10,2 Kerzen … 31. Juli – 8,0 Kerzen. *Freiburger Zeitung 03.08.1870*

4 Responses to “Mit Gott, für König und Vaterland, druf!”


  1. 1 Blond 3. August 2011 um 16:14

    Määänsch,
    waa ditt ne dolle Zeit!
    Da waan soja de Rentiere patriotisch –
    na, zumindist eens – un zwa in Stralsund:
    Heeßt det ohm doch
    ‚griffn Handwerker usw. und Rentier zua Schippe‘ 😀

  2. 2 Karl Eduard 3. August 2011 um 16:29

    Und die Ochsen und Esel erst.

    „Die heute nur noch selten gebrauchte Bezeichnung „Rentier“ ähnelt inhaltlich und sprachlich dem Rentner, wogegen dieser jedoch den Großteil seines Einkommens nicht überwiegend oder ganz aus Privateinkünften bezieht, sondern in der Regel (nach bundesdeutschen Sprachgebrauch) Zahlungen aus einer staatlichen Rentenversicherung erhält. Ebenfalls verwandt ist in Deutschland der Pensionär, ein Beamter im Ruhestand, der keine Rente, sondern eine Pension erhält. Eine ähnliche Bedeutung wie „Rentier“ hat der Begriff „Privatier“. “ Wikipedia

  3. 3 Blond 3. August 2011 um 16:55

    De Oxn un Grautiere ham ooch jeschippt?
    Dolle, de Zeit damals, würglich dolle!
    Abba ditt zuletzt da in die wiki-Akleerung faschtee ick ma wihda nich:
    ‚Privatiere‘, sohne Viecha kenn ick janich. Wann sin dih denn ausjeschtorbn?

  4. 4 Blond 3. August 2011 um 17:04

    Ah, icke hab ma nachjegooglt –
    sohne würd ick jemein hin als
    Faultiere betiteln tun, die vom Nischttun lebn.


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