Unglaublich

Während sich 1911 die DSDS – Stars hochherrschaftlich zwischen Glas, Holz, Leder und edlen Stoffen räkeln, muß der unterdrückte Chauffeur im Freien chauffieren. In Sturm und in Brand, sozusagen. Wer hätte das gedacht? Zum Glück hat die Internationale, die auch in Deutschland das Menschenrecht erkämpft, mit diesen Unterschieden aufgeräumt. Automobilbauer war damals noch ein richtiger Handwerksberuf, wie man in dieser Zeitungsausgabe erfahren kann, natürlich mußte vorher jemand so ein Gefährt planen und jede Menge Leute über das Zusammenspiel der Einzelteile Kenntnis besitzen. Wenn heute die Städte voll sind von Autos, so ist uns das nicht vom Himmel gefallen. Deswegen zeugt jedes Teilhabgeschwätz Linker von Unwissenheit und Ahnungslosigkeit und einer Verhöhnung der Anstrengung der fleissigen Arbeiter, Wissenschaftler und Ingenieure, die unseren Fortschritt erst möglich machten.

5 Responses to “Unglaublich”


  1. 1 eulenfurz 14. Oktober 2011 um 07:15

    Da tatte man sich noch die Kutsche zum Vorbild genommen.

  2. 2 Sophist X 14. Oktober 2011 um 07:38

    Die Rolle des Automobils beim revolutionären Wandel in der Welt scheint kaum hinreichend untersucht.
    In der Tat mussten auch die Pferdekutscher im Freien sitzen. Waren sie dort jedoch noch in der glücklichen Lage, ihre Unterdrückungserfahrung mit Zügel und Peitsche an die untergeordnete Kreatur an der Deichsel weitergeben zu können, war das nach der Automobilisierung nicht mehr gegeben. Die gerechte Wut der Entrechteten richtete sich fortan nach hinten gegen die Unterdrücker im Fond, die sie für ausgebeutetes Geld bei Wind und Wetter die vornehmen Hintern herumfahren ließ.
    Man sollte sich hüten, hier den revolutionären Ansatz durch den evolutionären zu Verwässern.

  3. 3 Blond 14. Oktober 2011 um 08:55

    Autos mit offenem Fahrer-(und Beifahrere-)Sitz eignen sich Heute nur bedingt:
    Dreister Raub
    Diebe rasen mit Auto in Berliner Juweliergeschäft

    Freitag, 14. Oktober 2011 09:01
    Mit einem Auto sind bislang Unbekannte am Freitagmorgen in Berlin-Reinickendorf in das Schaufenster eines Schmuckgeschäfts gefahren. Dann raubten sie die Auslagen.
    Unbekannte Täter sind am frühen Freitagmorgen mit einem Auto in die Schaufensterfront eines Juweliergeschäftes am Wilhemsruher Damm in Berlin-Reinickendorf gerast. Dort stahlen sie Schmuck und flüchteten zu Fuß mit ihrer Beute, wie die Polizei berichtete.
    Zum Wert des Diebesguts lagen keine Angaben vor. Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hatte zwar den Knall gehört, als das Fahrzeug ins Schaufenster fuhr. Er kam aber zu spät, um die Täter noch zu fassen.
    Das am Tatort zurückgelassene Fahrzeug war nach Angaben der Polizei kurz zuvor in der Treuenbrietzener Straße gestohlen worden.
    dpa/sei“

  4. 4 eulenfurz 14. Oktober 2011 um 09:35

    …ihre Unterdrückungserfahrung mit Zügel und Peitsche an die untergeordnete Kreatur an der Deichsel weitergeben zu können, war das nach der Automobilisierung nicht mehr gegeben.

    Doch, über das Gaspedal. Das macht das unterdrückte Prekariat doch heute noch, seine Stahlesel auf Autobahnen bis zur Vergasung zu treten.

  5. 5 An Don 14. Oktober 2011 um 13:08

    Arbeiter, Wissenschaftler und Ingenieure sind doch schon immer Hand in Hand gen (roten) Sonnenuntergang maschiert 😉
    Aber warum verwundert es Dich, dass der Autoingenieur von heute mal Handwerker war? Der Maler war doch auch mal Handwerker. Und bei dem Ansehen was die Handwerksgilde heute noch genießt (nachlesen) kommen da bestimmt auch noch ein paar Spezialisierung.


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