Archiv für 3. Februar 2012

Nicht hilfreich

Die Freiburger Zeitung vom 03.02.1935 teilt mit: „Falsche Beschuldigungen gegen Pola Negri. Amtlich wird mitgeteilt: Gegen die Schauspielerin Pola Negri sind in der letzten Zeit in der Presse mehrfach schwere Anschuldigungen erhoben worden. Auf Befehl des Führers und Reichskanzlers sind diese Beschuldigungen geprüft worden und es ist hierbei festgestellt worden, daß keinerlei Beweise für die Richtigkeit der gegen Frau Pola Negri erhobenen Vorwürfe erbracht werden konnten. Es liegt hiermit kein Grund vor, gegen die künstlerische Betätigung von Frau Pola Negri in Deutschland Stellung zu nehmen, um so mehr, als auch die Behauptung sich als unwahrscheinlich erwiesen hat, daß Frau Pola Negri jüdischer Abstammung sei. Sie ist Polin, also Arierin.“

Offenbar, vermutet der Blogwart, haben es da Hitlers journalistische Helfer, also die investigativen Herausfinder in den Zeitungen, etwas übertrieben mit ihrem Eifer, die Wünsche des damaligen Führers und Reichskanzlers von seinen Augen abzulesen und diese hernach niederzuschreiben. Die Wünsche. Man kann also sagen, die Journalisten waren auch schon damals nur dem Ethos der Herrschenden verpflichtet. Es ist aber gut, daß sie aus dieser schrecklichen Zeit von 1933 – 1945 intensiv gelernt haben. Nie würden sie sich heute dazu hinreissen lassen, Leuten nach dem Munde zu schreiben, nur weil sie vermuten, daß die Politik es so verlangt. Und das ist auch gut so.

Der Westen kapituliert

 

Der Westen kapituliert vor Terror und Korruption. Titelt die Welt und festgestellt hat das ein Richard Herzinger weil, sagt er, wenn der Westen jetzt aus Afghanistan abzieht, dann wäre das eine Kapitulation vor Korruption, Kriminalität, Gewalt und Terror. Um das festzustellen, meint der Blogwart amüsiert, muß man nicht einmal nach Afghanistan schauen. Ein Gang durch deutsche Innenstädte oder Politikerbüros genügt. Oder ein Blick auf brennende Autos, geplünderte Geschäfte oder angegriffene Polizeiwachen. Wo sich der deutsche Staat in Deeskalation übt. Ja, selbst ein Blick in den Amtssitz des amtierenden Bundespräsidenten, den der Bürger laut Umfragen für seine Mitnahmementalität äußerst sympathisch findet, dürfte ausreichen, um festzustellen, der Westen hat nicht nur vor Korruption, Kriminalität, Gewalt und Terror kapituliert, er hat dafür sogar eine reiche Willkommenskultur entwickelt, in der Ganoven bis in höchste Staatsämter aufsteigen können. Ist das nicht prima? Der Blogwart meint ja.

Bild: 1912: Eine bis an die Zähne bewaffnete Wählerversammlung auf Kreta: Einwohner von Gorgolajni begeben sich vollständig bewaffnet, zur Vornahme der Wahl einiger ins griechische Parlament abzusendender Deputierter. Waffen zu tragen, auch in Deutschland, war vor 100 Jahren völlig normal. Normal war auch, daß Fürsten ohne großartigen Personenschutz durch ihre Staaten reisen konnten. Weil wir aber heute eine Demokratie sind, in der die Volksvertreter nichts mehr fürchten als das bewaffnete Volk, ist der Waffenbesitz nur noch wenigen Ausnahmen, inklusive Politikern gestattet. Es ist eben eine Frage des Vertrauens.


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