Eine Stele für den Feind der Demokratie

Während Adolf Hitler vollständig geächtet ist, das ist ein Grundsatz in Deutschland, weil er ein Feind der Demokratie ist, und vor allem, weil er 6, 20 oder 100 Millionen Juden erschlagen hat, genießen andere Feinde der Demokratie weiterhin hohe Ehren und nein, gemeint ist nicht die Bundeskanzlerin Angela Merkel, obwohl die ja nun bei der Abschaffung der Demokratie in Deutschland erfolgreich vorangekommen ist. Demokratie Schtonk! Das meint der Blogwart schon lange.

Was hätten wir wohl einen Auflauf, würde jemand für Adolf Hitler einen Gedenkstein errichten, bei Ernst Thälmann geht das schon, die Journalistin der Märkischen Oderzeitung fragt nicht einmal nach, offenbar ist es Qualitätsmerkmal genug, als Opfer des NS – Regimes zu gelten, wie Mörder, Kinderschänder, Vergewaltiger und Leute, die ihr ganzes Leben dem Terrorismus gewidmet haben, die „Freiburger Zeitung meldet am 24.10.1923* über das segensreiche Wirken von Thälmann:

Die Vorgänge in Hamburg. Hamburg. 23. Okt. (W.T.B.) Bei den heutigen Kämpfen gegen kommunistische Putschisten haben, soweit bis jetzt bekannt, 7 Polizeibeamte das Leben gelassen. 19 Polizeibeamte sind schwer verwundet. Die Zahl der Leichtverletzten steht noch nicht fest. Auch die Aufrührer hatten schwere Verluste. Von der Krankentransportstelle der Polizeibehörde sind während des Tages insgesamt 105 Verletzte und 17 Tote transportiert worden. Etwas genaues über die Verluste der Aufrührer läßt sich noch nicht sagen, da in dieser Zahl auch die Toten und Verwundeten der Ordnungspolizei eingerechnet sind. In Barmbeck und in der Dehnhaide lebten zwischen 4 und 5 Uhr abends die Kämpfe wieder auf. Aus Häusern und Dächern wurde geschossen. Eine energische Gegenaktion wurde sofort eingeleitet. Das Ergebnis des heutigen Tages läßt sich dahin zusammenfassen, daß es Dank der Aufopferung der Ordnungspolizei gelungen ist, einen großangelegten kommunistischen Putschversuch niederzuschlagen. Die Polizei beherrscht die Lage vollständig. Über Hamburg ist der Belagerungszustand verhängt. – Nachmittags wurde auf dem Altensteig das Wollwarenhaus von Lamm geplündert.

Altona, 23. Oktober. (W.T.B.) Heute morgen versuchten Bewaffnete einige Polizeireviere zu stürmen. Die Angreifer wurden zurückgewiesen.  Wandsbeck, 23. Oktober (W.T.B.) Heute früh wurde die Polizeiwache im Amtshaus von etwa 50 Personen gestürmt, jedoch gleich wieder befreit. Drei von den Aufrührern verschleppte Beamte sind wieder frei. Ein Arbeiter wurde getötet, ein anderer verletzt. In Wandsbeck und in Arnsburg wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.

Der Blogwart merkt an, in Deutschland gibt es zahlreiche Ernst – Thälmann – Straßen, – Plätze oder – Ringe, insbesondere auf dem Gebiet der DDR, geehrt wird damit jemand, der versuchte, die Weimarer Republik zu beseitigen, daß er es nicht geschafft hat, ist nicht sein Verdienst.

Bild: Wenn es nichts zu Essen gibt, weil Polen große fruchtbare Gebiete des deutschen Reiches raubte, die Entente ihre Hungerblockade weiterhin aufrecht erhält und die sozialdemokratische Regierung all ihre Kraft daran setzt, die Sieger des Ersten Weltkrieges auszuzahlen, auch aus Angst vor einer Besetzung durch fremde Heere, wie im Rheinland, muß man eben so lange demonstrieren, bis das Essen da ist. Das ist alter kommunistischer Grundsatz. Oder die Regierung stürzen.

 Hat der Stalin auch getan, worauf dann über 3 Mio Ukrainer planmäßig verhungerten, Hungerkrise gelöst. Wer tot ist, schreit nicht mehr nach Brot oder kleineren Portionen im Supermarkt, wie Ilse Aigner. Ob Thälmann ähnliches im Sinn hatte, können wir nur annehmen aber in der heutigen Zeit gilt die Annahme bereits als Faktum. Wie zum Beispiel, daß es eine NSU gibt oder daß dies aber der letzte Rettungsschirm sein wird. Bis zum nächsten. Wenn  also immer noch ein kommunistischer Massenmörder bundesweit und aktuell geehrt wird, liegt das wohl daran, daß die Bundesregierung gerade sein Programm verwirklicht, die Vision eines sozialistischen Deutschlands inmitten eines sozialistischen Europas.  Denn der Kommunismus ist gut für Dich , erkundige Dich nach ihm. Daß auch Berthold Brecht immer noch geehrt wird, liegt anscheinend daran, daß sich bisher keiner seiner Verehrer nach dem Kommunismus jemals erkundigte.

