Archiv für 7. Februar 2012

Verdammte Bildungsungerechtigkeit

Tanga. Wie fängt man Enten? Das Problem hat der Negerjunge, der vor kurzem einem hiesigen Restaurateur die ihm gestohlenen Enten wieder verkaufte und der neuerdings wiederum beim Entendiebstahl gefaßt wurde, wobei man auch „sein System“ kennen lernte, auf sehr sinnige Art gelöst. Er band etwas rohes Fleisch an eine Schnur und warf den angebundenen Köder den Enten zu. Nachdem die Ente den Köder verschluckt hatte, zog sie der Junge an dem übriggebliebenen Stück Schnur heran und die Ente war „verkaufsbereit“.

Nachdem er nun abermals beim Entendiebstahl abgefaßt wurde, wurde der ca. 12 – jährige Bengel zu 14 Tagen verurteilt. Nunmehr werden diese geschätzten „Sonntagsbraten – Vögel“ teurer werden, denn man kann sagen was man will: er hat seine Enten billig verkauft! Und daß er tüchtig gefangen hat, geht schon daraus hervor, daß er einem Restaurateur seit drei Monaten, bei verschiedenen anderen Häusern in Tanga im gleichen Zeiträume ebenfalls Dutzende von Enten verkauft hat!

Während die meisten „schweren Brüder“ unter den Daressalamer Einbrechern gegenwärtig hinter Schloß und Riegel sitzen, finden sich doch immer wieder neue Vertreter der Diebeszunft ein, die allerdings dank der Vigilanz der Daressalamer Lokalbehörde meist bald unschädlich gemacht werden.

So stahl vor einigen Tagen ein Neger in der Rothbletzschen Möbelfabrik zwei eichene Stühle im Wert von 36 Rp. und versilberte dieselben in der Stadt für 5 Rp..  Er erhielt 6 Monate Kette dafür. Die kleinen Bengel, die sich vor etwa einem Jahre mit Schmiere stehen als „Anfänger“ bei Einbrüchen beteiligt hatten, sind vom Bezirksamt nach Verbüßung ihrer Strafe nach der Insel Kwale verschickt worden, wo sie fleißig in den Shamben arbeiten müssen. Das beste Erziehungsmittel.  *Deutsch Ostafrikanische Zeitung 07.02.1912*

Der Blogwart meint: Während sich 1912, nur wegen ihrer Rasse und Hautfarbe, schwarze Facharbeiterlehrlinge in Afrika ein Zubrot mit Entenhandel verdienen müssen, um sich später einmal ein Lesebuch kaufen zu können, schwingen sich weiße Sprösslinge privilegierter Pilgerväternachkommen per Fahrrad und Erfindungsgeist in die Luft, wieder etwas, was der Westen den Naturvölkern angetan hat und an dem sie heute noch ausgiebig zu tragen haben. Hätte das Kaiserreich Deutsch – Ostafrika nicht kolonisiert, wo könnten die Afrikaner heute sein? Auf dem Mars. Mindestens.

Unwetter in Spanien und Portugal

Unwetter in Spanien und Portugal. Paris, 7. Februar. (W.T.-B.) Aus verschiedenen Teilen Spaniens und Portugals werden große Unwetter berichtet. In Sevilla wurde durch Hochwasser großer Schaden angerichtet. In Nord- und Südportugal sind durch Überschwemmungen zahlreiche Eisenbahnlinien zerstört worden. * Freiburger Zeitung 07.02.1912

* Bild: Grosse Überschwemmungen in Südspanien: König Alfons von Spanien (X) fährt mit seiner Suite durch die überschwemmten Straßen und Parkanlagen. Der Blogwart meint, das hätte nicht sein müssen. Bei rechtzeitiger Umstellung auf regenerative Energien hätte sich diese Katastrophe sicher verhindern lassen.


Februar 2012
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829  

Blog Stats

  • 2.156.426 hits

Archiv