Archiv für Mai 2012



Dramen über Dramen

Einen Hitzschlag erlitt gestern in Berlin ein Schutzmann, der vor dem Kolonialmuseum plötzlich zusammenbrach. Allerlei. Aus Schmerz über den Verlust seiner Frau stürzte sich in Halle a. S. ein Arbeiter aus Naundorf mit seinen drei Kindern angeseilt in die Saale. Der Vater und ein Mädchen ertranken. – Während eines Besuches im Hause seiner Mutter wurde in Horst der 21jährige Bergmann Hohaus  von seiner Braut nach einer erregten Auseinandersetzung durch Messerstiche ins Herz getötet. – Der 20jährige Expeditionsbeamte Werner fuhr in einem Mietskahn auf den Main hinaus und feuerte sich dort vier Kugeln in den Kopf, fiel in den Strom und ertrank. Das Motiv der Tat ist angeblicher Liebeskummer. – Bubenhände versuchten nachts in Zabrze ein Haus in die Luft zu sprengen. Das Gebäude wurde an mehreren Stellen beschädigt. Es soll sich um einen Racheakt handeln. –  In dem Orte Dromara im County Down wurde ein junger Gutsbesitzer verhaftet. Er hatte von einem 14jährigen Mädchen einen Kuß verlangt und, als dieser verweigert wurde, das Kind durch einen Revolverschuß schwer verletzt. – Ein Arbeiter fuhr mit einem Kahn, in dem sich auch sein fünfjähriges Kind befand, bei Köln an einen in voller Fahrt befindlichen Rheinschlepper heran, um dem dort bediensteten erwachsenen Sohne Kleider zu bringen. Der Nachen trieb an das erste Anhängeschiff und zerschellte. . Der Vater ertrank, das Kind konnte gerettet werden. – In der chemischen Fabrik Hönningen wurden zehn Arbeiter durch ausströmendes Gas betäubt. Einer von ihnen fand dabei den Tod. – Pastor Richelson in Newyork, der seinerzeit wegen Ermordung seiner Braut zum Tode verurteilt wurde, wurde hingerichtet.

Karlsruhe, 21. Mai. Wegen Ablebens des Herzogs Georg Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg, Prinzen von Großbritannien und Irland, legt der Großherzogliche Hof von heute an die Trauer auf 10 Tage bis zum 30. Mai einschließlich nach der 4. Stufe der Trauerverordnung an. Die Todesfahrt des Prinzen von Cumberland. Zu dem Automobilunglück, bei dem Prinz Georg Wilhelm von Cumberland sein Leben einbüßte, wird noch gemeldet: Prinz Georg Wilhelm von Cumberland passierte in Begleitung seines Chauffeurs und Kammerdieners auf der Reise von Prag nach Schwerin die Berlin – Hamburger Chaussee am 20. d. M.  Diese Chaussee ist zwischen Friesack und ihrem Eintritt in den Kreis Ruppin eine vorzüglich gerade und viel befahrene Autostraße. Im Walde des Ritterguts Rackel, etwa 10 Kilometer hinter Friesack gegen 6 Uhr abends geschah das Unglück. Der Prinz saß selbst am Steuer. Der Wagen stürzte über die Böschung des Weges hinein in eine 30 Jahre alte Kiefernschonung. Unweit waren Arbeiter beschäftigt, die zu Hilfe eilten. … *Freiburger Zeitung 22. Mai 1912*

Bild: Mangels Handy mit Fotofunktion mußte sich der Zeichner der WIENER BILDER noch selbst zusammenreimen, wie sich der Unfall abspielte. Auf die Fakten konnte da keine Rücksicht genommen werden. Heute wissen wir aber, wäre der Prinz mit dem Pferde geritten oder zu Fuß von Prag nach Schwerin gegangen, dann wäre das nicht passiert. Zivilisation hat immer auch ihre Nachteile.

LZ. XII über der Stadt

„Es steigt das Riesenmaß der Leiber, Hoch über menschliches hinaus.“ Nicht nur auf dem Flugplatze, sondern auch in der Stadt erregte das wunderbar schöne, schlanke Luftschiff, leuchtend im lichten Scheine der aufsteigenden Sonne, Begeisterung, als es in langsamen, majestätischen Fluge in einer Höhe von 150 bis 200 Metern das altehrwürdige Wahrzeichen Freiburgs, unser Münster, aus Himmelshöhen grüßend über die Stadt gleitete. Von den Dächern winkten die Tücher begeisterter vom Anblick beglückter Menschen, laute Hoch- und Hurrarufe klangen in den lichten Morgen hinein und von der Straße herauf dröhnte heller Jubel.

