Archiv für 10. Februar 2012

Hängt ihn höher!

Kevin Barth hat es getan. Das, was man in Deutschland nicht tut, wegen des Holocaust und der ewigen Schuld, der Scham,   des ewigen „Asche aufs Haupt streuen“ und der Verpflichtung, die immer weniger neugeborenen Deutschen anzubrüllen: „Du alte Nazisau hast die Juden ermordet!“ Kevin Barth hat offenbar wie ein echter Pirat gesprochen. Ohne sich vorher das Hirn mehrfach zu zermartern, wie es ankommt. Wie es sich auf seinen weiteren Lebensweg auswirkt. Ein Neueinsteiger in die Politik, nach seiner Twitterei zu schließen. Grün hinter den Ohren. So findet Kevin Barth den Juden an sich unsympathisch und nicht den Deutschen oder den deutschen Nazi. Vielleicht den ja auch, aber über den Juden hat er getwittert. Pfui Deibel!

Wie sieht das eigentlich aus, ist es strafrechtlich bewehrt, jemanden oder eine ganze Gruppe pauschal unsympathisch zu finden? Darf jemand Leute nicht mögen? Katholiken, Scientologen, Deutsche, Juden? Erstere gewiß. Letztere nimmermehr. Wegen der Schuld.

Wie hat es denn damals angefangen? Grassierende Unsympathie gegenüber Juden in der ganzen Welt und am Ende sind sie zu Millionen tot. Über die Zahl wird immer noch gestritten, mit Sicherheit wissen wir aber, die Dunkelziffer der wegen Antisemitismus Ermordeten wird jedes Jahr höher, ungefähr in dem Maße, wie die Überlebenden der eigenen Ermordung weniger werden. Wenn dann der Letzte seiner Art gestorben ist, wird man dem „Wider das Vergessen“ wohl mit Klonen abhelfen müssen. Denn daß jemand einmal Auschwitz vergißt und daß die Sicherung des Existenzrechts Israels deutsche Staatsräson ist, das darf nicht sein, weil es eben nicht sein darf.

Und der Blogwart hofft, dieser Kevin Barth hat nun seine Lehren aus seiner Twitterei gezogen. Finde, Kevin, daß die Deutschen Arschlöcher sind und die Nazis, wobei das ist ja eh dasselbe. Beschimpfe die Papstanhänger, erkläre den Scientologen den Krieg, finde die Buddisten zum Kotzen aber sprich niemals, niemals, schlecht über Juden. Und merke Dir eines. So etwas wie eine Antisemitismuskeule, die gibt es nicht in Deutschland. Hier darf jeder twittern was er will. Bis auf bestimmte Themen, die zum sofortigen politischen Ruin führen. Wir leben nämlich in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und sind froh darüber!

Bild: Wer in den Verdacht kommt, ein Pferdedieb zu sein, hat es im Wilden Westen nicht leicht. Wir, in Deutschland, sind zivilisierter. Hier werden, bis auf unbequeme Richterinnen, keine Leute mehr aufgehängt. Die Hinrichtung erfolgt über die Presse. Tot ist der Deliquent anschließend aber in beiden Fällen.

Hier muß der Blogwart noch einwerfen, daß ihm der Kevin Barth an sich  scheißegal ist. Nicht scheißegal sind ihm aber die politisch Korrekten, die Meinungs- und Tugendwächter, die findet er generell unsympathisch.

Wer hats erfunden?

 

Was kleine Erfindungen einbringen können. Mit den Verdiensten, die kleine, praktische Erfindungen eingebracht haben, beschäftigt sich Du Puy in Scientific Amerikan.

W. H. Palmer aus Baltimore, der Erfinder einer Verschlußklappe für Bier – und Sodaflaschen wurde durch seinen glücklichen Einfall Millionär, aber er mußte auch sechs Jahre warten, ehe er endlich einen Kapitalisten fand, der bereit war, mit dem Verschluß einen praktischen Versuch zu machen. Der Glückliche, der auf die Idee kam, die glatte Haarnadel durch die gewellte zu ersetzen, verdiente ein Vermögen; die Idee kam ihm als er beobachtete, wie seine Frau sich mit den glatten Haarnadeln plagte. Der Mann, der zuerst auf die Idee kam, am Ende des Bleistifts gleich einen kleinen Radiergummi zu befestigen – es war H. L. Lipman aus Philadelphia. – wurde durch seinen Einfall ein reicher Mann, und ebenso erging es dem glücklichen Erfinder, der jene Klammer ersann, mit denen man die Schleifen der Schuhbänder vor dem Aufgehen schützt. Auch der „Entdecker“ des Kaugummis, der seine „Erfindung“ 1871 patentieren ließ, ein gewisser Mr. Adams, wurde in kurzer Zeit Millionär. Und ein stattliches Vermögen verdiente der erfinderische Kopf, der zuerst auf die Idee kam, einen Büchsenöffner zu konstruieren.

Dabei handelte es sich in allen diesen Fällen nicht um Erfindungen, die die Frucht langer Arbeit und langen Grübelns sind, sondern um praktische Einfälle, die der Zufall dem Laien zuträgt.  *Freiburger Zeitung 10.02.1912*

Bild: Vom nordischen Wintersport: Schlittschuhsegeln auf einem See in der Umgebung Stockholms. 1912. Sollten die Winter, wie von den Klimafolgenforschern orakelt, wegen der grassierenden Erderwärmung, kälter und eisiger werden, könnte die nimmermüde Eventindustrie auf solche alten Kamellen zurückgreifen und Schlittschuhsegeln ganz neu erfinden.


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