Archiv für 28. Juni 2012

Das hier ist auch gut

Es gemahnt so an das fieberhafte Aktenverbrennen in den Zweigstellen des Ministerium für Staatssicherheit der DDR  zur Wendezeit. Sogenannte Bürgerrechtler hatten damals vermutet, die Ministeriumsarbeiter wollten damit die Spuren ihrer Untaten auslöschen. Der Verfassungsschutz hingegen begeht weder Untaten noch Verbrechen. Er schützt, wie sein Name schon sagt, lediglich die Verfassung. Die Bundesrepublik hat allerdings ein Grundgesetz. Grundgesetzschutz hört sich aber blöd an und Geheime Staatspolizei  geht ja nun gar nicht!

Die Zustimmung tendiert gegen Null

Schlimm, wenn einem der Wind mal ins Gesicht bläst, da kann man dann nur Heulen, mit den Zähnen klappern und fröhliche Gedichte rezitieren. Aber, ruft der Blogwart, verliert nicht den Mut, liebe GRÜNE JUGEND, es gibt noch viele Kröten, denen Ihr über die Straßel helfen könnt, viele Bäume, die Eurer Umarmung harren, Autobahnprojekte, die verhindert werden müssen, Straßen mit den Namen schlimmer Kolonialverbrecher, die endlich nach irgendeinem Neger umbenannt werden sollten, dann, liebe GRÜNE JUGEND, wird sich der Wind wieder drehen und Ihr könnt stolz rufen: „Ich war, ich bin, ich werde sein!“ So wie einst Ernst Thälmann, treu und kühn. Oder Karl Stülpner. Oder wer auch immer.

Der Friede muß bewaffnet sein

1914 bricht ja aus heiterem Himmel und durch deutsche Schuld der Erste Weltkrieg aus, lernt man heute. Deutschland ist bereits damals nur von Freunden umgeben, die lediglich sein Bestes wollen, wie die *Freiburger Zeitung am 27.06.1912* berichtet.

Frankreich und die deutsche Wehrvorlage.

Von einem militärischen Mitarbeiter. Wenn bisher noch Zweifel bestanden, so schreibt die R. G. C. (?), ob die vom deutschen Reichstage mit großer Mehrheit angenommene Wehrvorlage ein sicheres Mittel zur vorläufigen weiteren Erhaltung des Friedens sei, so sind diese Zweifel durch die letzten Beratungen über den Heeresetat der französischen Kammer wohl gründlich beseitigt worden.

Verstummt ist das Revanchegeschrei des vorigen Winters und Frühjahrs, das lebhaft an die Zeit vor Beginn des Krieges 1870 erinnerte und sicher auch zum Kriege geführt haben würde, wenn die Engländer die dazu unbedingt erforderlichen 150 000 Mann Landungstruppen bereit gehabt hätten.

Bild: Im Frühjahr 1912 zeigt Frankreich, was es im Kriegsfalle aufbieten will. Die Zuschauer sind begeistert.

Die jetzige Stimmung in Frankreich wird zutreffend von dem bekannten Senator Humbert in der France militaire geschildert, der die augenblickliche europäische Lage „voller Besorgnis und Unsicherheit“ allein auf den italienisch – türkischen Krieg und – die deutsche Wehrvorlage zurückführt. Nicht einmal der englischen Flotte traut Herr Humbert mehr; er hält die Bedingungen, unter denen die deutsche Flotte einen Überfall auf die englische wagen kann, für viel günstiger als die der Japaner bei Port Arthur und behauptet, daß die erste Linie der englischen Flotte unfähig sei, dem heimlich auf Kriegsstärke gebrachten gesamten deutschen Geschwader Stand zu halten, sowie erst einmal fünf oder sechs Kreuzer in den Grund gebohrt oder kampfunfähig gemacht sind. Wenn die Engländer glaubten, den teuer bezahlten Sieg der Deutschen mit dem zweiten Geschwader wieder ausgleichen zu können, so mache das dem Gedankengang der Engländer alle Ehre, zeige aber auch, wie sich die Engländer in der Beurteilung Deutschlands irren.

In der denkwürdigen Sitzung vom 18. Juni aber suchte Major Driant, der Abgeordnete von Nancy, klar zu machen, daß Deutschland infolge der Wehrvorlage ein um 200 000 Mann stärkeres Friedensheer besitze als Frankreich und daß, wenn der Kriegsminister behaupte, die Stärke Frankreichs läge in den Reserven, zu bedenken sei, daß die deutschen Reserven sich erst sammeln, nachdem das aktive deutsche Heer bereits einen entscheidenden Stoß gegen das unzureichende französische  Bollwerk geführt habe, wogegen die französischen Reserven mitten in den Strudel hineingeworfen werden müßten.

