Archiv für Mai 2012

Ach ich arme Jungfer zart

Ja, ja, da haut PI – News – Net wieder einmal auf die vorbildlichst integrierte Mely Kiyak ein, die lediglich das Wort Untermensch höflich mit „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ umgeht, also eine Karikatur von einem Menschen, und da sollte man, wieder aktuell inmitten eines Karikaturenstreits, doch etwas gelassener reagieren, gerade, weil die Bezeichnung Untermensch nicht gerne gelesen oder gehört wird. In Deutschland. Von Deutschen. Obwohl die ehrenwerte Frau Kiyak es sicher so meinte. Aber, wirft hier der Blogwart ein, was ist denn nun mit der Freiheit der Kunst oder der Freiheit der Meinung? Mohammed mit einer Bombe im Turban zeichnen, ja, das wollt ihr. Aber wenn Frau Kiyak einen Scherz macht, dann heißt es gleich „Uuuuh! Türkennazi!“

So geht das ja auch nicht! Freilich, von Aufrufen der Anhänger dieser „lispelnden, stotternden, zuckenden Menschenkarikatur“, nun aber rasch Frau Mely Kiyak umzubringen, weil Herrn Sarrazin als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ zu bezeichnen, eine Beleidigung wäre, die mit dem Tode der Beleidigerin zu sühnen ist, hört man nichts. Leider. Weil es diesen Karikaturenstreit auf gleiche Augenhöhe bringen würde.

Herr Sarrazin ist aber nun einmal kein Prophet. Könnte aber einer werden. Oder ein Gottessohn. Als dieser Mohammed Stimmen hörte, hat ihn ja auch keiner mit kaltem Wasser übergossen und in den Schatten gebracht, um sein Fieber zu bändigen. Es ist also immerhin noch möglich, daß auch Herr Sarrazin plötzlich sagt: „Bürger, Landsleute, der Gesandte des einzig wahren Gottes ist mir erschienen und da ich günstigerweise ein Diktiergerät dabei hatte, konnte ich die Anweisungen Gottes gleich wortwörtlich aufzeichnen und das erste Gebot war, bringt die Beleidiger meines Propheten Sarrazin, das bin ich,  um“, da müßte Frau Kiyak eventuell Angst haben, wenn die deutschen Behörden nicht schnell genug reagieren, um den Sarrazin in Schutzhaft zu nehmen. Zum Schutz der übrigen Bevölkerung. Denn obwohl er Prophet wäre, würde hier die Religionsfreiheit nicht greifen. Also die Freiheit, wenn die Regeln der Religion es verlangen, andere Leute umzubringen. Null Toleranz gibt es da, außer beim Islam natürlich. Das hat ja schon der Goethe gemocht. Sagen die Muslime. Und der Goethe, der ist uns heilig.

Außerdem. Im Auge des Betrachters ist Frau Kiyak sicher eine schöne Frau, ganz anders als Herr Sarrazin, der weder Frau noch schön zu nennen ist. Aber hinter äußerer Schönheit verbirgt sich oft eine hässliche, hochmütige Seele. Wie im Märchen vom König Drosselbart. Also, den Part der Prinzessin, den hätte Frau Kiyak sicherlich hinbekommen. „Kurz und dick – hat kein Geschick.“ Ihr wißt schon, wie sie die Freier verspottet hat, die Gute, um dann in der Kate eines armen Spielmannes zu landen. So kommt Hochmut vor dem Fall. Im Märchen. Die nehmen aber leider nicht immer ein gutes Ende. Die böse Schwiegermutter Schneewittchens, zum Beispiel, auch eine schöne Frau, mußte am Ende in glühenden Pantoffel tanzen, bis zum Tode. Und das wünscht der Blogwart nicht einmal Frau Kiyak.

Bild: Nicht Frau K. . Wer als gut integriert gelten will, sollte auch verinnerlicht haben, was sich für eine gute Deutsche nicht schickt. Leuten, die zucken, lispeln und stottern, sagt man nicht, daß sie zucken, lispeln und stottern, selbst, wenn sie eine Nudel an der Nase zu hängen haben, das ist nicht nur unhöflich, sondern gemahnt auch an „lebensunwertes Leben“. Weil damals ein böser, böser Mann die Vermehrung Andersbegabter, wie sie nun heißen,  unterbinden ließ, und ihre Vernichtung anordnete, möchten wir auch von Frau Kiyak nicht daran erinnert werden, daß der Schoß fruchtbar ist, der da bei uns eingewandert ist. Wir bemühen uns nämlich netter zu sein. Auch wenn es immer schwerer fällt.

