Archiv für 26. August 2011

Noch mehr olle Kamellen

Die gute Nachricht kam am Sonnabend, dem 29. August, abends, überraschend bis zur Verwirrung, und in der gewohnten lakonischen Kürze: „Unsere Truppen in Preußen unter Führung des Generalobersten von Hindenburg haben die vom Narew vorgegangene russische Armee in der Stärke von fünf Armeekorps und drei Kavalleriedivisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Gilgenburg und Ortelsburg geschlagen und verfolgen sie jetzt über die Grenze.“

Aus diesem kurzen Telegramm konnte man natürlich die Größe des Sieges noch nicht ganz herauslesen, aber doch insofern, als man wußte, daß fünf Armeekorps und drei Kavalleriedivisionen eine Armee von 225 000 Mann mit 516 Geschützen darstellten. Wie der alte Hindenburg es fertigbrachte, diese Armee mit einer bedeutend schwächeren Armee zu schlagen, das ließ sich erst viel später erkennen. Er lockte die russische Armee, die zusammen mit einer weiter östlich in Ostpreußen eingefallenen sich der ganzen Provinz bemächtigten sollte, in die Sumpf – und Waldgebiete der masurischen Seen, wies ihre verzweifelten Angriffe in dem ihm bekannten Gelände gewandt ab und warf dann die Ermatteten in gewaltigem Offensivstoß in die Sümpfe, wo sie elend ums Leben kamen.

Man könnte den russischen Oberkommandierenden mit Varus und den Generalobersten Hindenburg mit Hermann dem Cherusker vergleichen, so sehr erinnert das verzweifelte Ringen der Russen auf dem historischen Boden an die römische Niederlage im Teutoburger Walde. Furchtbar waren die Verluste der Russen. Sie wuchsen mit jeder neuen Nachricht. Von drei Seiten eingekreist und an der offenen Seite die verhängnisvollen Sümpfe vor sich, streckten die Russen massenhaft die Waffen, so daß man bald 90 000 Gefangene gemacht hatte, und das, man vergesse das nicht, in offener Feldschlacht. So etwas ist unerhört!

Noch unerhörter, ja fast atemberaubend klang die weitere Nachricht, daß das gesamte Artilleriematerial der Russen vernichtet sei. Es waren, wie schon bemerkt, 516 Geschütze, denn jedes normale russische Armeekorps hat 96 Geschütze und die Kavalleriedivision 12. Der unglückliche „Varus“ hieß in diesem Falle Schilinski, und er war Militärgouverneur von Warschau.

So atmet denn alles auf über diese rettende Schlacht auf dem historischen Boden von Tannenberg, wo der Todeskampf des Deutschritter-Ordens gegen die Polen stattfand. Fürwahr, es sieht fast wie eine Sühneschlacht für diese Niederlage des damaligen Deutschtums aus, diese neue Schlacht bei Tannenberg, bei der das Deutschtum mit furchtbaren Hieben das übermächtige Slawentum in seine Grenzen zurückwies. Der Sieger Hindenburg wurde vom Kaiser hochgeehrt, aber eine hohe Ehre wird es auch für ihn sein, daß das deutsche Volk seinen Namen nie vergessen wird. … *Deutsche Illustrierte Kriegszeitung 6. September 1914*

Bild: Deutsche Ostpreussen flüchten 1914 vor den herannahenden russischen Befreiern. Hier herrschte eine absonderliche Angst vor dem Fremden vor, insbesondere vor dem fremden Kosaken, die Willkommenskultur der Menschen damals war sehr schwach entwickelt.

Olle Kamellen

Massenerschießungen von Volksdeutschen in Polen! Achtung, der Autor warnt: Hier geht es wieder nur um das Recht jeder souveränen Nation, mit ihren Staatsbürgern umzugehen, wie sie will, das heißt, dieses Recht wird nur eingeschränkt, wenn der Freie Westen empört seine Stimme erhebt. Damals tat er es nicht. Und das war auch gut so, es hätte ja den Befreiungskrieg vom Nationalsozialismus verhindert.

Der größte Massenmord, den die Polen seit 1921 verübten, ereignete sich gestern bei Bielitz. Eine Gruppe des militärischen Verbandes polnischer Aufständischer unter Führung eines Polizeileutnants hatte, wie die „Berliner Illustrierte Nachtausgabe“ meldet, 25 Volksdeutsche und mehrere Tschechen in Bielitz verhaftet. Unter ihnen waren ein 70jähriger Deutscher und 78 jähriger Tscheche. Um das bekannte Los der Verschleppten nicht teilen zu müssen, unternahmen mehrere Gefangene während des Transports einen Fluchtversuch, eine Verzweiflungstat, die entsetzliche Folgen hatte. Die Polen schossen blindwütig sowohl auf die Fliehenden, als auch auf die noch im Wagen befindlichen Gefangenen. Acht Gefangene, unter ihnen ein Tscheche, waren sofort tot. Sieben andere Männer wurden schwer verletzt.

