Archiv für 12. August 2011

Ärmste der Armen vorm Hungertod

Neue Schreckensnachrichten aus England. Nachdem rassistisch Benachteiligte und von der gesellschaftlichen Teilhabe Ausgegrenzte (Bild) sich sozial gerecht mit Elektronik, Flachbildfernsehern und Geräten von Sony versahen, wobei Autos, Geschäfte und Wohnungen in Flammen aufgingen, droht die imperialistische Ausbeuterregierung allen sogenannten Plünderern mit harten Strafen. Unter dem Ansturm von Unterzeichnern brach gestern eine Regierungsseite zusammen, die eine Onlinepetition enthielt, in der darüber abgestimmt werden sollte, ob sozial benachteiligte Bürger, die sich das zum Leben notwendige zusammenraubten, ihre Wohlfahrtsleistungen verlieren sollen. Das „oder nicht“ stand hier  nicht einmal zur Auswahl und das nennt sich nun Demokratie!

 Nach über Hunderttausend Zustimmungen wird es nun im englischen Parlament eine Debatte darüber geben, ob die Verdammten dieser Erde, die stets man noch zum Hungern zwingt und mit veralteter Unterhaltungselektronik zu leben, nun auch zwingen wird, für ihren Lebensunterhalt selbst zu arbeiten, wenn das Wohlfahrtsgeld wegen erwiesener Kriminalität gestrichen wird. Für die sozial gerecht Geplünderten dürfte das eine kleine Genugtuung sein. Aber warten wir es ab. Die Leserkommentare sind jedenfalls ziemlich pessimistisch. Der Autor verurteilt jedoch auf das Schärfste diesen erneuten Akt imperialistischer Barbarei, erst die Schwarzen alle einfangen, sie nach England bringen und dann erstaunt darüber sein, daß sie sich wie in Afrika benehmen.

Einmal werden wir noch wach

Heißa dann ist Mauertag. Marschall Konjew. Marschall der Sowjetunion Iwan Stephanowitsch Konew ist zum Oberkommandierenden der Gruppe der zeitweilig in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte ernannt  worden. Am Donnerstag empfing ihn der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Genosse Walter Ulbricht.

Das war am gleichen Tag, als Walter Ulbricht vor 3000 Arbeitern des Berliner Kabelwerkes Oberspree ankündigte, daß, „wenn es notwendig ist, die Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber der westdeutschen Bundesrepublik militärisch geschützt werden, und zwar sowohl durch Truppen der Nationalen Volksarmee wie durch Truppen unser sowjetischen Freunde.“ …

Volkes Wille auf der Tagesordnung.  … Selbstbestimmung in Aktion. August Bach, Vorsitzender der CDU (der DDR), wendet sich besonders an die Christen, als er sagt: „Die christliche Ethik fordert für den Menschen auch wahre Menschlichkeit. Das aber, was in den Aktionen der Menschenhändler sichtbar wird, ist das absolute Gegenteil jeder Menschlichkeit. Für jeden Christen in der DDR ist daher der schärfste Kampf gegen den Menschenhandel ein ehernes Gebot christlicher Ethik.“ …  

Beschlüsse zum Schutz der Kinder. „Nicht länger werden wir dulden, daß selbst unschuldige Kinder den Menschenhändlern zum Opfer fallen“, fordert Charlotte Mewes, Leiterin eines Kinderheimes in Weimar, in dem unter 50 Kindern 10 betreut werden, die hilflos im Stich gelassen wurden, als ihre Eltern die Republik verliessen. „Alle diese Menschen, die durch raffinierte und vielfältig variierte Abwerbemethoden zur Republikflucht verleitet wurden, haben sich eines Verbrechens an unserem Staat und an ihren Familien schuldig gemacht“, sagt die Sprecherin  des DFD. …  

Überzeugung und staatliche Maßnahmen. „Wer heute die Deutsche Demokratische Republik verläßt und in den Bonner Staat geht, der verrät den Hort des Friedens in Deutschland, verrät damit seine ureigenste Sache, untergräbt seine eigene Sicherheit und stellt sich – ob er das will oder nicht – in den Dienst einer klerikalmilitaristischen Diktatur“, erklärt Rudolf Agsten im Namen der LDPD – Fraktion. …

Wir Arbeiterjungen sind stolz auf unseren Staat.  … Die Hennigsdorfer stellten sich aber auch auf die Bahnhöfe und tippten denjenigen auf die Schulter, die eine Fahrkarte hin und zurück gelöst hatten und ihre geistige Kost in den Westsektoren holen wollten. Die Jungen aus Hennigsdorf wissen, daß sie ein Teil der herrschenden Klasse sind, und so regeln sie  ihre Probleme. Wir sagen ganz offen: Wir sind Arbeiterjungen und wir sind stolz auf unseren Staat. Mit denjenigen, die denken, sie könnten uns beleidigen und provozieren, werden wir auch diskutieren aber eben nicht nur mit dem Mund!“ ruft er unter dem Beifall der Abgeordneten. …  *Neues Deutschland 12. August 1961*

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