Und mag man die Zeppeline noch so oft gesehen haben, immer wieder steht man im Banne dieses stolzen Luftkreuzers, der zielsicher, wuchtig und groß den unendlichen Luftraum durchmißt. Und heute klang der Jubel um so heller und freudiger, um so inniger und wärmer, wußte man doch, daß der große Erfinder selbst, Graf Zeppelin, der Stolz des deutschen Volkes, am Steuer des Riesenluftschiffes stand, das er, der Siebzigjährige, jugendfrisch und fest wie immer führte.

Ihm und seinem unvergänglichen Lebenswerke galt heute der ehrliche begeisterte Jubel, der aus treuen Herzen kommend sich himmelwärts rang, empor zu dem Besieger der Lüfte. Die Kartengrüße, die aus seinem Weltensegler herabwirbelten auf Dächer und Plätze, werden die glücklichen Finder gern erwidert haben.

Als er leuchtend sonnenwärts dem Auge entschwand, stand der Beschauer wieder im Banne eines Ereignisses, das es immer noch ist, so oft es auch wiederkehrt. Um 07.10 Uhr bereits ist das Luftschiff in Konstanz gelandet.

Ausdehnung des englischen Fernsprechverkehrs. London, 20. Mai. In der heutigen Sitzung des Unterhauses erklärte gelegentlich der Beratung des Postetats der Generalpostmeister Samuel, daß Schritte getan würden, um die telephonische Verbindung auf die Schweiz, Holland und Teile von Deutschland auszudehnen. Er hoffe, daß man in nicht ferner Zeit mit Berlin werde sprechen können. Samuel erwähnte ferner, daß ein neues Kabel zwischen England und Deutschland gelegt werden solle, das den telegraphischen Dienst mit dem Festland verbessern würde. *Freiburger Zeitung 21.05.1912*

Bild: Da staunt Pocahontas, das kleine Indianermädchen. Die Weißen Männer erheben sich in die Lüfte und sprechen über Drähte miteinander. Bald auch in London mit Berlin. Und umgekehrt. Ein Trost bleibt ihr aber. Wären damals nicht die Weißen gelandet und hätten ihre fortschrittliche Zivilisation zerstört, dann wären die Indianer bereits auf dem Mond. Oder, anders gesagt, wenn wir nicht fliegen würden, müßten die Eingeborenen Amerikas auch nicht zu Fuß gehen!

Feuergefecht

zwischen Frauen und Zigeunern. Pilsen, 16. Mai. Feuergefecht zwischen Frauen und Zigeunern. In der Nähe des Ortes Swietla überfielen Zigeuner einen Gutshof. Die dort allein anwesenden Frauen verteidigten sich mit Schußwaffen, bis nach zweistündiger Belagerung Hilfe kam. Mehrere Zigeuner wurden verletzt. *Coburger Zeitung 19.05.1912*

Bild: „Warum hast Du das getan, Mutti?“ Anklagend fragen diese Kinder ihre Mütter, warum sie dem „Fahrenden Volk“ ihre sozialgerechte Teilhabe am Eigentum verweigerten. Und, ergänzt der Blogwart, ist das nicht unglaublich, daß diese Frauen Schußwaffen benutzten? Auf den Beginn des Prozesses gegen die Frauen, wegen Körperverletzung, Rassismus und dem Besitz von Gewehren, dürfen wir uns schon heute freuen.

Good night white pride

Bild: 1912 feierte die Wiener Poliklinik ihr 40 stes Jubiläum, 2012 würde sie also 140 Jahre alt. Wenn sie 1998 nicht geschlossen worden wäre. Wie Wikipedia vermeldet. Herzlichen Glückwunsch, ruft da der Blogwart. Während vor 100 Jahren in Afrika die Kinder und Erwachsenensterblichkeit, an Europa gemessen, ziemlich hoch war, ist sie heute, im Verhältnis gesehen, noch viel, viel höher und woran liegt es? Politisch korrekt erzogene Jugendliche heben jetzt wahrscheinlich den Arm und rufen: „Ich weiß es, ich bin allhier, es ist wegen der Unterdrückung der Urbevölkerung, wären wir nicht gesund, wären die nicht krank.“ So einfach ist das.

Aber, muß man hier doch einmal fragen, würden unsere Kinder in den ersten Jahren massenhaft an Krankheiten sterben, wären die Negerkinder dann gesünder?

