Abbitte an Wulff

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, hiermit möchte sich der Blogwart innigst bei Ihnen entschuldigen. Natürlich gehört der Islam zu Deutschland, wie obige Werbung aus dem Jahre 1911 beweist. Daß es da aber immer noch stehen darf, obwohl Wikipedia dazu ausführt: Der Architekt und spätere Schwager Hitlers, Martin Hammitzsch entwarf daher auf Anregung von Zietz ein Bauwerk in einem fantasievollen „orientalischen“ Stil, das mit der farbig verglasten Kuppel und dem als Minarett getarnten Schornstein von außen wie eine Moschee wirkt. Dieses Erscheinungsbild prägte den umgangssprachlichen Namen „Tabakmoschee“. – Das ist doch ein starkes Stück. Da sieht man wieder einmal, wie wichtig es doch ist, heutzutage, den Anfängen zu wehren und bei Aufträgen an Handwerker oder Architekten schon im Vorfeld abzuklopfen, ob sie nicht einmal, so in 20 oder 30 Jahren, zur Verwandtschaft eines Diktators gehören könnten.

5 Antworten to “Abbitte an Wulff”


  1. 1 Sophist X 21. September 2011 um 05:38

    Die stellenweise herzrührende Multikultiprosa des Wikiartikels könnte fast vom Präsidenten persönlich geschrieben sein. Herr Wulff, haben Sie einen Wikipediaaccount?
    Wie ich dem Artikel entnehme, gab es schon damals Ewiggestrige, die sich an den Versuch der Teilhabe des türkischen Heeres an den Gemeinwesen Mitteleuropas erinnerten und denen das kulturelle Verständnis für Raub, Mord und Vergewaltigung fehlte, wie wir es heute unter der Führung Wulffs so strebsam entwickeln.
    Dass es damals ein wenig die Sensibilität mangelte und man einem weltlichen Zweckbau die Gestalt eines islamischen Zweckbaus gab, mag man mit dem seinerzeitigen Fehlen eines wachsamen islamischen Zentralrates in Deutschland entschuldigen. Seitdem gab es ja bedeutende Fortschritte in dieser Hinsicht.

  2. 2 Blond 21. September 2011 um 06:00

    Das „Orientalische“ faszinierte die Leute hier in Europa schon immer –
    gemeint sind die romantischen Vorstellungen von Prunkbauten, Edelmut, Herrlichkeit der Herrschaften, des Harems, der Kamelkarawanen durch die Wüste und vieles Dergleichen mehr.
    Ist Heute mit dem Denken über Mittelalter und der Faszination, die die Leute auf (sehr oft nur sogenannte) Mittelaltermärkte treibt, genauso.
    Die Realität der „miesen“ Aspekte wird einfach ausgeblendet.
    Denn der Strom kommt ja weiterhin aus der Steckdose, das Krankenhaus ist gleich um die Ecke und wenn’s zu kalt wird, stellt man eben die Heizung an. 😀
    P.S.: „Salem No. 6“ war die Zigarettensorte meines Vaters.

  3. 3 Prosemit 21. September 2011 um 06:22

    Der Unternehmer Hugo Zietz importierte den Tabak für seine Zigaretten aus dem Anbaugebiet von Yenidze, einem Ort in Nordgriechenland, der zur damaligen Zeit noch unter osmanisch-türkischer Verwaltung stand. Anfang des 20. Jahrhunderts bestand in Dresden die Vorschrift, im Weichbild des Zentrums kein Fabrikgebäude zu errichten, das als solches erkennbar war. Deswegen wollte Zietz auf dem Grundstück direkt an der Eisenbahntrasse unweit der Dresdner Innenstadt ein orientalisierendes Gebäude errichten, das dieser Forderung entsprach und gleichzeitig auch ein einprägsames Werbemonument für seine Orientalische Tabak- und Zigarettenfabrik „Yenidze“ schaffen. Der Architekt und spätere Schwager Hitlers, Martin Hammitzsch entwarf daher auf Anregung von Zietz ein Bauwerk in einem fantasievollen „orientalischen“ Stil, das mit der farbig verglasten Kuppel und dem als Minarett getarnten Schornstein von außen wie eine Moschee wirkt. Dieses Erscheinungsbild prägte den umgangssprachlichen Namen „Tabakmoschee“.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Yenidze

  4. 4 Blond 21. September 2011 um 06:24

    Siehe unter dem Begriff ‚Orientalisierender Historismus‘ – „maurischer“ Stil,
    aber auch schon früher, so z.B. um 1780 die „Rote Moschee“ von Pigage im Park (Türkischer Garten) von Schloss Schwetzingen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Historismus
    (-http://de.wikipedia.org/wiki/Orientalismus_(Kunst)-)

  5. 5 Rudi Ratlos 22. September 2011 um 10:20

    Ich befürchte, daß das Ding wirklich noch als „islamisches Kultur- und Bebegnungszentrum“ umgebaut wird.
    Die dürften schon längst ein Auge auf das schöne Gebäude geworfen haben. Da sist ja nach der Restaurierung ein recht leerstehendes Bürohaus geworden. Oben ist ja noch ein Restaurant.

    Wenn sich ein solventer Scheich meldet, setzen die das um und die örtliche (importierte Wessi-)Schickeria wird einen Multikultiorgasmus nach dem anderen bekommen… 😦


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