Archiv für 28. Februar 2012

Wenn es von Putin kommt

Bild: Tapferes kleines U – Boot. Die Heldentat des deutschen Unterseebootes „U 9“: Am Morgen des 22. September (1914) brachte das Unterseeboot „U 9“ nordwestlich von Hoek van Holland die drei englischen Schlachtschiffe „Aboukir“, „Hogue“ und „Cressy“ in dem kurzen Zeitraum von kaum zwei Stunden durch wohlgezielte Torpedoschüsse zum Sinken. Von der 2136 Mann starken Besatzung konnten nur ungefähr 700 gerettet werden. Schon damals mißachtete Hitlers Kriegsmarine massiv das Völkerrecht. Heute sind wir klüger. Und moralischer.

dann kann es nur falsch sein. … Ich denke nach wie vor, dass die Sicherheit aller Länder der Welt unteilbar und hypertrophe Gewaltanwendung unzulässig ist und dass die grundlegenden Völkerrechtsnormen von allen strikt befolgt werden sollten. Eine Vernachlässigung dieser Prinzipien führt zu einer Destabilisierung der internationalen Beziehungen. Durch eben dieses Prisma betrachten wir einige Aspekte des Verhaltens der USA und der Nato, die der heutigen Entwicklungslogik widersprechen und sich auf Stereotype aus dem Blockdenken stützen. Alle verstehen, was ich damit meine: die Nato-Erweiterung, die die Errichtung von neuen Objekten der Militärinfrastruktur einschließt, und die von den USA inspirierten Pläne der Allianz zur Aufstellung der europäischen Raketenabwehr. Ich hätte dieses Thema nicht erwähnt, wenn solche Spielchen nicht unmittelbar an den russischen Grenzen geführt, wenn sie unsere Sicherheit und die Stabilität auf der Welt nicht gefährden würden.

Unsere Argumente sind allgemein bekannt, ich will sie auch nicht schon wieder durchkauen, aber leider sind unsere westlichen Partner dafür nicht aufnahmefähig und schieben sie von sich.

Uns bereitet es Sorgen, dass die Nato mit ihren jüngsten Aktivitäten unser gegenseitiges Vertrauen verletzt, obwohl sich die Umrisse unserer „neuen“ Beziehungen mit der Allianz noch nicht einmal endgültig geformt haben. Ein derartiges Vorgehen wirkt sich wie ein Querschläger auf die Erfüllung von globalen Aufgaben aus und hindert die Festigung einer positiven Agenda der internationalen Beziehungen, bremst ihre konstruktive Entwicklung.

Die zahlreichen bewaffneten Konflikte, die in jüngster Zeit ausgebrochen sind und die durch humanitäre Ziele gerechtfertigt werden, verletzt das seit Jahrhunderten heilige Prinzip der staatlichen Souveränität. In den internationalen Beziehungen entsteht ein neues Vakuum – ein moralisch-rechtliches.

Man sagt oft, die Menschenrechte hätten Vorrang gegenüber der staatlichen Souveränität. Das stimmt zweifelsohne – jegliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit müssen von internationalen Gerichten geahndet werden. Wenn aber unter solchen Vorwänden die staatliche Souveränität einfach verletzt wird, wenn die Menschenrechte von äußeren Kräften selektiv beschützt werden, wenn bei der „Verteidigung der Menschenrechte“ die Rechte von vielen anderen Menschen verletzt werden, darunter das allerwichtigste und heilige Recht auf Leben, dann handelt es sich nicht um eine edle Sache, sondern um ganz einfache Demagogie. … Wladimir Putins Beitrag in „Moskowskije Nowosti“

Allerlei Nazizeugs

Fulda, 26. Febr. Die Zigeunerbande, die den Förster Romanus ermordete, beunruhigt noch immer die Gegend. Am Montag früh veranstalteten 50 Gendarmen und 50 Jäger aus Marburg eine große Streife durch die Wälder. Bei Schlitz holten in der Nacht zum Montag 12 bewaffnete Zigeuner einen Förster aus dem Bett und ließen sich ein Reh braten.