Klimawandel über Wallbach

und andere erschröckliche Begebenheiten. Wallbach, 24. Mai. (1912) Heute vormittag etwa 1/2 11 Uhr zog ein schweres Gewitter mit Hagel von Nordosten nach Südwesten über unsern Ort. Die Hagelkörner fielen so massenhaft, daß man sie noch an einzelnen Stellen mit der Schaufel fassen konnte. Die Gartengewächse, z. B. Salat usw. stehen ganz zerfetzt da, ebenso das Laub der Bäume. Die Temperatur ist gewaltig gesunken. Der angerichtete Schaden kann noch nicht überschaut werden, aber er dürfte nicht gering sein. Der wenige Fruchtansatz an den Obstbäumen ist jedenfalls vollständig vernichtet.

Der Brautführer entführt die Braut. In Gainesville in Georgia hat sich eine Entführung abgespielt, die viel belacht wird. Die Tochter des Oberbürgermeisters, Clara Louise Parker, ist kurz vor ihrer Trauung mit dem Brautführer Benjamin Sulivan durchgegangen. Die Hochzeitsfeier war im Gange, da überredete Sulivan, der als schöner und reicher junger Mann geschildert wird, die Braut, in das Automobil ihres Bräutigams, der sich noch im Saal aufhielt einzusteigen. Es gelang dem Paar, unbemerkt zu entfliehen. Mit größter Geschwindigkeit raste das Auto nach Atlanta, wo sich beide schleunigst trauen ließen. *Freiburger Zeitung 25.05.1912*

Frankfurt a. M., 23. Mai. Todessturz. Heute nachmittag stürzte der amerikanische Generalkonsul Hill aus dem dritten Stockwerk eines hiesigen Hotels ins Treppenhaus; er war sofort tot. *Coburger Zeitung 25.05.1912*

Bild: Mit Aufkommen der Fliegerei ändert sich das Klima rapide. Hagel, Brautentführungen und rätselhafte Todesfälle amerikanischer Diplomaten sind die Folge. Aber hört jemand auf die Warner? Bild – Quelle: Sport im Bild. Orville Wright mit Frau Hauptmann Hildebrand auf dem Tempelhofer Feld 1909.

Syrische Opposition soll zurücktreten

Nach Berichten der UNO, wonach … auch die Opposition gegen die Menschenrechte verstoße: Regimegegner würden sich Morde und Kidnapping zuschulden kommen lassen. Auch äußern sich die UN-Experten darüber besorgt, dass die bewaffnete Opposition Kinder als Hilfspersonal nutze. … fordert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nun auch die syrische Opposition auf, zurückzutreten und den Platz für Neuwahlen freizumachen. Bei weiterem Kidnapping oder Morden, oder dem Mißbrauch von Kindern zum Munitionstransport oder dem Ausspähen späterer Mordopfer, durch die syrische Opposition, werde sie ernsthaft darüber nachdenken müssen, auch ein Waffenembargo gegen die syrische Opposition zu empfehlen. Und das, fügte sie hinzu, sei ihr voller Ernst.

Das Verhältnis von 2500 getöteten Sicherheitskräften und 3200 zivilen Todesopfern schaut übrigens nicht gerade nach syrischem Terrorregime aus.

Unser Schiff heisst Angela

Bild: Die Kinder des deutschen Kronprinzenpaares 1912. Ein schönes Bild. Meint der Blogwart. Weshalb er das auch einstellt. Quelle: „Sport im Bild“ Daß das adoptierte farbige Kind inmitten praller Sonne  derweil am Strande nach Muscheln suchen muß, damit die weißen Geschwister später damit spielen können, das allerdings ist schon starker Tobak.

Geht doch!

