Archiv für 24. September 2011

Schieß drauf!

Triumph für alle Kaffeehauskrieger vom Schlage eine H. M. Broder. Gaddafi endlich erlegt. Nun ja, nicht dieser Gaddafi, sondern Frau und Tochter. Und nicht mal Gaddafis Frau und Tochter. Sondern Namensvettern. Dennoch. Ein schöner Erfolg für die von der NATO bezahlte, herbeigebombte Opposition und alle heimischen Kriegstreiber, die als Kosmopoliten die Welt bereisen und sich mit Hofnarreteien ein Zubrot verdienen.  Wir wissen aber, daß das in einer Demokratie nicht Kriegstreiben heißt, sondern Recht auf Rede – und Meinungsfreiheit.  Außerdem, was heißt schon Unschuldige? Jeder gute Kommunist weiß doch, für eine bessere Welt müssen auch mal Opfer gebracht werden, vorzugsweise durch andere. Wie viele abgeknallt wurden, nur so, weil sie nicht   Gaddafi hiessen, das kümmert eh keinen Gutschwätzer.

Von den Verbrechen der Europäer

in Afrika berichtet Österreichs Illustrierte Zeitung: In der Bekämpfungsaktion der Schlafkrankheiten am Tanganiyka – See stellen sich große Schwierigkeiten ein. Das Hauptmittel ist das Freischlagen der Wege, der Absonderung verseuchter Dörfer und Wasserstellen; es sind aber nicht genug Leute zur Erledigung dieser Agenden vorhanden. Das Heranziehen von Leuten aus der weiteren Umgebung ist aber gefährlich, da diese leicht die Krankheit weitertragen können. Besonders die Oelpalmenwälder sind ein bevorzugter Aufenthalt der Glossina papalis, der eigentlichen Krankheitsträger. Der Autor meint, der Glossina palpalis  ins Handwerk zu pfuschen, ist eines der schlimmsten Verbrechen der Europäer in Afrika.

Das deutsche Kaiserreich hält seine Bevölkerung in geistiger Armut: Förderung des Volksbildungswesens in Preußen. Die Förderung des Volksbildungswesens läßt sich die preußische Staatsregierung besonders angelegen sein. In den letzten zehn Jahren wurde eine Millionen Mark zu Beihilfen für öffentliche gemeinnützige Volksbibliotheken verwendet. Fortan sollen im Staatshaushalt regelmäßig Mittel zur Förderung  der Volksbibliotheken auf Grund des hervorgetretenen Bedürfnisses gefördert werden. Der Autor meint, damals wurden auch Arbeiter-, Bauern- und Handwerkskinder noch gezwungen, Lesen und Schreiben zu lernen, das war aber auch unter diesem abscheulichen Kaiser. Heute, in der Demokratie ist so etwas, Demokraten sei Dank, nicht mehr nötig.

Wer hat Afrika den Fortschritt geklaut? Richtig, die Europäer. Sonst hätten findige Neger längst den Elektropflug erfunden. Technisches. Neue landwirtschaftliche Maschinen in Amerika.  Die allerneueste Errungenschaft sind Dreschmaschinen, die das ausgebrochene Korn gleich „sacken“, das heißt in Säcke einfüllen. Vorerst werden sie ebenso wie der Dampfpflug meist noch mit Dampfmaschinen, mit Lokomobilen getrieben. Aber schon spannt sich über die Felder die Hochspannungsleitung der elektrischen Zentrale und wenn ein Feld gepflügt werden soll, so tritt jetzt bereits der elektrische Pflug in Tätigkeit. Man verbindet dann einen Motor mit einem Drahte der Hochspannungsleitung und führt ihm auf diese Weise Strom zu. Dann zieht er den Pflug über das zu pflügende Feld hinüber und herüber und in kurzer Zeit ist es gleichmässig durchgepflügt. *Österreichs Illustrierte Zeitung*

Bild: Während Afrikaner hungern, weil sie die meiste Zeit schlafen, wegen der Menschenrechte der  Glossina palpalis , fressen ihnen die reichen Europäer die Gemsen weg. Ein schwarzes Kapitel, das bis heute noch nicht aufgearbeitet wurde.


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