Wien, 26. Febr. Ein Orden für eine Mutter von 7 Offizieren. Kaiser Franz Josef hat soeben einer Frau eine ungewöhnliche Auszeichnung für Verdienste um das Heer verliehen. Anna von Lunzer, die Witwe des verstorbenen Generalmajor von Lunzer, erhielt nämlich von dem Kaiser den Elisabeth – Orden 2. Klasse. Bei der Verleihung wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Kaiser damit bezwecke, eine Mutter zu ehren, die dem Vaterlande sieben Söhne geschenkt hat, von denen sechs als Offiziere im Heere dienen. Eine Mutter, die so tüchtige Kinder hat, ist in erster Reihe einer Ordensauszeichnung würdig, da sie sich um den Staat verdient gemacht hat.

London, 27. Febr. Im Unterhause gab es eine Schießaffäre. Ein in der äußeren Galerie sitzender Geistlicher sprang plötzlich auf und begann mit einem Revolver nach der Decke zu feuern. Die Halle war mit Abgeordneten gefüllt. Alle stürzten in wilder Flucht nach der inneren Halle. Mehrere Polizisten eilten herbei und bemächtigten sich des offenbar Irrsinnigen, der in größter Erregung schrie: „Heute werden alle Arbeiter ihre Werkzeuge niederlegen. Der Messias ist gekommen.“  Er wurde nach dem Polizeiamt gebracht, wo er in Haft genommen wurde. Im Inneren des Unterhauses bewirkte der Knall der Schüsse um so mehr Aufregung, als die Mitglieder bereits etwas nervös waren in Erwartung eines Überfalls des Hauses durch Suffragets.

Politik und Beamte in den Vereinigten Staaten.  Einen interessanten Beweis, wie die Politik in den Vereinigten Staaten alle Beamtenverhältnisse durchdringt – übrigens eine Erscheinung in allen Republiken – liefert der Verwaltungsbericht des Generalpostmeisters der Vereinigten Staaten, der im Februarheft der Zeitschrift des internationalen Postbueros in Bern veröffentlicht wird. Der Generalpostmeister führt dort aus, daß „ungeachtet aller Verbesserungen der letzten Zeit der höchste Grad der Leistungsfähigkeit im Postbetrieb nur dann erreicht werden kann, wenn die Tausende von Postmeistern 1. bis 3. Klasse, die jetzt lediglich aus politischen Gründen ihr Amt erhielten, künftig den Postfachbeamten entnommen und, unabhängig von jeder Politik, so lange im  Amte belassen würden, als sie ihre Obliegenheiten zur Zufriedenheit erfüllten.“

Dieser Stoßseufzer des Chefs der amerikanischen Post über die Behandlung freier Bürger im freien Amerika, klingt in unseren Augen fast unglaublich und drückt einen Zustand aus, der einer großen und freien Nation unwürdig ist.

Petersburg, 26. Febr. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge ist die augenblickliche Lage in Albanien wieder sehr ernst. In der Nähe der Eisenbahnlinie von Prizrend fand ein heftiger Kampf zwischen türkischen Truppen und Malisoren statt, bei dem etwa 40 Tote das Schlachtfeld bedeckten. Die Gouverneure von Skutari und Kossowo haben telegrafisch um Verstärkung ersucht. Seitens des türkischen Kriegsministeriums ist daraufhin der Befehl zur Mobilisierung von 60 000 Mann Truppen ergangen. Die städte Komanovo und Bratvo werden von türkischen Truppen belagert. Eine große Anzahl Einwohner der dortigen Gegend wurde verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Nach der Meldung der „Nowoje Wremia“ haben die  Türken in der Stadt Kitschowo ein Blutbad veranstaltet. *Coburger Zeitung 28. Februar 1912 *

Bild: Marie Adelheid von Luxemburg, nach dem Ableben des  Großherzogs Wilhelm von Luxemburg, besteigt die 17 jährige, da der „Nassauische Mannesstamm erloschen ist“ den verwaisten Thron. Wie dem Kommentator mal jemand bei PI erklärte, ist dieser Fall der absolute Beweis für die völlige Emanzipation der Frau. Gemeint war eine weibliche Ministerin in Pakistan. Die Suffragetten hätten sich weggeschmissen vor Lachen.


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