Archiv für 20. Februar 2012

Der Rat der Weisen stellt fest

Ueber Deutschland und England schreibt man uns: Eine Reihe sachkundiger Beurteiler, von denen an dieser Stelle nur der Nationalökonom Adolf Wagner genannt sei, haben sich vereinigt, um im Märzheft der Monatsschrift: Ueberall! das deutsch – englische Verhältnis vom geschichtlichen, maritimen, geographischen und volkswirtschaftlichen Standpunkte aus zu beleuchten. Die Redaktion der genannten Monatsschrift fasst das Ergebnis aller dieser Untersuchungen folgendermaßen zusammen:

„So sehr auch die Verdienste der Engländer um Kultur und Zivilisation anzuerkennen sein mögen, die englische Politik ist ein gefährliches Wesen, denn sie kennt nichts anderes , wie den eigenen Vorteil! Gegenüber dieser Tatsache steht die andere Tatsache, daß wir ein großes Reich geworden sind und – bleiben wollen! In dieser Lage bleibt uns nichts übrig, als uns die Engländer selbst zum Muster zu nehmen und ebenfalls nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Stoßen hierbei die Interessen beider Völker gegeneinander, so muß eine Auseinandersetzung erfolgen. Da diese Auseinandersetzung sehr leicht eine kriegerische sein kann, so müssen wir rüsten. Damit es aber, wenn irgend möglich, zum Kriege nicht kommt, müssen wir ebenfalls rüsten. Das Falscheste, was wir tun könnten, wäre ein Nachgeben.

Denn abgesehen davon, daß wir solchergestalt hinsichtlich der physischen Kraft noch mehr als es schon der Fall ins Hintertreffen kämen, würden wir eine moralische Einbuße erleiden, die nie wieder gut zu machen wäre und die  uns mit Recht die hin und wieder in England beliebte Bezeichnung der „second rate nation“ eintragen würde. Auf der anderen Seite entspricht es durchaus dem Charakter der Engländer, auch an einem Gegner Energie, Festigkeit, Entschlossenheit, Kraft, Kühnheit, Mut, Ausdauer und Tüchtigkeit zu schätzen und anzuerkennen und nicht minder tut das die englische Politik.

Während aber jene Bewertung der guten Eigenschaften auch des Gegners beim einzelnen Engländer eine Folge ritterlicher germanischer Denkungsart ist, ist sie in der Politik nur das Ergebnis allerkühlster Berechnung. Man mag also das Ding drehen und wenden wie man will, so viel steht fest: England kann oder könnte sehr wohl der Freund eines starken deutschen Reiches werden, nimmermehr aber der Freund des kränklichen, zerrissenen, schwachen , zerfahrenen, unentschlossenen und unbewehrten Schattenbildes eines deutschen Reiches.

Auch wir verkennen die guten Eigenschaften der Engländer keineswegs und wollen hoffen, daß es uns gelingt, sie zur Achtung gegen das deutsche Reich zu zwingen, ohne die eine Freundschaft nicht möglich ist. Jetzt aber, oder vielleicht nie wieder ist die Zeit, diese Achtung uns zu erringen, darum nunc, nunc insurgite remis!“ * Freiburger Zeitung 20.02.1912  *

Bild: Deutschland bemüht sich um Englands Anerkennung als gleichberechtigter Partner. Heute würde man „auf Augenhöhe“ schreiben. Kein Wunder, bei so hübschen Damen. Das hindert England aber nicht daran, Deutschland 1914 den Krieg zu erklären. Wegen Auschwitz natürlich. Schon damals ging es immer nur um die Menschenrechte.

Der Blogwart meint: Seit 100 Jahren hat sich an der Einschätzung der Politik der Engländer nichts geändert. Die Europäische Union und das Wohl des Weltklimas sind England im Grunde schnuppe. Diese Politik ist ja nicht falsch, für das eigene Land nur auf den  Vorteil des eigenen Landes bedacht zu sein. Immerhin wird man als Demokrat ja dafür gewählt.  Um die Interessen seiner Wähler zu vertreten und die liegen nun mal in Hamburg, Köln, München, Cottbus oder Wismar. Nicht in Kabul, Warschau, Ankara, Paris, oder gar Washington. Falsch ist es aber, sich als Sozialstation der ganzen Welt aufspielen zu wollen und dabei die Interessen des eigenen Volkes zu ignorieren. An dieser, durch Bundeskanzlerin Merkel geübten Praxis, wird natürlich auch ein Bundespräsident Gauck nichts ändern können. Aber immerhin gehört er nicht zum merkelschen Klüngel, ist also nicht von ihrem Wohlwollen abhängig, in dem, was er so sagt und tut. Und das ist ja auch schon was. Man muß sich auch an den ganz kleinen und bescheidenen Dingen erfreuen können. In einer Demokratie. 

… Von all den Dingen, die Sie heute gesagt haben und in die Sie Ihre Wünsche und Glückwünsche gekleidet haben, ist mir am Wichtigsten, dass die Menschen in diesem Land wieder lernen, dass sie in einem guten Land leben, das sie lieben können. Weil es ihnen die wunderbaren Möglichkeiten gibt, in einem erfüllten Leben Freiheit zu etwas und für etwas zu leben. Und diese Haltung nennen wir Verantwortung. Und dass Menschen auf den unterschiedlichsten Ebenen beruflich oder politisch wieder neu Vertrauen gewinnen müssen darin, dass sie Kräfte haben, die wir bei unseren Vorfahren gesehen haben, die uns aus Krisen herausgeführt haben. Und die wir uns selber manchmal nicht mehr zutrauen.  …   “ Joachim Gauck. Spontan.

Der Blogwart meint: Bah! Liebe zum eigenen Land … Freiheit … Vorfahren … herausgeführt haben – kein Wort von den Trümmertürken, Integration, Teilhabe … dieser Mann taugt keinesfalls dazu, das heutige Deutschland zu vertreten.


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