Im vorletzten Artikel wies der Abgeordnete Dietz 1912 im deutschen Reichstage auf das Zigeunerunwesen hin und auf das Edikt Friedrich Wilhelm I. Hier,  gekürzt, die Übersetzung aus „Nazischrift“:

Edikt. Daß die Zigeuner, so im Lande betreten werden, Und 18. Jahre und darüber alt seyn, Ohne Gnade mit dem Galgen bestrafet und die Kinder in Waisenhäuser gebracht werden sollen. Wir, Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen, Markgraf zu Brandenburg (es folgen weitere Titel) …tun kund und fügen hiermit zu wissen: Ob wir wohl verhoffet, es würden unsere vielfältige wider das Zigeuner Volk ergangene Verordnungen, insonderheit Unser unterm 24. Novembris a. p. wider dieselbe publiciertes, erneuertes, und geschärftes Edict denselben zur Warnung gedienet haben, sich nicht weiter in Unseren Landen betreten zu lassen; So müssen wir dennoch höchst-mißfällig vernehmen, daß dieses Volk bisher an alle Unsere wider dasselbe ergangene Verordnungen, Edicta und Mandata sich nicht gekehret, sondern ungeachtet deren an ihnen exequierten Landesverweisungen mit Staupen – Schlägen und Brandmarken, auch andere schwere Leibesstrafen, sich dennoch teils einzeln, teils rottenweise hier und da in unseren Landen wieder einfunden, und wider unsere getreuen Untertanen vielen Frevel und Mutwillen verübet haben.

Alldieweilen Wir aber solchem Unwesen nicht länger nachzusehen keines Weges gemeinet, sondern vielmehr Unser ernster Wille ist, das dieses ruch- und gottlose, auch nur vom Raub und Stehlen sich ernährende Zigeunergesindel mit Stumpf und Stiel gänzlich aus allen unseren Landen vertilget und ausgerottet werde, allmaßen dasselbe auch schon durch die von mehr als zweien Seculis her verschiedentlich promulgierte Reichsabschiede vor vogelfrei deklarieret und ihnen gänzlich ausgeboten worden; Als ergehet demnach an alle Unsere Regierungen, Krieges- und Domainenkammern, Beamten, Magistraten in Städten, Gerichtsobrigkeiten und Befehlshabern in unserem Könireich, Provinzen und Landen Unser gnädigster und daher ernster Befehl, Wille und Weisung,

daß, wofern von dato an, einige Zigeuner, sie seien Mannes- oder Weibes- Personen, einzeln, oder rottenweise sich in Unserem Landen betreten lassen, wann sie 18. Jahr und darüber alt, ohne Unterschied, sie mögen in einem Delicto oder Verbrechen, wie es Rahmen haben möge, ergriffen werden oder nicht, wann sie auch gleich zuvor niemals in Unseren Landen gewesen, oder derselben verwiesen worden, oder auch Pässe vorzuzeigen hätten, ohne einzige Entschuldigung und ohne alle Gnade mit dem Galgen bestrafet, die KInder aber so bei ihnen gefunden werden, in die nächste Waisenzucht oder Spinnhäuser gebracht und sofort von UNSEREN Regierungen, Kammern, Magistraten in den Städten, oder unseren Ämtern und Gerichtsobrigkeiten auf dem Lande, allwo solche Leute aufgegriffen und eingezogen, auch summariter über ihr Verbrechen abgehört worden, die Akten und Registraturen an Unser allhiesiges Kriminalkollegium zur Abfassung eines Urteils sofort eingesendet werden sollen.

Damit auch über solches wiederholte scharfe Edikt das Zigeunervolk sich um destoweniger einer Unwissenheit halber zu entschuldigen Ursach haben möge; so soll dasselbe nicht nur an allen Grenzorten in Unseren Provinzen, und wo die Zigeunergalgen aufgerichtet sind, öffentlich angeschlagen, sondern auch dasselbe in den Städten, wo Garnision ist, beim Trommelschlage, desgleichen sowohl in Städten, als auf dem Lande in den Dörfern von den Kanzeln zu unterschiedlichen Zeiten nacheinander öffentlich verlesen und verkündet werden. … 5. Oktober 1725

Bild: Zu Zeiten Friedrich Wilhelm I. war das Leben rauh für Verbrecher und Tagediebe. In der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung hingegen haben sie die Möglichkeit, sich voll zu entfalten. Weswegen sie auch als schützenswert gilt. Die Freiheitlich Demokratische Grundordnung.


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