Was wir wieder brauchen

Komitees zur Verhinderung der Anonymität im Internet. Hoppla hopp, gleich jährt sich der 13. August 1961, Tag der Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalles in der DDR, und so klare Bekenntnisse wie damals, die benötigen wir heute unbedingt wieder, zum Beispiel gegen die ungeheuerliche Feigheit, anonym im Internet zu hetzen, eventuell sogar gegen den geschätzten Innenminister oder gegen die Zustände, die schwarze, vom Sozialamt ausgebeutete Menschen dazu bringen, Geschäfte zu plündern oder Weiße zu zwingen, sich auf der Straße auszuziehen, um sie ihrer Kleidung zu berauben. Natürlich nur aus Not und zum Schutz vor Kälte, versteht sich.

Muldensteiner Kumpel an die Volkskammer der DDR. Aktiver Kampf dem Menschenhandel. Werte Abgeordnete. Wir, die Brigade vom Bagger 617 im Tagebau Muldenstein des Braunkohlenwerkes „Einheit“ in Bitterfeld, haben uns in zahlreichen Aussprachen über den Abschluß eines Friedensvertrages noch im Jahre 1961 auseinandergesetzt. Es gab zwar am Anfang unterschiedliche Meinungen, aber jetzt haben wir Klarheit über die Notwendigkeit geschaffen. Jawohl, unsere Regierung handelt richtig, wenn sie dem Menschenhandel, der den Imperialisten für ihre Störmaßnahmen dient, Einhalt gebietet. Die Maßnahmen des Magistrats des demokratischen Berlins finden gleichfalls unsere volle Zustimmung.

Wir sehen der verbrecherischen Bonner Politik ebenfalls nicht tatenlos zu. Auf unsere Forderung hin wurde auch im Tagebau ein Komitee zur Verhinderung des Menschenhandels gebildet und es arbeitet bereits. Seien Sie versichert, daß wir alle Maßnahmen die durch die Volkskammer und unsere Regierung zur Durchsetzung unserer Friedenspolitik beschlossen werden, unterstützen. … Glück  auf! Besatzung des Baggers 617 W. Pacyna, Brigadier, H. Köppe, Gewerkschaftsvertrauensmann *Neues Deutschland 10. August 1961*

Für eine lebendige, gesalzene Demokratie. … Nach Feierabend verwandelte sich der Angepasste zum anonymen, rechtsradikalen Blogger „Fjordman“, der im Netz aufs Übelste gegen Muslime wetterte. Äußerungen wie „Der Islam und alle, die ihn praktizieren, müssen total und physisch aus der gesamten westlichen Welt entfernt werden“ fanden auch Zustimmung beim norwegischen Massenmörder Anders Breivik.  …   Was sind das nur für charakterlose Gesellen, die sich in anonymen Blogs austoben? Das Internet war angetreten, die gesellschaftliche, repressionsfreie Debatte durch den Schutz der Anonymität zu befördern. Leider hat es auch dazu geführt, dass nun Typen mit Persönlichkeits-Defiziten sowie einer Blockwart- und Heckenschützen-Mentalität für allerlei Krudes und Menschenverachtendes eine Bühne haben. …  Beherzte, mutige, kontroverse Diskussionsbeiträge von couragierten Bürgern sind das Salz für eine lebendige Demokratie.   Wilhelm Klümper *DER WESTEN 07.08.2011 *

Ärzte des Bezirkes Frankfurt (Oder): Meidet Westdeutschland und Westberlin! Wir sind der Überzeugung, daß der Abschluß eines Friedensvertrages noch in diesem Jahr die reale Möglichkeit bietet, die barbarischen Absichten der westdeutschen Militaristen rechtzeitig zu durchkreuzen. Wir haben den festen Willen, zu dieser Lösung mit bestem Vermögen beizutragen.  … Wir begrüßen darum die Erklärungen der Regierung der DDR und des demokratischen Blocks, in denen alle Bürger der DDR im Interesse ihrer eigenen Sicherheit, im Interesse ihrer Familien und im Interesse der Sache des Friedens vor den Gefahren des Menschenhandels gewarnt und gemahnt werden, Reisen nach Westdeutschland und insbesondere Besuche in Westberlin zu meiden.

In Anbetracht der Gefährdung, der Ärzte und Angehörige des mittleren medizinischen Personals durch die konzentrierte Abwerbung der Menschenhändler ausgesetzt sind, appellieren wir an alle Berufskollegen diese Mahnung ernst zu nehmen. Der Appell ist u. a. unterzeichnet von Dr. Großer, Beeskow: Dr. Berthold, Beeskow; Dr. v. Wachsmann, Wriezen: Fiedler, Bezirksarzt: Dr. Heyse. Bezirks – Tbc-Arzt; Dr. Löwe, Ärztlicher Direktor des bezirkskrankenhauses Frankfurt (Oder); Dr. Freytag, Kreisarzt Bernau; Dr. Lappe, Ärztlicher Direktor, Krankenhaus Stalinstadt; Hartmann, Oberschwester, Krankenhaus Eberswalde; Fiebelkorn Hebamme, Kreiskrankenhaus und Eberswalde; Dr. Krüger, Kreisarzt und Leiter des Landambulatoriums Maschnow.  *Neues Deutschland 10. August 1961*

Der Autor ist entzückt von soviel beherzten, mutigen und controversen, also zustimmenden Diskussionsbeiträgen, die unsere Demokratie würziger machen. Der Regierung immer wieder zu sagen, wie weise sie ist und wie gut sie vorausschaut und das Beste für uns will, wenn die Maßnahmen manchmal auch etwas lahm daherkommen, das macht doch eine gesellschaflich repressionsfreie Debatte aus. Daß es zwar am Anfang unterschiedliche Meinungen geben darf, der Form halber, dann aber muß Klarheit herrschen. 

