Archiv für 16. Mai 2012

Die Lösung der Inderfrage

in Angriff zu nehmen, ist vom Staatssekretär Sols unter Berufung auf die Kongoakte, die die Vertreibung englischer Untertanen aus der Kolonie nicht gestatte, abgelehnt worden.

Diesem Standpunkte gegenüber betont der Kolonialpolitiker Rudolf Wagner in den Grenzboten, daß es sich nicht um eine Vertreibung, sondern lediglich schärfere Kontrolle der Inder handele. In erster Linie müßten diese, wie jeder Deutsche bei seiner Ankunft in Ostafrika, den Besitz einer bestimmten Geldsumme nachweisen können. Damit würde das massenhaft einwandernde indische Proletariat ferngehalten.

Ferner widerspreche es der Kongoakte keineswegs, wenn die Inder, die es mit der Ehrlichkeit erwiesenermaßen gar nicht genau nähmen, und Meister seien in der Pleiteindustrie, genau wie die deutschen Kaufleute zu einer geordneten Buchführung verpflichtet würden. Warum sollten wir englischer sein als die Engländer, welche die Inder, ihre eigenen Untertanen, aus guten Gründen nicht mehr nach Südafrika hineinlassen? *Freiburger Zeitung 17.05.1912*

Deutschland besitzt um diese Zeit bekanntlich Kolonien, mit England verglichen, ist das von Menschen und Territorien her nicht der Rede wert und so wie heute, zieht Wohlstand Menschen an, die davon profitieren wollen. In der „Ostafrikanischen Zeitung“ kann man immer wieder Klagen über Inder lesen, sie wären zu unsauber, nicht umsonst fühlen sich Pest und Cholera in diesen Ländern heimisch. Wie heute auch, wird es damals ebenso für unqualifiziertes Personal keine Arbeit gegeben haben, heute hält sie aber der Sozialstaat aus, also ich, Du, er, sie, es, wir, ihr und sie. Und zwar völlig ungefragt.

Bild: Unglaublich, wie in der wilhelminischen Ära nicht nur kleine Menschen diskriminiert werden, die sich für Geld zur Schau stellen, so wie heute Heidi Klum, sondern auch rattenverehrendes indisches Proletariat. Kaum fordert jemand, man solle doch zuwandernde Inder behandeln, wie zuwandernde oder bereits seßhafte Deutsche, gleich rufen die guten Menschen: „Vertreibung! Vertreibung!“  Heute wissen wir aber, einwandernde ausländische Unterschicht, die von unserem Steuern lebt, das ist etwas Gutes und wenn sie während eines Dorffestes in eine Keilerei gerät, dann handelt es sich um die Ausschreitungen rassistischen Lynchmobs, nicht um eine normale Bierzeltschlägerei.


Mai 2012
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Blog Stats

  • 2.192.688 hits

Archiv