7 Responses to “Eine Stele für den Feind der Demokratie”


  1. 1 Prosemit 28. März 2012 um 05:25

    Etwas Geschichte zum Photo.

    Die Schutzpolizei trägt den bekannten Polizeitschako. Hier ein Bild eines preussischen Tschako :

    http://tinyurl.com/bstsan9

    Ich will auf den Nackenschutz hinweisen. Dieser hat einen ganz berühmten Vorfahren, wenige wissen es.

    Hier :

    http://tinyurl.com/c67faxo

    Man kann es erkennen. Den Zopf. Der Zopf, der um 1807 abgeschnitten wurde.

    Ein Husar, Verwandter Goethes, berichtet davon in seinen Erinnerungen :

    Mit unserer Uniformirung wurde später eine Veränderung vorgenommen, statt der weißen Dollmans und Lederhosen, bekamen wir blaue Dollmans mit weißen Schnüren und blaue Tuchhosen. Ferner wurden die ungarischen Filzmützen abgeschafft, an deren Stelle aber Czakos eingeführt und dadurch den Haarzöpfen das Todesurtheil gesprochen, denn diese mußten nun alle abgeschnitten werden, worüber diejenigen Husaren, welche einen schönen Haarwuchs und ihren Zopf mit vieler Vorliebe gepflegt hatten, sehr jammerten. Auch mir that es sehr leid, daß mein hübscher Zopf der Vernichtung anheim fallen sollte. Da sich manche Husaren von ihrem Haarzopfe durchaus nicht trennen konnten oder wollten, so durfte ihnen Niemand mit der mörderischen Scheere zu nahe kommen.

    Der Zopf war der wichtigste Nackenschutz gegen Säbelhiebe, man trug auch Zöpfe seitlich oder dicke Coteletten, um die Wange gegen Säbelhiebe zu schützen. Je dicker der Zopf, umso besser der Schutz. Mit einer Veränderung der Waffensysteme wurde dann auch der Zopf abgeschafft. Dies wurde sprichwörtlich für eine neue Zeit. Mit den Zopfen der Husaren wurden dann auch die bürgerlichen Zöpfe abgeschnitten…

  2. 2 eulenfurz 28. März 2012 um 06:13

    Hätte einer der ermordeten Polizisten „Mannichl“ gehießen, wäre Thälmann noch Generationen nach seinem Tode als Schlangennazi verflucht worden.

  3. 3 Karl Eduard 28. März 2012 um 06:19

    Thälmann war aber vom internationalen Widerstand, das ist, im Gegensatz zum nationalen Widerstand, etwas Positives. Der Polizeirat Mannichl wäre still und leise verscharrt worden, eventuell hätte man noch einen Spielfilm gedreht, wie „Teddy“ Thälmann, den Soldknecht des Kapitals im Zweikampf niederringt und ihm das Tschako über die Augen zieht.

  4. 4 Beipflichter 28. März 2012 um 09:06

    In einem richtigen „High-tech-Gehirn-Vollwaschprogramm“ gehört selbstredend auch die Phase „Neuinstallation“ der Säulenheilgen und Gesslerhüte, vor denen das Stimmvieh seinen Kotau zu machen hat. Simultan gehören auch „alte“ Vorbilder oder Leitfiguren durch permanente Diffamierungen und Stigmatisierungen demontiert. Mythen, Lgenden und ihre ProtagonistInnen, die ja bekanntlich den Seelengrund, ja sogar die gesamte geistige Identität eines Volkes bilden, sind linksgrünfemimultikultiantifantisch umzuformatieren. Nur so sind fascho-macho-reaktionäre Restkontaminationen dauerhaft zu eliminieren, und das Stimmvieh fürderhin dauerhaft gegen Anfechtungen braun-sexistischer Verführungen zu immunisieren.

  5. 5 Borow 28. März 2012 um 11:33

    Stein Schere Papier ODER Adolf-Hitler-Eiche schlägt Thälmannplatz

    Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hohen Neuendorf in Brandenburg hat beschlossen den Thälmannplatz (vormals Adolf-Hitler-Platz) am S-Bahnhof in Müllheimer Platz umzubenennen.
    Als Reaktion auf den „ungeheuerlichen“ Umbenennungsbeschluss forderte Marian Przybilla (PDS) dass nun folgerichtig auch die Nazi-Eiche gefällt werden müsse.

    http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12248104/61129/In-alten-Dokumenten-geblaettert-Thaelmannplatz.html

    Antikommunistische Umtriebe in Hohen Neuendorf
    http://www.dielinke-oberhavel.de/politik/presse/oberhavel/detail/zurueck/presse-11/artikel/cdu-will-erinnerung-an-ernst-thaelmann-ausradieren/

  6. 6 eulenfurz 28. März 2012 um 13:09

    @Borow
    Mülleimerplatz?

    Interessant, jedes politische System scheint auf diesem Platz seinen Vorbildern zu huldigen.

  7. 7 Hildesvin 28. März 2012 um 15:52

    Nebenbei: Von Teddy sind ja patriotische Äußerungen überliefert, würde solches heute wer auch immer öffentlich von sich geben, er hätte am selben Tag mindestens einhundert jüngere Herren im zerlumpten Gewande und mit strengem Körpergeruch vor der Bude…


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