 Jedenfalls, immer wenn der Blogwart so Aufkleber mit obiger Losung sieht oder Jugendliche, die diese Parole auf ihren Klamotten zur Schau tragen, gleich wünscht er sich, eine gute Fee möge ihm den Wünsch erfüllen, allen, die der Weißen Rasse den Niedergang wünschen, auf einen Schlag alle Errungenschaften wegzuzaubern, die weiße, westliche Menschen einmal erfunden oder eingeführt haben. Wenigsten für 24 Stunden.

Die Lösung der Inderfrage

in Angriff zu nehmen, ist vom Staatssekretär Sols unter Berufung auf die Kongoakte, die die Vertreibung englischer Untertanen aus der Kolonie nicht gestatte, abgelehnt worden.

Diesem Standpunkte gegenüber betont der Kolonialpolitiker Rudolf Wagner in den Grenzboten, daß es sich nicht um eine Vertreibung, sondern lediglich schärfere Kontrolle der Inder handele. In erster Linie müßten diese, wie jeder Deutsche bei seiner Ankunft in Ostafrika, den Besitz einer bestimmten Geldsumme nachweisen können. Damit würde das massenhaft einwandernde indische Proletariat ferngehalten.

Ferner widerspreche es der Kongoakte keineswegs, wenn die Inder, die es mit der Ehrlichkeit erwiesenermaßen gar nicht genau nähmen, und Meister seien in der Pleiteindustrie, genau wie die deutschen Kaufleute zu einer geordneten Buchführung verpflichtet würden. Warum sollten wir englischer sein als die Engländer, welche die Inder, ihre eigenen Untertanen, aus guten Gründen nicht mehr nach Südafrika hineinlassen? *Freiburger Zeitung 17.05.1912*

Deutschland besitzt um diese Zeit bekanntlich Kolonien, mit England verglichen, ist das von Menschen und Territorien her nicht der Rede wert und so wie heute, zieht Wohlstand Menschen an, die davon profitieren wollen. In der „Ostafrikanischen Zeitung“ kann man immer wieder Klagen über Inder lesen, sie wären zu unsauber, nicht umsonst fühlen sich Pest und Cholera in diesen Ländern heimisch. Wie heute auch, wird es damals ebenso für unqualifiziertes Personal keine Arbeit gegeben haben, heute hält sie aber der Sozialstaat aus, also ich, Du, er, sie, es, wir, ihr und sie. Und zwar völlig ungefragt.

Bild: Unglaublich, wie in der wilhelminischen Ära nicht nur kleine Menschen diskriminiert werden, die sich für Geld zur Schau stellen, so wie heute Heidi Klum, sondern auch rattenverehrendes indisches Proletariat. Kaum fordert jemand, man solle doch zuwandernde Inder behandeln, wie zuwandernde oder bereits seßhafte Deutsche, gleich rufen die guten Menschen: „Vertreibung! Vertreibung!“  Heute wissen wir aber, einwandernde ausländische Unterschicht, die von unserem Steuern lebt, das ist etwas Gutes und wenn sie während eines Dorffestes in eine Keilerei gerät, dann handelt es sich um die Ausschreitungen rassistischen Lynchmobs, nicht um eine normale Bierzeltschlägerei.

Was spricht dagegen

diesen Hassan Dabbagh zu Maischberger einzuladen, immerhin hat er auch schon bei Sabine Christiansen den Studiosessel gedrückt, seine Ansichten sind also bekannt? Wenn ein Christlicher Medienverbund dagegen protestiert, daß ein bekannter Islamverbreiter im Bildungsfernsehen zu Wort kommt, um Klarheit über seine Positionen zu verbreiten, soll das dann der Aufklärung der Bevölkerung dienen? Was hat sich eigentlich an Herrn Dabbaghs Ideologie geändert, daß er nun nicht mehr studiotauglich ist?

 

 

Der Hass auf den Ex

wird hier zum Hass auf Israel und einen jüdischen Studenten. Das erinnert den Blogwart irgendwie an die Argumentation der Gleichschritt –  Medien, bei denen die Gewalttat eines Eingeborenen gegen einen Zugewanderten automatisch zur rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen Tat wird. Oder die Reime eines Blechtrommlers zum Antisemitismus. Was daran ist eigentlich noch politisch inkorrect?

Bild: Investigativer Journalist bei der aufrechten Aufgabe, den Menschen da draußen ihre eigene Realität zu schreiben. Kommt die Wahrheit durchs Fenster geflogen, wie ein Vogel, dann stört sie nur. Zum Glück gibt es Käfige. Im Krieg, schrieb Churchell sinngemäß, muß sich die Wahrheit mit einer Leibwache aus Lügen umgeben.


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