Archiv für 11. Mai 2012

Völlig plemplem

Die Staatsbibliothek zu Berlin gewährt im Rahmen ihrer Digitalen Bibliothek zu Zwecken der Wissenschaft, Forschung und Lehre Zugang zu zeitgeschichtlichen Dokumenten. Sie weist darauf hin, dass in dieser Sammlung auch Zeitschriften / Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus enthalten sind. Die Staatsbibliothek zu Berlin distanziert sich ausdrücklich von allen rassistischen, gewaltverherrlichenden und nationalsozialistischen Inhalten.

Der Blogwart meint: Hat man so etwas schon gelesen? Eine Bibliothek distanziert sich vom Inhalt ihrer Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und den wissenschaftlichen Abhandlungen, die in der Jetztzeit als Tabu gelten. Warum tut die das? Und, wäre es nicht besser, diese Werke alle zu verbannen. Sicher ist sicher. Bevor die Revolutionsgarden kommen.

Schlimm ist auch dieses: Zur Mischehenfrage. *Ostafrikanische Zeitung 8. Mai 1912* Ein Skandal erster Güte. Der Blogwart distanziert sich schon einmal von dem Leserbrief, was die Zeitung nicht getan hat,  und er bringt das nur aus rein wissenschaftlichen Erwägungen.

Zur Mischehenfrage. Aus den Kreisen, welche im harten ostafrikanischen Lebenskampf stehen, gingen uns verschiedene Zuschriften zur Frage der Mischehen zu, darunter eine unter der Überschrift: „Männer und Frauen Deutsch – Ostafrikas schlaft ihr?“ folgenden Inhalts: „Obwohl vor einigen Tagen durch Ihre geschätzte Zeitung bekannt wurde, daß in der Budgetkommission des Reichstages mit großer Mehrheit den Mischehen das Wort geredet wurde, hat sich leider bisher noch kein allgemeiner Protest dagegen erhoben.

Wollen weiße Frauen und Männer dies über sich ergehen lassen, wollen sie später dem farbigen Weib dieselben gesellschaftlichen Rechte einräumen, wie ihresgleichen?

Mein Rassenbewußtsein bäumt sich dagegen auf. Ein Weib, daß europäische Kultur und Sitte nicht kennt, das weder lesen, schreiben noch rechnen gelernt hat, eine Frau, die weder einen Kochlöffel noch Strickstrumpf in Händen gehabt hat, ein Weib, das mehr nach Sesamöl und faulen Fischen als nach guter Seife und Odol riecht, sie soll die Gefährtin eines weißen Mannes werden und ihn auf seinen Lebensweg begleiten und zu sich herabziehen?

Und weiter,  geehrte Redaktion, mit dem Augenblick, wo die schwarze Frau standesamtlich getraut ist, tritt sie auch in die Rechte jeder weißen Frau ein. Wer will bei einer öffentlichen Feier mit solchem Wesen an einem Tisch sitzen, zur Linken die Schwarze und zur Rechten eine weiße Frau?

Stellen Sie sich vor, es öffnet sich während der Festlichkeit die Tür und herein wankt ein alter, halbnackter, runzeliger, nach Pombe duftender Neger mit seinem Weibe, das ein mtoto auf dem Rücken trägt. Rufe werden laut:  „Hinaus mit der Gesellschaft.“ Da erhebt sich ganz entrüstet der rasseverseuchende Ehegatte mit den Worten: „Aber erlauben Sie, meine Herrschaften, das sind meine Schwiegereltern!“ – Ein allgemeiner Protest ist die einzige Antwort auf einen solchen Gesetzentwurf; ein Protest, der von Ostafrika seinen Weg nimmt durch alle deutsche Kolonien, wo weiße Frauen und Männer beisammen sind, um europäische Sitte, Kultur und Familienleben zusammenzuhalten. Jenen im Reichtag aber kann man nur zurufen: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“

Wir wissen uns eins mit allen deutschen Landsleuten hier im Schutzgebiet, wenn wir diesen Protest kräftig unterstreichen. Übrigens scheint man auch in der Heimat in weiten Kreisen, welche erfreulicherweise gerade dem guten Mittelstande angehören, volles Verständnis für die Gefahr zu haben, welche in dem Vorgehen des Reichstags liegt. Wir erhalten darüber folgenden Bericht: „Mit der Mischehenfrage beschäftigt sich eine Sitzung des Deutschnationalen Kolonialvereins in Berlin, welcher Herr Wilhelm Föllmer, Herausgeber der „Deutschen Kolonien“ und der „Deutschen Auslandsnachrichten“, einen einleitenden Vortrag hielt. Nach einer lebhaften Besprechung wurde folgende Resolution angenommen:

„Die heutige Versammlung beauftragt den Vorstand des Deutschnationalen Kolonialvereins durch eine Eingabe den Reichstag aufzufordern, den Beschluß der Budgetkommission betr. die mIschehen in den Kolonien zunächst abzulehnen und die Frage nach Einholung des einschlägigen Materials und nach Anhörung der einzelnen Gouvernementsräte gesetzlich zu regeln.

Bild: Die eingeboren Schwarzen in Deutsch- Ostafrika lebten im Einklang mit der Natur. Schlachtviehtransporte kennen sie nicht. Jedenfalls nicht so, wie wir heute. Das lebendige Schwein wird gut verschnürt wie eine Sänfte getragen oder unter den Arm geklemmt. Alles völlig ökologisch. Wir können heute noch davon lernen. So wir in der Lage dazu sind.


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