An Selbstbelobung fehlt es natürlich dabei nicht. Frankreich hat das beste Geschütz der Welt, nun müsse es aber noch das beste Gewehr haben und dies durch Einführung des automatischen Gewehrs erreichen; möge das auch 600 Millionen kosten; der Vorteil bestehe darin, daß Deutschland das für seine Heeresverstärkung eine Milliarde (?) ausgebe, nach den soeben gebrachten Opfern hierin nicht fortfahren könne. Driant wies auch darauf hin, daß Deutschland 1200 Geschütze mehr aufs Schlachtfeld bringe und daß es am 1. Okt. 1912 mit vier verstärkten Armeekorps bereit stehe zum Einmarsch nach Frankreich, daß diese Korps sogar bereits unter das Kommando eines an der Grenze untergebrachten Armeeführers gestellt seien.

Wir sehen, wie sich hier das bereits vor 25 Jahren erlebte Schauspiel wiederholt, daß die französische Streitsucht durch die zweifellose Kriegsbereitschaft des deutschen Heeres zum Schweigen gebracht wird, damals tat die unerwartete Einführung des Repetiergewehres dieses Wunder. Wir können mit dem Stand der Dinge somit sehr zufrieden sein; mag man über die neue Heeresvorlage denken wie man will, sie hat fraglos ausgereicht, uns den Frieden zu erhalten. Und der alte Spruch, daß man zum Kriege rüsten soll, wenn man den Frieden erhalten will, hat sich von neuem glänzend bewährt. v. W.-F.

Tips und Tricks

Es ist ja so, immer wenn die Staatsmedien oder Verbraucherschützer Haare in der Privaten Altersvorsorge finden, gibt es eine Reihe verunsicherter Kunden, die ihre langjährigen, bestehenden Verträge kündigen, dann aber das so eingesparte Geld gleich zum nächsten Versicherer tragen, was dem Kunden Verluste beschert und dem Versicherer noch einmal Provisionen oder sie hauen das Geld eben auf den Kopf, im vollen Vertrauen, ihnen wird irgendwann  irgendwer schon ein monatliches Einkommen bescheren, als Rentner, von dem sie dann aber nicht schlechter leben wollen als heute.

Schon jetzt gilt aber als gesichert, wer später wegen seines Gottvertrauens in die Weisheit von Spezialisten, die in Fernsehsendern auftreten oder Ratschlägen in Verbraucherschutzmagazinen, an Brotkrusten nagt, bei ARD, ZDF oder beim Verbraucherschutz kann definitiv keine Falschberatung eingeklagt werden. Also vor Gericht unter Tränen zu beteuern, man hätte ja der Wirtschaftssendung geglaubt oder dem Testbericht der Verbraucherschützer, das wird dann nicht zu satter Entschädigung in Millionenhöhe führen. Eher zu Hohn und Spott.

Hilfreich ist es  auch, wenn man einen Fahrraddiebstahl beim Versicherer geltend macht, nicht mit den Unterlagen des bereits vor einem Jahr gestohlenen Fahhrades anzutreten. Das könnte den Versicherer auf seltsame Gedanken kommen lassen.

Zwischen Raub und einfachem Diebstahl unterscheidet der Versicherer übrigens auch. Letzterer ist in der Regel nicht versichert, wenn einem also zugewanderte Facharbeiter oder inländisches Personal etwas wegnehmen, ohne  daß der Bestohlene Widerstand leistet, kann er sich den Gang zur Versicherung sparen. Aber selbst wenn er Widerstand gegen das Wegnehmen leistete, ausschlaggebend ist der Polizeibericht. Wenn die also aus einem Raub, also einem gewaltsamen Wegnehmen, einen schnöden Handtaschentiebstahl machen, weil das besser für die Statistik ist, sollte man an dieser Stelle, als Geschädigter, heftigen Protest einlegen und um Korrektur bitten.

Bild: Immer häufiger brechen unsere Menschen beim Lesen der Mitteilung der Gesetzlichen Rentenversicherung in Tränen der Freude und Dankbarkeit aus. Leider vergessen sie beim Studieren ihrer Rentenprognosen, daß ihre Volksvertreter eines besonders gut können, die Kaufkraft des deutschen Volkes zu mindern. Was heute noch nach viel Geld aussieht, taugt in zwanzig Jahren gerade noch zum Trinkgeld. Dennoch wird uns irgendwer schon durchbringen. So viel steht fest.


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