Archiv für 25. August 2012

Hitler eilt Polen zu Hife

Bild: „Wir wollen euch alle ausrotten“. Klare Ansage polnischer Aufständischer gegenüber ihren Nachbarn deutscher Herkunft. Irgendwie scheint Multi – Kulti in Polen gescheitert. Natürlich berichten deutsche Zeitungen zuallererst über die Lage Deutscher in Polen. Man erfährt aber auch, daß auch Tschechen und Ukrainer unter Terror zu leiden haben. Für den Völkerbund ist das kein Problem. Dann sollen sie eben mehr Verbandszeug kaufen.

Na, noch nicht gleich, aber am 01. September 1939 wird es so weit sein. Die *Freiburger Zeitung* vom  25.08.39 berichtet in ihrer Morgenausgabe von polnischen Aufständischen, die auf polnischem Staatsgebiet Jagd auf polnische Staatsbürger machen. Die sind ursprünglich deutscher oder tschechischer Nationalität. Es findet also ein Genozid an der eigenen Bevölkerung statt. Das polnische Militär greift nicht ein, auch nicht die polnische Polizei, höchstens zu Gunsten der sogenannten Aufständischen. Die deutschen Zeitungen vermeiden aber krampfhaft jede Beschuldigung der polnischen Regierung, sie hätte diesen Genozid angezettelt und nennen die Mordbanden Aufständische. Gleichzeitig kann man lesen, bezieht polnisches Militär Bereitstellungsräume an der Grenze zu Deutschland, während es die eigene Bevölkerung verschleppt.

Bild: Stalin hört sich die Vorschläge der Einkreiser in Ruhe an. „Wir kommen von Westen.“ „Wir kommen übers Meer.“ Stalin: „Und wir kommen überhaupt nicht.“

Gerade hat auch Stalin seine Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt, daß er Deutschland nicht angreifen wird. Das ist nämlich der Sinn eines Nichtangriffspaktes. Wie damals schon, liegt zwischen Deutschland und der Sowjetunion Polen. Er machte also für Deutschland nur Sinn, wenn die ruhmreiche Sowjetarmee an der Seite der polnischen Armee plante, über Deutschland herzufallen oder die Deutsche Wehrmacht im Bündnis mit Polen über die Sowjetunion. Oder irrt sich der Blogautor da? Sowjetunion und Deutschland versichern also einander, daß das nicht geschehen wird. Die deutsche Presse schreibt dazu, daß darüber Frankreich und England ganz aus dem Häuschen wären. Nicht vor Freude. Was einen verwundern könnte, geht es den Regierungen doch stets und stetig um den Weltfrieden. Ein Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion ist also gebannt. Nur die polnische Regierung scheint das noch nicht begriffen zu haben. Aber bis zum 01. September 1939 sind es ja noch einige Tage hin. Vielleicht zieht sie ihre Truppen wieder zurück, läßt die polnischen Staatsbürger deutscher Herkunft in Ruhe und es findet sich auch für Danzig eine akzeptable Lösung. Für die Danziger?

Danzig ist damals übrigens freie deutsche Stadt unter Verwaltung des Völkerbundes. Daß Polen versucht, sich Danzig einzuverleiben, nun ja, das kommt schon einmal vor, das sollten wir nicht so eng sehen. Außerdem sind das ja Aufständische. Mit denen die polnische Regierung anscheinend nicht fertig wird. Schreiben die deutschen Zeitungen. Immer höflich. Mal sehen, ob es hilft.

Heute wissen wir natürlich, das Deutschland von damals war ein Verbrecherregime. Wer eine Meinung hatte, die der veröffentlichten Meinung widersprach, wurde dafür bestraft, wie Nadja Drygalla,  und auch unsere jüdischen Mitbürger wurden massiv bei der Ausübung 4000 Jahre alter Traditionen behindert. Wie den Beschneidungen. Das konnte sich die freie, westliche, demokratische Welt nicht lange gefallen lassen. Das mit den  4000 Jahre alten Traditionen und ihren Behinderungen. Ihr werdet ja sehen. Es gibt aber auch freie, westliche, demokratische Staaten, die auf unsere emigrierten jüdischen Mitbürger sauer waren. Guatemala zum Beispiel. Das hatte Juden einreisen lassen, die vorgaben, sich landwirtschaftlich betätigen zu wollen. Das war die Bedingung Guatemalas. Keine Einreise wegen des Handels mit Bürsten, Pfannen und Schnürsenkeln. Der Fön hatte aber gelogen. Hätte Otto Walkes gesagt. Guatemala stoppte also erst einmal die Aufnahme weiterer Informatiker und Facharbeiter für industrielle Spitzenerzeugnisse und fleissiger Bauern mit jüdischen Wurzeln. Für den Hohn, der da aus den Zeilen der deutschen Zeitungen herausklingt, haben sich deutsche Zeitungsschmierer bis heute nicht entschuldigt. Pfui Deibel.


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