Bild: Friedliche Muslime demonstrieren für repressionsfreie Debatten, aber gegen Anonymität im Internet. Das Plakat zeigt den enthaupteten dänischen Karikaturisten Westergaard mit dem Körper eines Hundes, der allerlei   Krudes und Menschenverachtendes zeichnete,  dabei aber vergaß, zuvor in die Anonymität des Internets abzutauchen, das bescherte ihm freundlichen Besuch eines Somaliers, der sich mit einer Axt Zugang zum Haus des Westergaard verschaffte, sicher wollte er nur Holz hacken.

Bild 2: Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker. Ein junger englischer Proletarier aus Birmingham teilt, wie St. Martin, bereitwillig Hemd und Hosen mit einem jener Zuwanderer, deren Herzlichkeit und Lebensfreude auch Deutschland so ungemein bunter machen. Trotz vollständiger Bekleidung friert der Sonnensohn Afrikas. Das war dem jungen Manne gleich aufgefallen und enthusiastisch entledigte er sich aller Bekleidung, da er ja das Klima gewohnt ist. Der Autor ruft: Eifert ihm nach! 

6 Responses to “Was wir wieder brauchen”


  1. 1 Prosemit 10. August 2011 um 05:44

    Der Antifaschistische Schutzwall war alternativlos.

    Reisen nach Westdeutschland und insbesondere Besuche in Westberlin zu meiden.

    Nachdem der Wille schwach entwickelt war, sah sich der Staat gezwungen, etwas zur Unterstützung seiner Bürger zu tun, diesen Willen zu stärken. Seine Fürsorge ging so weit, daß er die Besuche schlichtweg physisch unterbinden mußte. Parallelen zur heutigen Fürsorge des Staates sind durchaus gewünscht.

    Auf dem Bild im Beitrag der schöne Beitrag einer Kleiderspende für die armen Negerkinder. Sollte man überall verbreiten.

  2. 2 Prosemit 10. August 2011 um 05:54

    Das war dem jungen Manne gleich aufgefallen und enthusiastisch entledigte er sich aller Bekleidung, da er ja das Klima gewohnt ist. Der Autor ruft: Eifert ihm nach!

    Ich lade noch zu einem Gedankenspiel ein.

    Man stelle sich vor, der junge hellhäutige Mann wäre ein heller Saudi in Saudi Arabien und der nette dunkelhätige Mann ein Dunkelhäutiger in Saudi Arabien. Dem hellhäutigen Mann würde zwar sein Gewand fehlen, dem Dunklen aber hinterher die linke Hand und der rechte Fuß. Komm mir keiner und sagt, daß der Mohammedanismus nicht auch seine guten Seiten hätte.

  3. 3 Karl Eduard 10. August 2011 um 06:29

    Ein guter Tausch, Hand und Fuß für ein Gewand. Da sieht man wieder, es geht auch ohne die Knechtschaft des Geldes.

  4. 4 Sophist X 10. August 2011 um 06:43

    Wilhelm Klümper vom Satiremagazin Der Westen springt dem Innenminister beherzt bei, der sich mit seiner couragierten Forderung nach Einschränkung der Meinungsfreiheit ins Kreuzfeuer anonymer Webnutzer gestellt hat. Wie man im Kommentarteil des Der Westen sieht, missbraucht der Webmob (Wie zur Bestätigung!) seine Anonymität, um an Klümper und Friedrich herumzukritteln statt sie enthusiastisch hoch leben zu lassen.
    Klümper prangert zu Recht die Feigheit der Islamfeinde an, die nach ihrer Hetze gegen eine der friedlichsten Religionen der Welt (über eine Milliarde Moslems legten bisher keine Bomben) einfach wieder abtauchen.
    Vorbild für diese Feiglinge war weiland Salman Rushdi, der in der prä-Internetzeit nach seinen Beleidigungen des Heiligen Koran einfach verduftete anstatt seine kruden Thesen mit offenem Visier mit einem Teheraner Scharfrichter zu diskutieren. So etwas darf sich nie wiederholen!

  5. 5 Karl Eduard 10. August 2011 um 06:49

    Ja, unglaublich, daß der feige Rushdi flieht, statt sich tapfer und aufrichtig seiner Ermordung zu stellen. Die verfolgenden Muslime könnten sich in der Zeit, die die Verfolgung Rushdis schon andauert, so vielen anderen schönen Dingen widmen. Kein Wunder, daß sie auf den Salman richtig sauer sind.

  6. 6 ostseestadion 10. August 2011 um 09:56

    Na, na, na !
    Hier wird doch wohl nicht vor völlig legitimer sozialer Klamottengerechtigkeit gewarnt ?


Comments are currently closed.



August 2011
M D M D F S S
« Jul   Sep »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Blog Stats

  • 2.183.723 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: