Archiv für 5. Februar 2012

Was ganz anderes!

 

Wenn Hitler am 1. September 1939 Polen angreift, weil er der Meinung ist, er kommt damit einem Angriff der polnischen Streitkräfte zuvor, dann müssen wir uns immer wieder sagen, daß, wenn Israel das tut, also einen anderen Staat anzugreifen, es etwas völlig anderes ist! Israel ist nämlich eine Demokratie, die sich nur selbst verteidigt, während Deutschland damals keine Demokratie war, weshalb das Recht,  präventiv einen anderen Staat mit Krieg zu überziehen,  nach 1945 mit dem Recht der Kriegssieger als Kriegsverbrechen gegeisselt wurde, es sei denn, der Krieg geht von einer Demokratie aus. Die iranischen Menschen werden dafür größtes Verständnis aufbringen. Dessen ist sich der Blogwart sicher. Die Deutschen haben sich damals ja auch über jeden Bombenteppich gefreut, als Zeichen der Hoffnung. Und vielleicht wurde man damit ungeliebte Verwandte los und die Wohnung hätte nächstens sowieso renoviert werden müssen.

Besonders dringlich wird dieser erneute Präventivkrieg Israels ja, weil  Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad  „so gefährlich für die Welt wie Hitler in den 30er-Jahren ist.“ Hier muß man jetzt zustimmen, denn die damalige Welt war auf das Saarland, das Rheinland, die Sudentengebiete und Österreich beschränkt, der Rest der Welt war noch gänzlich unerforscht. Und daß Polen damals versucht hat, uns von diesem Diktator zu befreien, durch Abschlachten der eigenen nationalen Minderheiten, also auch der Deutschen, um ihnen damit westliche Werte zu bringen, dafür empfinden wir heute immer noch tiefste Zuneigung zum östlichen Bruderstaat.

Der Blogwart ist im übrigen der Meinung, jeder Staat hat das Recht, für seine Existenz mit allen Mitteln zu kämpfen. Jeder Staat. Also auch der deutsche.

Bild: Geschmacklose Propagandazeichnung, von der wir heute wissen, wie falsch und verlogen sie ist. Und außerdem völlig unsensibel. Text: „Polen liegt zerbrochen! Und wir werden alles zerbrechen, was sich unserem Lebensrecht entgegenstellt.“ Heute sind wir einsichtiger. Wir bevorzugen den Selbstmord.

U – Boot havariert

 

Das britische Unterseeboot „A 3“ , eines der ältesten der 13 Boote umfassenden Gruppe der Unterseefahrzeuge der englischen Flotte, ist dieser Tage in leichtem Nebel bei einer Torpedoübung mit dem Kanonenboot „Hazard“ zusammengestoßen und infolge des erlittenen Lecks, das die Überflutung des Bootes mit Wasser bedingte, sofort gesunken. An Bord des untergegangenen Unterseebootes befanden sich vier Leutnants und zehn Matrosen. Jede Hoffnung auf Rettung der Besatzung des untergegangenen Bootes ist aufgegeben.  *Österreichs Illustrierte Zeitung 11. Februar 1912*

London: Bei der britischen Admiralität ist folgendes Beileidstelegramm eingegangen: „Seine Majestät der deutsche Kaiser hat soeben ein Wolff – Telegramm erhalten, in dem ihm die Verluste des Unterseebootes A 3 gemeldet werden. Seine Majestät wünscht seine tiefgefühlte Sympathie für die braven Leute auszudrücken, die ihr Leben bei dem schrecklichen Unglück verloren haben. gez. Admiral v. Müller.“ Von dem Ersten Lord der Admiralität ist daraufhin nachstehende Antwort auf das Beileidstelegramm, das vom Chef des königlichen Marinekabinetts gezeichnet war, abgesandt worden: „Im Namen der Lordkommissare der Admiralität bitte ich Sie, Sr. kaiserlichen Majestät für die Botschaft der Sympathie zu danken, die soeben bei uns eingegangen ist, und für die Versicherung, daß dieses Unglück die Offiziere der britischen und deutschen Marine in gemeinschaftlicher Trauer vereinigt.“  * Freiburger Zeitung, Montag, 1912 *

 

Der kälteste Tag dieses Winters, vielleicht sogar seit Jahren, dürfte wohl der gestrige Sonntag gewesen sein, denn der Thermometer zeigte in der Stadt in der Morgenfrühe die außerordentlich niedere Temperatur von – 16 bis – 18 Grad. In den äußeren Stadtteilen, besonders in der östlichen Oberwiehre, dürfte der Thermometer noch tiefer gestanden haben. Die Kälte hielt den ganzen Vormittag an und machte erst in den Spätnachmittagsstunden einer etwas milderen Temperatur Platz. Der Himmel bedeckte sich wieder mit Schneewolken und in der Nacht zum Montag trat wiederum leichter Schneefall ein.

Der wenn auch etwas kalte, aber infolge völliger windstille für Wintersportler geradezu ideal geschaffene Tag hatte die Anhänger des Ski – und Rodelsports in hellen Scharen in die engere und weitere Umgebung gelockt. Namentlich in den Vormittagsstunden des Samstags und des Sonntags war der Andrang zur Höllentalbahn ganz gewaltig. Die sonstigen Passagiere verschwanden völlig unter den Scharen der Schneeschuhläufer, unter denen auch ganz besonders die Damen ganz außerordentlich stark vertreten waren.   * Freiburger Zeitung, Montag, 1912 *

Kühner Testflieger. Aus Paris, 4. Februar, wird berichtet: Der Schneider Franz Reichelt wollte heute sein für die Aviatik  bestimmtes Fallschirmkostüm erproben und sprang von der ersten Plattform des Eiffelturms herab. Der Fallschirmapparat des Kostüms versagte. Reichelt stürzte ab, brach das Rückgrat und beide Beine. Er blieb auf der Stelle tot. …   * Freiburger Zeitung, Montag, 1912 *

In diesem Zusammenhang, sagt der Blogwart, muß die kostenfreie Überlassung eines PKW für den geldklammen Bundespräsidenten durch diesen Automobilhersteller völlig neu bewertet werden. Wer weiß, wievielen Menschen die Frau des Bundespräsidenten, und auch er selbst, durch seine Testfahrten, die ein halbes Jahr gedauert haben sollen, das Leben gerettet hat? Hunderten? Tausenden? Und wie wird ihm gedankt? 


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