Archiv für 18. August 2011

149 Gasversorger wollen ihre Preise erhöhen

Das macht aber nichts, denn bekanntlich wird es immer wärmer, was nur die unermüdliche Arbeit der Bundeskanzlerin Merkel verhindern kann, die zwar Deutschland nicht aus der Schuldenkrise zu führen vermag, wohl aber das Weltklima retten. Zum Glück hat sie ihre Schockstarre aus 2005 überwunden und reagiert kühn und entschlossen, wie der Mann am Ruder der Titanic, immer hart am Eisberg vorbei, und schaut doch mal, wie schön das Eis im Licht der Scheinwerfer glitzert.

Auf ihrem eingeschlagenen Pfade, da kennt sie keine Furcht, vorm Wähler schon gar nicht, der hat ihr das Vertrauen gegeben und muß nun nicht erwarten, daß sie in seinem Interesse handelt. Angst hat sie nur vor diesem Schröder, und daß sie jemand anschreien könnte, eventuell dieser kleine Franzose, unser Freund aus dem Nachbarland. Aber sonst müssen wir uns keine Sorgen machen.

Schlimm auch, unsere morgenländischen Dauergäste werden besonders zu leiden haben, in Schnee und Eis, insbesondere die, die auf Kosten der Kommune leben, in denen sie sich eingenistet haben, hier sollte eine Erhöhung der Heizkostenpauschale für winterungewohnte Zuwanderer, aus dem orientalischen Kulturkreis, auf die Tagesordnungen der Kommunalversammlungen gesetzt werden, das gebiete einfach die Menschlichkeit und wir sind es ihnen schuldig. Wegen was auch immer. Vielleicht wegen der Bagdadbahn oder der Cholerabekämpfung in Ägypten.

Wichtig wäre es jetzt aber, dem Rat des Genossen Sarrazin zu folgen, der empfahl, besser einen Pullover mehr überzustreifen, statt am Heizungsregeler zu drehen und die Kosten für das Heizen nach oben zu treiben. Jetzt ist noch Zeit, sich mit wärmenden Sachen einzudecken, wenn der Frost dann klirrt, ist es bereits zu spät.

Die paar Maschen!

Gesichterbuch immer gefährlicher

Die Streikunruhen in England

London, 11. August. (1911) Die verschiedenen Streiks in London nehmen einen unheimlichen Umfang an, weshalb die Regierung ein großes Truppenaufgebot nach London dirigiert hat, das heute bereits im Hafen den Sicherheitsdienst übernommen hat. Man hofft, daß die Krawalle damit ein Ende erreichen. Der Gesamtverlust des Nationalvermögens infolge des Streiks  wird bis auf 40 Millionen Kronen täglich geschätzt. Da die Streikenden drohten, die mit Silber zur Raffenerie fahrenden Cabs anzugreifen, verkündet Rothschild, daß er die Ausprägung von Silber suspendiert hat. Überall ereignen sich Zusammenstöße auf den Straßen, die Freiheit der Arbeit ist nicht mehr gesichert. (Die Bäcker backen nicht mehr, die Schneider schneidern nicht mehr und der Obst – und Gemüsehändler muß um den Verlust seines Obst- und Gemüses fürchten.)

Große Streikkrawalle in Liverpool. Liverpool, 13. August. Nachmittags veranstalteten etwa 100 000 Transportarbeiter Kundgebungen, wobei es zu wilden Szenen kam. Infolge der großen Aufregung in der Stadt wurden alle Polizeireserven aufgeboten, zu säubern, die Polizei wurde hierbei mit Steinen und Flaschen angegriffen. Erst nachdem berittene Schutzleute wiederholt gegeg die Menge  vorgegangen waren, ließen die Unruhen nach. An einzelnen Stellen kam es jedoch auch später noch zu einzelnen Zusammenstößen. 1 Schutzmann wurde getötet, über 20 Schutzleute und etwa 50 Zivilpersonen wurden verletzt. Die Zeitungsredaktionen werden polizeilich bewacht, die Lime-Street-Station und die St. Georgs Hall dienen als Hospitäler.

London, 14. August.  Die Unruhen, deren Schauplatz gestern nachmittag Liverpool war, sind ohne Beispiel in der Geschichte der britischen Streikunruhen. In der Nachbarschaft der St. Georgs – Hall fand eine regelrechte Straßenschlacht statt. Die Schutzleute wurden bei ihren Bemühungen, sich auf dem Platze vor der St. Georgs – Hall durch die Menge Bahn zu brechen, mehrfach zurückgetrieben, wobei viele von ihnen verwundet wurden. Die Ausständigen behaupteten standhaft ihre Stellungen und eine Stunde lang war die Polizei nicht in der Lage, den Platz zu räumen.

Der Magistrat ließ schließlich das Aufruhrgesetz verlesen. Es wurde Militär aufgeboten, das schußbereit aufmarschierte und die Ausständigen in die Nebenstraßen zurücktrieb, wo dann kleinere Kämpfe noch bis Mitternacht andauerten. Etwa 250 Personen, meistens Schutzleute, wurden verletzt.

Die Ausständigen versuchten in die Lime Street – Station (provisorisches Hospital, siehe oben.) einzudringen und brachen ihre Tore nieder, wurden aber von den Polizeimannschaften, die Verstärkung erhalten hatten, zurückgeworfen. Die Firehouse – Station wurde in ein Hospital verwandelt.

Die Menge bewarf in ihrer Erbitterung die Krankenwagen und Taxametercabs, in denen sich Verwundete befanden, mit Steinen. Einem Polizeioffizier wurde ein Bein gebrochen und einem Schutzmann die Kinnlade zerschmettert. Eine Militärpatrouille wurde von den Dächern aus mit Steinen beworfen. Es wurden über hundert Verhaftungen vorgenommen. *Volksblatt für Stadt und Land 18.08.1911*

Generalstreik der Englischen Eisenbahner! In London haben die Eisenbahner am Donnerstag den Generalstreik erklärt. … In Liverpool ist der Panzerkreuzer Warrior zum Schutz der Schiffahrt auf dem Merseyfluß eingetroffen. … In Sheffield haben die erregten Ausständigen nachts zwei Signalhäuschen der Midland-Eisenbahn angegriffen und mit riesigen Steinen beworfen und eines vollständig zertrümmert … .

London, 17. August. … Minister des Inneren, Churchill, führte aus, die ernsteste Erscheinung der Lage in Liverpool sei, daß das Streikkomitee die Angestellten der elektrischen Kraftanlage aufgefordert habe, in den Ausstand zu treten. Das würde Liverpool und dessen Gebiete des Lichtes und der Straßenbahnen berauben. *Freiburger Zeitung 18.08.1911*


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