Euch stechen wir die Augen aus

Keine Sorge, hier geht es nicht um Barbareien, verübt von Assad – Banden, an friedlichen Aufständischen, die nur mit der Waffe in der Hand demonstrieren gehen, auch handelt es sich nicht um die Rache des „Schlächters von Tripolis“ an ehrbaren, wahrheitliebenden  Journalisten und noch weniger geht es um zugewanderte Migranten in 3. Generation, die in Deutschland leben, und die nur mit Handwerksgesellen auf dem U – Bahnhof ein wenig Spaß haben wollen. In den ersten beiden Fällen wären wir sehr, sehr empört und auf sofortige Bombardierung drängen. Bei Letzterem würde wir seufzen und rufen, „ja, wenn sie sie provoziert haben, dann ist es auch kein Wunder!“

Nein, es ist der 24. August 1939 und das gute deutsch – polnische Verhältnis scheint etwas angespanntBreslau, 23.August.  Die Ausschreitungen gegen die Deutschen besonders in den polnischen Grenzgebieten nehmen immer ärgere Formen und Ausmaße an. In Oberschlesien erklärten die Aufständischen – das Wort Aufständischer suggeriert, diese Leute würden ohne Wissen der polnischen Regierung handeln – , in einer Versammlung die Zusage erhalten zu haben, daß sie das Eigentum der von ihnen zur Aburteilung eingelieferten Deutschen erhalten würde. Alle Ladengeschäfte Volksdeutscher in Kattowitz und anderen ostoberschlesischen Städten sind, wie der Kattowitzer Aufständischenführer Jurek erklärte, bereits unter die einzelnen Aufständischen verteilt worden. In den Kreisen Pleß und Tarnowitz wird auch der Boden deutscher Bauern unter die Aufständischen aufgeteilt. Aufständische, die dabei nicht berücksichtigt werden konnten, werden durch in Deutschoberschlesien gelegenes Bauernland in großzügigerweise schadlos gehalten.

An den Übergriffen gegen Volksdeutsche beteiligen sich in besonderem Maße auch Polizeibeamte. In Makoschan erbrachen Polizisten die Wohnung geflüchteter oder verschleppter Volksdeutscher und verteilten die Möbel- und Wäschestücke an Aufständische. In Kunzendorf wurde ein kranker bettlägeriger volksdeutscher Werkmeister von der Polizei verschleppt. In Königshütte erklärte ein polnischer Lehrer den Schulkindern, daß jede polnische Familie sich schon jetzt eine deutsche Familie aussuchen müsse, die bis auf das letzte Kind totgeschlagen werden müsse.

Auch in Posen und Pomerellen häufen sich die Terrormaßnahmen gegen Volksdeutsche in erschreckendem Maße – hier muß der Autor darauf hinweisen, mit Volksdeutsche sind immer polnische Staatsbürger deutscher Herkunft gemeint, die vor 20 Jahren, als Polen deutsche Gebiete widerrechtlich okkupierte, einfach nicht ihre Heimat verlassen wollen. Obwohl die damaligen Narges Eskandari Grünbergs doch immer wieder gesagt haben: „Dann zieht doch weg, wenn es euch nicht passt!“ – . Im Kreise Neutomischel in der Wojewodschaft Posen wurden in Kroschnitz, Lomnitz und Bollwitz polnische Banden für ihre Terrormaßnahmen gegen Volksdeutsche regelrecht organisiert, wobei vor allen Dingen Brandstiftungen in erheblichem Umfange durchgeführt werden. Zwei Volksdeutsche wurden auf der Straße bei Friedenswalde von polnischen Aufständischen überfallen und mit Knüppeln schwer verletzt. In Blate im Kreuse Neutomischel wurde eine 60 Jahre alte Gastwirtsehefrau so schwer mißhandelt bis sie bewußtlos liegen blieb. Später demolierten polnische Horden – heute würde man das mit Aktivisten umschreiben – das Haus dieser Frau. In Birnbaum wurden Volksdeutsche von polnischen Soldaten, weil sie deutsch sprachen, mit dem Militärkoppel geschlagen.

Besonders schwer unter den Drangsalierungen durch die Polen hat das ausnahmslos von Deutschen bewohnte vier Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gelegene Dorf Kähne im Kreise Birnbaum gelitten. Von den 300 Einwohnern des Dorfes sind alle bis auf sechs deutsche Familien geflohen. Die zurückgebliebenen Deutschen bedrohte der polnische Schulze Nowak mit Erklärungen wie „Euch deutschen Schweinen stechen wir die Augen aus und verscharren euch dann in Kiesgruben. Keiner von euch kommt mehr lebend davon.“ – Ein etwa 60 Jahre altes Ehepaar wurde von polnischen Soldaten gezwungen, das Haus zu räumen und in den Keller zu ziehen. Dort wird das Ehepaar von Soldaten, die sich in der Wohnung einquartiert haben, gefangen gehalten.

