Archiv für 8. November 2012

Amerika hat gewählt

Newyork, 8. November. Nach den letzten Wahlresultaten hat Wilson in 40 von 48 Staaten mit 442 Elektoralstimmen gesiegt. Roosevelt erhielt 77, Taft 12 Stimmen. Von den Volksstimmen entfielen auf Wilson 6192000, auf Roosevelt 4194000, Taft 3537 000. Die voraussichtliche Zusammensetzung des Unterhauses wird sein: 287 Demokraten, 122 Republikaner und 16 Progressisten. *Freiburger Zeitung, 8.11.1912  1. Morgenausgabe*

Unterdessen geht die Angst in Konstantinopel um. Die Angst der Christen, von den Kurden massakriert zu werden, schreibt die Zeitung: „… Europas Gedächtnis ist kurz; wohl kaum einer wird sich noch an die Armeniermetzeleien erinnern, die von Kurden ausgeführt wurden. Und von den geplanten Christenmetzeleien zur Zeit der Gegenrevolution vor drei Jahren, bei der wieder die Kurden nur auf das Signal zum Anfang warteten, hat Europa überhaupt nicht Notiz genommen. Es kam ja nicht zur Auführung: weil die Jungtürken zur rechten Zeit eintrafen. Und da konnte man alle Pläne leicht ableugnen. Aber die Familien hier haben jene Stunden der Angst noch nicht vergessen. … Nun sind vor einigen Tagen die Kurden in großer Zahl durch Stambul gekommen. Sie wollten nun auch dem Vaterlande als Freiwillige dienen, schrieben geschmeidige hiesige Zeitungen. Man erzählt anders: Die Hodschas haben ihre Sache so weit gefördert, daß diese Menschen vor die Regierungsgebäude gezogen sind und einen Erlaubnisbrief für die Christenermordung gefordert hätten! Mit List habe man die Horde unschädlich gemacht. … Wann kommt die Katastrophe? Das weiß hier jedermann ganz genau: Wenn die geschlagenen Truppen nach Konstantinopel kommen sollten. Dann würden die Fanatiker in den asiatischen Truppen die Werkzeuge ihrer Pläne finden. Dann Gnade uns Gott! … „

Bild: Wahlsieger Wilson. Dazumal gab es in deutschen Medien keine Dummschwätzer, die Amerikanern erzählten, was oder wen sie wählen sollten, weil es für Amerika besser sei. Die sind erst in den letzten Jahrzehnten irgendwo hervorgekrochen und die staunende Menge glotzt sie offenen Mundes an.

Hündisch ergeben

Der Blogwart weiß nicht, wie er das sonst pietätvoller formulieren soll. Lutz Battke wird die Existenzgrundlage entzogen weil er mehrmals an der jährlichen „Ehrung“ der zwei Mörder des jüdischen Reichsaußenministers Walther Rathenau teilgenommen hatte. Nur mal zum Verständnis, dieser Rathenau wurde 1922 ermordet. Das weist darauf hin dass für ihn selbst schwerste und zudem antisemitische Straftaten billigenswert“ seien. So der TAGESSPIEGEL. Und die Richter. Die offenbar befürchten, der Herr Battke könnte beim Kaminekehren die Kunden in politische Gespräche über die Weimarer Republik verwickeln, die Massenarbeitslosigkeit, den Ausverkauf des Besitzes und der Interessen der deutschen Bevölkerung,  und Parallelen zu Herrn Rathenau und Angela Merkel ziehen. Gut, daß dem nun ein Riegel vorgeschoben wurde.

Künftig werden es sich die Leute zweimal überlegen, ob sie sich für die Kandidatur einer Partei aufstellen lassen, die derzeit völlig legal ist. Wir leben nämlich in einer Demokratie in der jeder der Meinung der Bundeskanzlerin sein darf oder der von Herrn Steinbrück oder von Petra Pau. Wer anders denkt und das dummerweise auch noch laut, der wird bei der ARGE um Brot betteln müssen. So, wie das in pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaften üblich ist. Und sollte einmal herauskommen, daß der Hitler jüdische Ahnen hatte, dann kann sich der Stauffenberg auf etwas gefasst machen. Der Antisemit.

Am 2. Juli 1922 schreiben die Wiener Bilder zum Mord an Walther Rathenau: „Der unselige Friedensvertag hat wieder einen politischen Mord gezeitigt, der am Samstag dem 24.  d. M., der deutsche Außenminister Walther Rathenau in Berlin zum Opfer gefallen ist.“ Mit dem unseligen Friedensvertrage wurde Deutschland verpflichtet, ohne Rücksicht auf das Wohl der eigenen Bevölkerung die finanziellen und materiellen Forderungen der Kriegsgegner, die heute unsere Freunde genannt werden, weil sich das besser anhört, zu befriedigen. Besonders willfährig dabei zeigte sich der deutsche Außenminister. „Wenn man mit einem Wort die Persönlichkeit Rathenaus umschreiben wollte, so müßte man sagen: er war ein mit dem Spürsinn für alles rational wirtschaftliche ausgestatteter Wirklichkeitsmensch, der sich zugleich eine ideale Auffassung von der Wirksamkeit des menschlichen Lebens gewahrt hatte.“  Heute würde man wohl von herzlos und Machtmensch sprechen.

Bild 1: Aber nicht alles war 1922 schlecht. Unsere heutigen Freunde zerstückeln weiterhin Deutschland. In die, Deutschland verbliebenen Gebiete, dürfen deutsche Truppen zu deren Verteidigung einrücken, von den Kindern freudig begrüßt. Den Rest okkupiert Polen. Dasselbe Polen, dem der deutsche Kaiser und der österreichische Monarch zur Wiederauferstehung geholfen haben. So rächt sich die böse Tat.

Bild 2: Alljährlich gedenken Deutschlands Offizielle Menschen, die versuchten, ein deutsches Staatsoberhaupt umzubringen und das inmitten einer Krisensituation, in der sich das Land befand.  Das weist darauf hin, daß sie selbst schwerste Straftaten, wie Mord billigen. Sollte sich herausstellen, daß das Attentatsopfer jüdischer Herkunft war oder in der Ahnenreihe jüdische Gene herumdümpelten, kommt Antisemitismus strafverschärfend hinzu.


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