Furchtbares Erdbeben in der Türkei

Furchtbares Erdbeben in der Türkei, schreiben die Wiener Bilder im August 1912 und der Illustrator, live dabei, vor Ort, sozusagen, hat die Feder gezückt und das Geschehen minutiös festgehalten. … Noch ist die ganze Wahrheit nicht bekannt, da die telegraphische Verbindung unterbrochen ist, aber man nennt mehr als dreißig Namen von Städten und Dörfern, welche durch das Beben, durch Sturmfluten und Bergsturz, mehr aber noch durch die in Trümmern ausgebrochenen Brände ganz oder zum größten Teil vernichtet wurden. Bis nach Adrianopel im Norden, Konstantinopel im Osten, reichte das Gebiet des großen Unglücks, durch das die fleißige, vorwiegend griechische Bevölkerung ins Elend gestürzt wurde. Die Toten und Verwundeten zählen nach Tausenden, Hiobsposten berichten von 1200 Toten.

Ein Augenzeuge, der mit dem Dampfer „Pelops“ in Konstantinopel angekommen ist, erzählt, daß man in den Dardanellen an dreißig Erdstöße verspürt habe. In einer Stadt an den Dardanellen sprudelte plötzlich eine heiße Quelle auf großem Umkreis empor, um dann in Spalten zu verschwinden, die sich plötzlich auftaten. Viele Steinhäuser stürzten vollständig ein, von einzelnen nur die Vorderfront. So wurde die Meeresseite der am Strand gelegenen Häuser überall eingerissen, die Rückseiten blieben vielfach stehen. Andere blieben außen intakt, während sie innen zusammenstürzten und aussahen wie ausgebrannt. Die Holzhäuser widerstanden besser.

Eine Moschee ist völlig eingestürzt. Das britische Konsulat ist schwer beschädigt, die griechische Kirche zerstört. Längs des ganzen Ufers, vom österreichischen zum englischen Konsulat klafft ein Erdriss.

Siedende Wasser rissen den ganzen Kai fort, um dann in jäh sich öffnenden Schlünden zu versinken. Alle Straßen der Stadt sind Trümmerfelder. Tausende von Personen in Galipoli fanden den Tod, die Zahl der Verwundeten ist auch sehr beträchtlich. …

1 Antwort to “Furchtbares Erdbeben in der Türkei”


  1. 1 Prosemit 14. August 2012 um 09:51

    Danke für diese geschichtlichen Beiträge.

    Viele Steinhäuser stürzten vollständig ein, von einzelnen nur die Vorderfront. So wurde die Meeresseite der am Strand gelegenen Häuser überall eingerissen, die Rückseiten blieben vielfach stehen. Andere blieben außen intakt, während sie innen zusammenstürzten und aussahen wie ausgebrannt. Die Holzhäuser widerstanden besser.

    Zur Baukunde :

    Nicht ohne Grund waren in den Erdbebengegieten ausschliesslich Holzhäuser die Regel, nur dort, wo es an genügend Holz fehlte, waren Häuser aus Stein .

    Von Ida Hahn-Hahn Orientreise :

    Unter und zwischen den Bäumen, gleichsam in einem gelichteten Walde, liegen die Häuser: – die Wohnungen der Gesandten in Pera und einige wenige Regierungspaläste abgerechnet, – alle von Holz, auch die des Großherrn, die Kasernen, die Kanonengießerei, die Wohnungen der Paschas; manche mit den allerhellsten Farben, weiß, blaßrot, hellgelb, mit bunten Verzierungen bemalt, andre von der Zeit gebräunt wie die Häuser im Berner Oberland; noch andre, namentlich die der katholischen Armenier, schwarz und dunkelgrau angestrichen.

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/1650/5

    Ich erwähnte genau diese Passage schon einmal, als Beleg für die immer schon vorhandene absichtliche Diskrfiminierung der Ungläubigen.
    Natürlich durften die Häuser der Armenier keine Farben tragen und natürlich sollte man schon vorher sehen, wo der Giaur wohnte. Es ging dann bei den Pogriomen schneller.


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