Etwa dreißig Volksdeutsche aus Lodz, die zum Militärdienst eingezogen waren, weigerten sich für die Polen in den Krieg getrieben zu werden und auf Volksgenossen zu schiessen. Ohne weitere Vorstellung oder Strafandrohungen wurden die Deutschen und Ukrainer außerhalb des Truppenlagers dicht zusammengetrieben, worauf in sie mit einem Maschinengewehr hineingeschossen wurde. Wie der „Angriff“ meldet, bedeckten nach wenigen Augenblicken 24 Tote als entsetzliche Opfer dieses polnischen Verbrechens den Boden. Der polnische Wahnsinnsakt hat den Höhepunkt der Unmenschlichkeit erreicht. *Das Kleine Blatt 26.08.1939*

Bild: Genosse Stalin, Führer der fortschrittlichen Völker der Erde, der zu diesem Zeitpunkt bereits etliche Millionen Menschen auf dem Kerbholz hatte, da mußte der Reichskanzler des Deutschen Volkes erst noch hinkommen, gemeinsam mit dem deutschen Außenminister nach Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes. Dennoch muß der Kommunismus immer wieder unverzagt versucht werden. So, deutscheIntellektuelle.

Falschmeldung

So, wie es oben in der Mitteldeutschen Zeitung tickerte, ist es natürlich gelogen. Erst einmal ist das E – 10 ja keine Erfindung der Mineralölkonzerne, sondern diese wurden von der Bundesregierung dazu gezwungen, den Kraftstoff mit Biosprit zu panschen. Gezwungen durch Gesetze und Auflagen. Wer demnach in Deutschland weiterhin Kraftstoff anbieten wollte, mußte an seinen Tankstellen E – 10 bereitstellen, das der Autofahrer, nach Meinung der hochgeachteten Regierung Merkel auch gefälligst zu tanken hatte. Immerhin zahlt man fast 5 Cent weniger pro Liter für eine geringere Kilometerfahrleistung, was sich am Ende dann wieder ausgleicht. Sollten die Kraftfahrer kein E – 10 tanken, wie es die Partei- und Staatsführung der DDR, Verzeihung, der CDU,  beschloss,  hätten die Mineralölkonzerne die Folgen zu tragen. Siehe Oben. Diese werden also dafür bestraft, daß der Verbraucher eine freie, selbstbestimmte Entscheidung getroffen hat. Aber hier war einmal wieder der mündige Verbraucher nicht gefragt, der hat zu schlucken, was die Staatsratsvorsitzende, Verzeihung, die Bundeskanzlerin verordnet, wie es auch das Parlament zu schlucken hat, ob es nun E 10 ist oder weitere „Rettungsschirme“, denn unserer Staatsvermögen, das haben wir im Gegensatz zum Klima nicht von unseren Enkeln geborgt.

Nun haben die Mineralölkonzerne die Klima- und Erziehungsziele der Bundeskanzlerin Merkel nicht erfüllt. Weil der Bürger der Bundesrepublik Deutschland verstockt war und noch ist. Und müssen dafür bluten. Das hätten sie vermeiden können. Tankstellenpächter hätten nur mindestens 6 Mitarbeiter zusätzlich einzustellen brauchen, die rund um die Uhr und umschichtig, Kraftfahrer, die nach Kraftstoff lechzen, von der wunderbaren Schub – und Heilkraft des E – 10 überzeugen. Wieviele Tankstellen dadurch ruiniert worden wären, keine Ahnung aber der Bundeskanzlerin können solche Feinheiten egal sein, wie ihr auch die Millionen Arbeitslosen in Deutschland so ziemlich am Arsch vorübergehen.

Jedenfalls ist es furchtbar, daß die widerlichen Mineralölkonzerne, die Erdöllagerstätten erschliessen, das Öl fördern und es zu Kraftstoff verarbeiten, sowie an Tankstellen bereitstellen, damit der EDEKA oder REWE – Zulieferer auch morgen noch Milch und Brötchen bringt und Frauenprodukte, seine Verluste vom Kraftfahrer bezahlen lässt, statt Söldnerarmeen anzuheuern, wie das im Umgang mit jeder Bananenrepublik geschieht, die die Regierung Merkel aus dem Amt fegt und die Verursacherin des Debakels  ordentlich aburteilt. Übertragen zur besten Sendezeit. Und der schöne Gedanke, daß auch die Dienstwagen dieser Kanzlerin betroffen sind, ist kein Trost, denn auch für deren Unterhalt kommt nicht Frau Merkel persönlich auf. Wie sie übrigens für nichts persönlich aufkommt. Denn wir bezahlen ihr Gehalt und auch die Zeche ihrer fortdauernden verbrecherischen gesellschaftlichen Experimente. Ist das nicht schön und kein Grund zur Klage? Der Autor meint ja.

