Falschmeldung

So, wie es oben in der Mitteldeutschen Zeitung tickerte, ist es natürlich gelogen. Erst einmal ist das E – 10 ja keine Erfindung der Mineralölkonzerne, sondern diese wurden von der Bundesregierung dazu gezwungen, den Kraftstoff mit Biosprit zu panschen. Gezwungen durch Gesetze und Auflagen. Wer demnach in Deutschland weiterhin Kraftstoff anbieten wollte, mußte an seinen Tankstellen E – 10 bereitstellen, das der Autofahrer, nach Meinung der hochgeachteten Regierung Merkel auch gefälligst zu tanken hatte. Immerhin zahlt man fast 5 Cent weniger pro Liter für eine geringere Kilometerfahrleistung, was sich am Ende dann wieder ausgleicht. Sollten die Kraftfahrer kein E – 10 tanken, wie es die Partei- und Staatsführung der DDR, Verzeihung, der CDU,  beschloss,  hätten die Mineralölkonzerne die Folgen zu tragen. Siehe Oben. Diese werden also dafür bestraft, daß der Verbraucher eine freie, selbstbestimmte Entscheidung getroffen hat. Aber hier war einmal wieder der mündige Verbraucher nicht gefragt, der hat zu schlucken, was die Staatsratsvorsitzende, Verzeihung, die Bundeskanzlerin verordnet, wie es auch das Parlament zu schlucken hat, ob es nun E 10 ist oder weitere „Rettungsschirme“, denn unserer Staatsvermögen, das haben wir im Gegensatz zum Klima nicht von unseren Enkeln geborgt.

Nun haben die Mineralölkonzerne die Klima- und Erziehungsziele der Bundeskanzlerin Merkel nicht erfüllt. Weil der Bürger der Bundesrepublik Deutschland verstockt war und noch ist. Und müssen dafür bluten. Das hätten sie vermeiden können. Tankstellenpächter hätten nur mindestens 6 Mitarbeiter zusätzlich einzustellen brauchen, die rund um die Uhr und umschichtig, Kraftfahrer, die nach Kraftstoff lechzen, von der wunderbaren Schub – und Heilkraft des E – 10 überzeugen. Wieviele Tankstellen dadurch ruiniert worden wären, keine Ahnung aber der Bundeskanzlerin können solche Feinheiten egal sein, wie ihr auch die Millionen Arbeitslosen in Deutschland so ziemlich am Arsch vorübergehen.

Jedenfalls ist es furchtbar, daß die widerlichen Mineralölkonzerne, die Erdöllagerstätten erschliessen, das Öl fördern und es zu Kraftstoff verarbeiten, sowie an Tankstellen bereitstellen, damit der EDEKA oder REWE – Zulieferer auch morgen noch Milch und Brötchen bringt und Frauenprodukte, seine Verluste vom Kraftfahrer bezahlen lässt, statt Söldnerarmeen anzuheuern, wie das im Umgang mit jeder Bananenrepublik geschieht, die die Regierung Merkel aus dem Amt fegt und die Verursacherin des Debakels  ordentlich aburteilt. Übertragen zur besten Sendezeit. Und der schöne Gedanke, daß auch die Dienstwagen dieser Kanzlerin betroffen sind, ist kein Trost, denn auch für deren Unterhalt kommt nicht Frau Merkel persönlich auf. Wie sie übrigens für nichts persönlich aufkommt. Denn wir bezahlen ihr Gehalt und auch die Zeche ihrer fortdauernden verbrecherischen gesellschaftlichen Experimente. Ist das nicht schön und kein Grund zur Klage? Der Autor meint ja.

Und – Danke, DDR, denn solches wäre dort völlig anders gelaufen, wahrscheinlich auch der Grund, warum die restliche Freiheit, die hier ein karges Leben fristet, endgültig beseitigt gehört.

Chronologischer Ablauf: Die Vorsitzende des Zentralrats der Deutschen Demokratischen Republik und Staatsratsvorsitzende, Genossin Angela Merkel, legt der Sondersitzung des Zentralkommitees der CDU den Plan zur Einführung von „E 10“ vor, das, verkündet sie, wäre ein weiterer notwendiger Schritt zur Sicherung des Weltfriedens und zur Vergesellschaftung der immer noch privaten Mineralölkonzerne auf dem Boden der Deutschen Demokratischen Republik.

Das NEUE DEUTSCHLAND, Zentralorgan der Sozialistischen  Christlichen Deutschen Union, bringt eine Sonderausgabe zur Sitzung, mit dem vollständigen Abdruck der Rede der Genossin Merkel auf den Seiten Eins, Zwei, Drei und Vier. Die Seite 5 enthält durchweg positive Stellungnahmen aus Betrieben, Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, aus Universitäten und Schulen. Kritische Stimmen gibt es nur in Hinblick auf die Mineralölkonzerne, deren furchtbare Machenschaften in aller Welt und der heimischen Tankstelle hart und schonungslos angeprangert werden.

