Archiv für 3. August 2012

Deutsche Jüdin muß Olympia verlassen

Ach Du meine Güte! Zum Glück ist es keine Jüdin, sondern nur eine Deutsche und es ist auch nicht 1936 in Deutschland, sondern 2012 in England. Was hätte alles passieren können, wenn eine Frau für Deutschland rudert, die einen Freund hat, der einer legalen Partei in Deutschland angehört und seine verfassungsmäßigen Rechte wahrnimmt? Und nein, dieser Freund gehört nicht der CDU an, die kürzlich erst erfolgreich gegen das Grundgesetz putschte. Und hätte er, dann wäre es wurscht. In einem normalen Land. In dem keine Sippenhaft gilt. Sippenhaft bedeutet, Angehörige und Freunde haften für die Taten ihrer Sippe. Oder für ihre Überzeugungen oder politischen Einstellungen. Werden also bestraft, obwohl sie völlig unschuldig sind.

Das kennen wir doch aus dem Nazireich! Oder Nordkorea. Der untergegangenen Soffjetunion. Buh! Pfui! Aber es war eben nicht alles schlecht, damals, sonst würde es ja heute nicht praktiziert. Von Deutschen. Nicht?

Doch dieser Freund hat nicht einmal ein Verbrechen begangen, von dem man weiß. Er hat niemanden ermordet, keine Frau geschändet, keinen Neger Neger genannt, keinen Behinderten vom Rollstuhl gestoßen. Keinem Drecksjournalisten von BILD die Zähne in den Hals geprügelt. Nix. Er ist lediglich Mitglied einer zugelassenen Partei. Und auch, wenn er all das getan hätte, was hat das mit seiner Freundin zu tun? Nix. Gar nix.

Weshalb sich nun jeder fragt, darf die das? Einen Freund haben, der einer Partei angehört und zwar nicht der SPD, CDU, GRÜNEN, DIE LINKE, FDP? Nein. Darf sie nicht! Wie gesagt, man stelle sich vor, sie rudert da in Engeland, ja, das wäre doch wie ein zweites Coventry oder Dünkirchen. Oder nicht? In der DDR wäre so etwas auch nicht vorgekommen. Olympiakader wurden streng ideologisch durchleuchtet. Und es gab ja nur die Parteien der Nationalen Front, die Freie Deutsche Jugend. Thälmann – Pioniere waren zu jung für die internationalen olympischen Spiele.

Die DDR wäre auch nie auf die absurde Idee gekommen, ihren Geheimdienst eine Partei gründen zu lassen, damit das Volk etwas zu fürchten hat. Und die Richter etwas zu verbieten. Wie die Bundesrepublik. „Die müssen uns doch für bescheuert halten, die Werktätigen!“ Ganz so bescheuert sind die Demokraten aber nicht. Seht her, können sie rufen. Wir sind nicht wie der Assad. Das Schwein. Oder der Putin. Wir lassen Oppositionsparteien zu. Gut, die sind vollständig vom Geheimdienst unterwandert. Ihre Rechte als Partei sind praktisch ausgehebelt. Gastwirte weigern sich, die Mitglieder zu bedienen, Hotels haben keine Betten frei, Vortragsräume gibt es nicht und Versammlungen werden von von BUNTEN statt BRAUNEN verhindert. Und die Sippe wird in Haftung genommen. Aber immerhin! Das macht eine Demokratie aus, die wir auch dem syrischen Volke wünschen. Und wie gesagt, zum Glück war es keine jüdische Sportlerin 1936. Na, da wären wir aber betroffen gewesen. so was von betroffen. Ach Du meine Güte!

Bild: Tilly Fleischer holte 1936 die erste Olympiagoldmedaille für Deutschland. Skandalöserweise trägt sie ein Hakenkreuz auf der Brust. Der Blogwart fragt:  „Ist das damals niemandem aufgefallen?“ und „Sollte die Frau Fleischer nicht besser ihre Goldmedaille zurückgeben?“ Der Blogwart meint ja.


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