Archiv für 2. September 2011

Jetzt ist Grass am Arsch

Dieser hat den Deutschen 6 Millionen Tote in Kriegsgefangenschaft zugeschrieben und damit das in der deutschen Rechtsprechung allgemein anerkannte Schema, daß der Täter eigentlich auch ein Opfer ist, unklug angewendet. Niemand von deutschen Politikern, Journalisten oder sonstigen Kaffeehausschwätzern bestreitet das sonst. Jeder Messerstecher ist auch immer ein schlimmes Opfer seiner Messerstechergelüste, jeder Ehrenmörder und Kinderschänder ist innerlich ganz verzweifelt darüber, geehrenmordet oder gekinderschändet zu haben, diese Argumentation springt uns täglich an – aber 6 Millionen? 6 Millionen, das ist diese, ähm, magische Zahl, die in Zweifel zu ziehen, im freien Deutschland, schon etliche Leute ins Gefängnis brachte, als lebten sie unter Assad.  Nein, lieber Herr Grass, es gibt nun mal qualitativ gesehen, edlere Tote und Tote, die es verdient haben. Deutsche Kriegsgefangene gehören zweifellos dazu, trotz aller Verträge und Menschlichkeit und dem ganzen Scheiss.  Das sollte man als Intellektueller doch wissen. Oder nicht? Kommt noch so weit, daß Deutschland ewige Wiedergutmachung fordert. Pah!

Politiker empfehlen weiche Sohlen

Als ernste Konsequenz aus den diversen täglichen versuchten Tottretereien, die ja jeder anständige Feuilletonist sehr gut verstehen kann, empfehlen deutsche Politiker den mutmaßlichen Tätern Schuhe mit weichen Sohlen. Zum Schutz der Täter.  Torben P. hatte am Tattag graue Sneakers mit flexibler Sohle angezogen. Wäre es eine harte Sohle gewesen, hätte er nun vermutlich ein Menschenleben auf dem Gewissen. So würden ihm weiterhin alle Möglichkeiten in Deutschland offen stehen, einmal Karriere zu machen, vielleicht sogar als Außenminister oder Talibanversteher. Und darum geht es, so ein Regierungssprecher, daß junge Menschen, die einmal gefehlt haben, nicht fallen gelassen werden von der Gesellschaft und wenn sie schon nicht aufhören könnten, gegen andere Menschen Gewalt anzuwenden, was ja verständlich sei, dann möchten sie wenigsten Schuhwerk mit weichen Sohlen tragen, damit das Opfer nicht heimtückischerweise verstirbt und ihnen das weitere Leben, so vier bis fünf Monate lang, am Ende noch versaut. Man kennt das ja, von diesen Opfern. Nichts tun sie lieber, als jungen Leuten das Leben zu verpfuschen.

Voll emanzipiert

Unter Frauenberufe schreibt die  *Wiener Illustrierte Zeitung vom 01.09.1911*:  … Und durch alle Jahrhunderte hindurch hat es Frauen gegeben, die manch gelehrtes Buch herausgaben oder als Dichterin, Malerin sich geltend machten, Da wußte man noch nichts von Emanzipation, aber sie vollbrachten das, weil das Genie in ihnen war, weil sie das zu einer Sonderstellung drängte.

Nein, diese Frauen hatten keiner Anlehnung an männliche Vorbilder bedurft! Unter den modernen Frauen ist es Mm. Curie in erster Linie, die sich einen Platz in der Weltgeschichte gesichert hat. Wissenschaft ist wohl das den Frauen am schwersten zugängliche Gebiet. Denn hier heißt es Gemüth und Phantasie ausschalten und nur mit dem Verstande arbeiten. Aber Mm. Curie hat es zuwege gebracht, und indem sie mitgeholfen hat, das Radium zu erfinden, hat sie der Wissenschaft einen ungemein großen Dienst erwiesen.

Nun können die Feinde der Frauenarbeit einwenden, daß eben diese Persönlichkeiten nur Ausnahmen waren, das Durchschnittsweib jedoch immer und zu allen Zeiten so war und so bleibt, wie sie behaupten, da kann man nun ganz ruhig einwenden; auch unter Männern gibt es solche, die nichts Außergewöhnliches zu leisten vermögen: Mittelmäßigkeit ist auch bei ihnen das eigentlich Dominierende. Genie ist immer selten. Darum ist es eben das Genie. Es läßt sich selten zu einem Menschenkind hernieder und gibt ihm sein Schicksal. …

Bild: Maurerin auf der Höhe des Berliner Rathausturmes. Quotenmäßig in der deutschen Volkswirtschaft stark vernachlässigt.  


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