Die AKTUELLE KAMERA bringt eine Sondersendung. Betriebe und Regimenter der NVA marschieren geschlossen zu deren  Gemeinschaftsempfang. Soldaten die sich verdrücken, können den nächsten Kurzurlaub in den Wind schreiben, verdienten Produktionsarbeitern, die sich auf den Toiletten verstecken, wird die Jahresendprämie gekürzt, mit dem Rest sprechen die Genossen des Ministerium für Staatssicherheit freundliche aber bestimmte Worte.

Die Parteiorganisationen und der Sozialistische Christliche Jugendverband der CDU rufen ihre Mitglieder auf, als Antwort auf die Initiative „E – 1o“, noch intensiver zu arbeiten, weniger Ausschuß zu produzieren und nur die Hälfte der sonstigen Norm aus den Betrieben zu veruntreuen. Das stößt auf begeisterte Zustimmung. Fürs Erste.

Die folgenden vier Wochen verfolgt das NEUE DEUTSCHLAND und das Fernsehen der DDR die Entwicklung der Initiative „E 10 in den Tank!“ mit großer Aufmerksamkeit. In den Parteiorganisationen und Jugendorganisationen wird die bahnbrechende Rede der Genossin Merkel wieder und wieder analysiert, Transparente und Wandzeitungen werden gefertigt und schmücken die Straßen, Institutionen und Betriebe. Jugendfreunde, der Kampfreserve der Partei, agitieren nach Arbeit, Schule und Erledigung der Hausaufgaben, an Tankstellen die Kraftfahrer. Messerscharf wird die Frage gestellt: „Bist Du für E 10, Genosse, und den Weltfrieden“, oder sollen wir Dir Dein Auto demolieren?“ In fast allen Fällen sind die Autofahrer durchweg für den Weltfrieden.

Inzwischen kommt es zu Lieferengpässen an „E 10“, diese nutzt die Genossin Staatsratsvorsitzende, um den Mineralölgesellschaften Sabotage am friedlichen Aufbau des Sozialismus und Kriegsbrandstiftung vorzuwerfen. Der schüchterne aber sachliche Hinweis, es fehle an genügend nachwachsenden Rohstoffen, um die gewünschte Menge „E-10“ herzustellen, wird klar als imperialistisches Täuschungsmanöver erkannt.

Die Staatsratsvorsitzende und Generalsekretärin des ZK kündigt an, einen Generalplan zur Behebung dieses Mangels vozulegen, er beinhaltet nur den einen Punkt: Liquidierung der konterrevolutionären Kräfte, die sich in den Mineralölkonzernen verschanzt haben, und völlige Enteignung dieser Überbleibsel einer kapitalistischen Gesellschaft. …

Obwohl am Jahresende das Ministerium für Staatssicherheit in einem geheimen Bericht, der der Genossin Merkel vorgelegt wird, zum Schluß kommt, daß nach der Einführung von „E 10“ der Strassenverkehrs der DDR durch Ausfall von PKW und LKW durch Motorschäden erheblich zurückgegangen ist und die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern kaum noch gesichert werden kann, außer für Wandlitz, können sie dem Fazit der Großen Vorsitzenden nicht widersprechen. „Der Weltfrieden wurde gesichert.“

3 Responses to “Falschmeldung”


  1. 1 eulenfurz 26. August 2011 um 07:08

    Au wei, Mutti hat einen Schock bekommen, als sie das gelesen hat, denn sie meint, unsere Bundeskanzler_ine sei alternativlos und die schönste Königin, die wir je hatten. Aus Protest will sie ihren Smart nur noch mit Walnußkernöl betanken.

  2. 2 Karl Eduard 26. August 2011 um 07:34

    Dß sie die Schönste und Klügste im ganzen Land ist, das bestreitet ja auch niemand.

  3. 3 Sophist X 26. August 2011 um 10:48

    Typisch für kapitalistische Betriebe, sich das Geld für die Strafe über den Verkauf der Produkte wiederholen zu wollen. Dann ist es ja keine Strafe! Bei den Vorständen sind doch sicher noch ein paar Millionen zu holen, mit denen man schonmal anzahlen kann. Die Herren werden dann freilich die Firma wechseln, aber wer braucht die schon? Das Öl fließt auch ohne die. Und so ein Mineralölriese, der die Welt von der Droge Öl abhängig gemacht hat, hat sicher einiges an Rücklagen. Was will er denn damit? Sicher nicht den hungernden Kindersoldaten in Afrika helfen, sondern selbstsüchtig investieren, um noch mehr Produkte gegen Geld einzutauschen. Das stellt alles auf den Kopf, was man Presse und Politik über Wirtschaft beigebracht hat. Aber zum Glück ist die Presse wie stets hellwach und bellt laut, wenn jemand wegen marktwirschaftlicher Umtriebe die höheren Ziele zu verraten droht. Das Firmenvermögen muss direkt angezapft werden, zur Not mit einer Umwelt-Solidaritätssteuer die sich gewaschen hat! Das Kapital der Anleger und Rentenansparer soll sich in heiße Luft verwandeln. Das wird dem Konzern eine Lehre sein.


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