Furchtbar scheinen die Polen auch in anderen Orten nahe der deutschen Grenze gehaust zu haben. In der Nacht vom 18. zum 19. August gegen 1.30 Uhr wurden aud deutscher Seite laute und verzweifelte Hilfeschreie von jenseits der Grenze aus der Richtung der von Deutschen bewohnten Ortschaft Ziegelscheune gehört.  *Freiburger Zeitung 24.08.1939*

Bild: 1939. Deutsche Jungen werden in Lagern gezwungen, ihre Hemden selbst zu waschen. So verbrecherisch ist das Regime!

8 Responses to “Euch stechen wir die Augen aus”


  1. 1 eulenfurz 24. August 2011 um 09:42

    Meine Mutti meint zu diesem Text: „Tja, hätte Hitler nicht Polen überfallen, wäre das alles gar nicht passiert!“

  2. 2 Karl Eduard 24. August 2011 um 09:47

    Und damit liegt sie ohne Zweifel richtig. Hätte Hitler nicht Polen im September überfallen, dann wäre so etwas, wie im Monat zuvor, niemals passiert.

  3. 3 eulenfurz 24. August 2011 um 09:55

    Ja die Polen wußten eben schon sehr früh, was der böse Hitler mit ihnen anstellen wird, nämlich die ganze Welt beherrschen und das Universum gleich mit, da ist ihre Empörung und Betroffenheit wohl fairständlich!

    Wehret den Anfängern! Der Stuß ist fruchtbar noch!

  4. 4 Pegnitzstrom 24. August 2011 um 12:31

    … oder hätten „die Polen“ und „die Tschechen“ nicht zwanzig Jahre lang immer wieder ’mal „die Deutschen“ in ihren Höfen überfallen, dann hätten „die Wähler“ nicht Hitler oder derlei Leute gewählt, ja dann wäre das alles nicht passiert.

    … oder hätten die Deutschen 1919 alle Polen und Böhmen in Richtung „Reich“ verlassen und hätte damals schon die sozialdemokratische Reichsregierung ewige Reparationen versprochen und gezahlt und hätte sie anschließend auch wirklich echt konsequent dafür gesorgt, daß niemand die deutsche Allein-Schuld bezweifelt, ja dann wäre das alles nicht passiert.

    … oder hätten „die Deutschen“ 1914 sofort gesiegt und Polen wäre dann eine blühend saubere preußische Kolonie geworden, ja dann wäre das alles nicht passiert.

    … oder hätte Otto der Große nicht „die Slawen“ besiegt und hätte er nicht das Deutsche Reich gegründet und wäre statt dessen ein grün blühendes slawisches Reich bis an den Rhein entstanden, ja dann wäre das alles nicht passiert.

    … oder hätte Varus sich nicht von diesen zottelig-langhaarigen Germanen besiegen lassen und wäre das Land bis zur schönen blauen Oder eine strahlend-bunt blühende römische Provinz geworden, ja dann wäre das alles nicht passiert.

    … oder hätte der Liebe Gott nicht den Menschen geschaffen und wäre statt dessen zwischen Rhein und Memel eine friedlich blühende Gesellschaft sexelnder Schimpansen entstanden … äh, ja … was wäre dann eigentlich passiert? … aber, vor allem, was würde die Mutti von Eulenfurz dazu sagen?

  5. 5 eulenfurz 24. August 2011 um 12:42

    Nix gegen meine Mutti!

    Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zuhaus. Ich binde eine Schürze um und feg die Stube aus. Das Essen kochen kann ich nicht, dafür bin ich zu klein. Doch Staub hab ich schon oft gewischt, wie wird sich Mutti freun. Ich habe auch ein Puppenkind, das ist so lieb und fein. Für dieses kann ich ganz allein die richt’ge Mutti sein. Und heut zu ihrem Ehrentag, da soll sie einmal ruhn, denn alle Arbeit will ich gleich für meine Mutti tun.

  6. 6 Karl Eduard 24. August 2011 um 13:03

    Heut ist aber nicht der 8. März!

  7. 7 Pegnitzstrom 24. August 2011 um 14:29

    Nix gegen Deine liebe Mutti, Eulenfurz, aber Du könntest sie ja ‚mal fragen…

  8. 8 Prosemit 25. August 2011 um 15:15

    Das Deutsch-Polnische Verhältnis ist nicht erst seit Erika Steinbach etwas gespannt.


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