Und nicht über und nicht unter

andern Völkern wolln wir sein.  Stockholm, 8. September. (1939) „Stockholms Tidningen“ veröffentlicht am Freitag den Bericht ihres Berliner Korrespondenten über den Flug der Auslandspresse nach Bromberg und den furchtbaren Terror, den die Polen in Bromberg ausgeübt haben. Der Bericht hat folgenden Wortlaut:

Bevor die deutschen Truppen Bromberg besetzten, ereignete sich am Sonntag und in der Nacht  zum Montag eine furchtbare Bartholomäusnacht. Ich flog heute morgen zu einem pommerschen Militärflugplatz und setzte dort die Fahrt durch den eroberten Korrodor mit dem Auto fort. Überall waren gesprengte Brücken und menschenleere Gebiete, wo die ersten Kämpfe tobten. Bromberg selbst weist Spuren erbitterter Kämpfe auf. In den Häusern sieht man eine Masse Geschoßeinschläge. Eine unbeschreibliche Schreckensstimmung liegt noch über der Stadt.

Der Sonntag war fürchterlich. Nachdem die polnischen Truppen abmarschiert waren und ehe die Deutschen kamen, fing ein entsetzliches Massaker in der ganzen Stadt an. Die Anzahl der ermordeten und und verstümmelten Menschen – Deutsche und Polen – die unter dem Verdacht standen, deutschfreundlich zu sein – wird ungefähr auf 1000 berechnet. Ich fotografierte selbst einen großen Teil der  großen Leichenhaufen, die noch heute auf den Straßen und in den Wäldern am Rande der Stadt, sowie in den Gärten lagen. Aber die Photografien sind zu entsetzlich und grauenhaft, um überhaupt in den Zeitungen veröffentlicht werden zu können. Selbst die Polen sind vor Entsetzen gelähmt. Was ich heute sah, habe ich niemals während des Weltkrieges erlebt und auch nicht während des schlimmsten Bürgerkrieges in Deutschland, wie zum Beispiel bei dem Kommunistenaufstand in Hamburg und an anderen Orten. Die Menschen sind regelrecht geschlachtet worden.

Den ganzen Tag über sah man heute in Bromberg Feldpolizei Insurgenten mit erhobenen Händen vor sich herführen. Polizei untersucht jeden Winkel von Bromberg und die Truppen säubern die Wälder. In den Kellern hat der größte Teil der Bevölkerung drei Nächte ohne Verpflegung gesessen. Eine Masse von Ihnen wurde jedoch von Insurgenten aufgestöbert und ermordet. Man rechnet damit, daß jetzt noch viele in den Kellern sitzen, weil sie nicht wissen, daß sich die deutschen Truppen in der Stadt befinden. *Freiburger Zeitung 09.09.1939*

Nun, natürlich sind das alles olle Kamellen, ähnliche ollen Kamellen werden aber täglich dazu benutzt, Deutschland politisch zu erpressen. Oder hat schon mal jemand gehört, daß ein deutscher Regierungsschef, deutsche Presse oder ein deutscher Außenminister versucht hat, Polen mit dem Hinweis auf Bromberg den eigenen Wünschen geneigter zu machen? Ein Ding der Unmöglichkeit!  Nicht? Schwamm drüber, über Bromberg und andere Orte! 

Bild: *Wiener Neueste Nachrichten 15.09.1939* Der Autor meint, natürlich muß die Bildunterschrift anders lauten, von heute aus gesehen. SS – Männer und Angehörige der Wehrmacht, denen man dafür Sonderurlaub versprochen hatte, zwingen polnische Frauen, Männer und Kleinkinder, erst ihre Gräber zu schaufeln, um sie dann anschließend zu erschiessen. Leider war Polen damals zu schwach, um Deutschland vom Hitlerfaschismus zu befreien. Die Deutschen konnten so noch bis in den Mai 45 ihre Bluttaten begehen.

2 Responses to “Und nicht über und nicht unter”


  1. 1 Der Gerechte 9. September 2011 um 07:32

    Offensichtlich handelt es sich bei diesen Frauen, Kindern und Männern um überzeugte Nazis. Also Deutsche eben. Aus diesem Grund müssen sie nicht erwähnt oder vielleicht sogar noch bemitleidet werden.
    Mich machen diese Schicksale unendlich traurig. Aber für die Aufklärung solchen Unrechts, wird sich wohl in Deutschland niemand mehr interessieren.

  2. 2 VolkerStramm 10. September 2011 um 08:25

    Natürlich waren die ermordeten Frauen, Kinder und Männer überzeugte Nazis. Genau wie die zur gleichen Zeit in Jedwabne ermordeten Juden.


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