Und – Danke, DDR, denn solches wäre dort völlig anders gelaufen, wahrscheinlich auch der Grund, warum die restliche Freiheit, die hier ein karges Leben fristet, endgültig beseitigt gehört.

Chronologischer Ablauf: Die Vorsitzende des Zentralrats der Deutschen Demokratischen Republik und Staatsratsvorsitzende, Genossin Angela Merkel, legt der Sondersitzung des Zentralkommitees der CDU den Plan zur Einführung von „E 10“ vor, das, verkündet sie, wäre ein weiterer notwendiger Schritt zur Sicherung des Weltfriedens und zur Vergesellschaftung der immer noch privaten Mineralölkonzerne auf dem Boden der Deutschen Demokratischen Republik.

Das NEUE DEUTSCHLAND, Zentralorgan der Sozialistischen  Christlichen Deutschen Union, bringt eine Sonderausgabe zur Sitzung, mit dem vollständigen Abdruck der Rede der Genossin Merkel auf den Seiten Eins, Zwei, Drei und Vier. Die Seite 5 enthält durchweg positive Stellungnahmen aus Betrieben, Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, aus Universitäten und Schulen. Kritische Stimmen gibt es nur in Hinblick auf die Mineralölkonzerne, deren furchtbare Machenschaften in aller Welt und der heimischen Tankstelle hart und schonungslos angeprangert werden.

Die AKTUELLE KAMERA bringt eine Sondersendung. Betriebe und Regimenter der NVA marschieren geschlossen zu deren  Gemeinschaftsempfang. Soldaten die sich verdrücken, können den nächsten Kurzurlaub in den Wind schreiben, verdienten Produktionsarbeitern, die sich auf den Toiletten verstecken, wird die Jahresendprämie gekürzt, mit dem Rest sprechen die Genossen des Ministerium für Staatssicherheit freundliche aber bestimmte Worte.

Die Parteiorganisationen und der Sozialistische Christliche Jugendverband der CDU rufen ihre Mitglieder auf, als Antwort auf die Initiative „E – 1o“, noch intensiver zu arbeiten, weniger Ausschuß zu produzieren und nur die Hälfte der sonstigen Norm aus den Betrieben zu veruntreuen. Das stößt auf begeisterte Zustimmung. Fürs Erste.

Die folgenden vier Wochen verfolgt das NEUE DEUTSCHLAND und das Fernsehen der DDR die Entwicklung der Initiative „E 10 in den Tank!“ mit großer Aufmerksamkeit. In den Parteiorganisationen und Jugendorganisationen wird die bahnbrechende Rede der Genossin Merkel wieder und wieder analysiert, Transparente und Wandzeitungen werden gefertigt und schmücken die Straßen, Institutionen und Betriebe. Jugendfreunde, der Kampfreserve der Partei, agitieren nach Arbeit, Schule und Erledigung der Hausaufgaben, an Tankstellen die Kraftfahrer. Messerscharf wird die Frage gestellt: „Bist Du für E 10, Genosse, und den Weltfrieden“, oder sollen wir Dir Dein Auto demolieren?“ In fast allen Fällen sind die Autofahrer durchweg für den Weltfrieden.

Inzwischen kommt es zu Lieferengpässen an „E 10“, diese nutzt die Genossin Staatsratsvorsitzende, um den Mineralölgesellschaften Sabotage am friedlichen Aufbau des Sozialismus und Kriegsbrandstiftung vorzuwerfen. Der schüchterne aber sachliche Hinweis, es fehle an genügend nachwachsenden Rohstoffen, um die gewünschte Menge „E-10“ herzustellen, wird klar als imperialistisches Täuschungsmanöver erkannt.

Die Staatsratsvorsitzende und Generalsekretärin des ZK kündigt an, einen Generalplan zur Behebung dieses Mangels vozulegen, er beinhaltet nur den einen Punkt: Liquidierung der konterrevolutionären Kräfte, die sich in den Mineralölkonzernen verschanzt haben, und völlige Enteignung dieser Überbleibsel einer kapitalistischen Gesellschaft. …

Obwohl am Jahresende das Ministerium für Staatssicherheit in einem geheimen Bericht, der der Genossin Merkel vorgelegt wird, zum Schluß kommt, daß nach der Einführung von „E 10“ der Strassenverkehrs der DDR durch Ausfall von PKW und LKW durch Motorschäden erheblich zurückgegangen ist und die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern kaum noch gesichert werden kann, außer für Wandlitz, können sie dem Fazit der Großen Vorsitzenden nicht widersprechen. „Der Weltfrieden wurde gesichert.“


August 2011
M D M D F S S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Blog Stats

  • 2.267.411 hits

Archiv