Archiv für 14. November 2012

Der Iran ist auch deshalb verabscheuungswürdig

weil Dieben dort Finger abgeschnitten werden, anstatt ihnen einen Klaps zu geben und zu weiteren Diebstählen oder schwereren Untaten zu ermuntern. So was könnte in Deutschland nie passieren. Das ist auch gut so. Deutscher Justiz liegt das Diebeswohl zuallererst am Herzen, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, auch der der Diebe, ist grundgesetzlich geschützt. Auch die körperliche Unversehrtheit. Vor allem auch die seelische. Wenn jemand beispielsweise einem Entführer sagt, gleich hau ich Dich ganz schlimm, wenn Du mir nicht gestehst, wo Dein Opfer ist, der fügt dem Entführer so gräßliche Qualen zu, da ist das Ersticken in finsterem Erdloch doch Kinderkacke dagegen.

Wer jetzt spricht, aber ohne Finger könnten die nicht klauen, also auch keine weiteren Diebstahlopfer produzieren, sollte sich mal nicht täuschen. Unsere Politiker benötigen dazu nicht einmal Finger! Iranische Prävention wäre also völlig für die Katz. Was deutsche Politiker betrifft.

Natürlich ist der Iran auch sonst noch verabscheuungswürdig. Weil er nämlich Israel fortwährend bedroht. Das tut man ja nicht. Weil Israel heilig ist. Zumindest für uns Deutsche. Und Heiligtümer schänden und bedrohen, das ist eines der schlimmsten Schandtaten, die Deutsche sich vorstellen können. Außer Pussy Riot tut es. Dann ist es Opposition und ein mutiges Wort. Und verdient Auszeichnung. Vielleicht sollte dann besser Pussy Riot Israel bedrohen? Der Iran wäre dann aus dem Schneider und müßte nicht andauernd fürchten, bei ihm würden westliche Freiheiten und Demokratie eingeführt. Wie in Deutschland.

Wo die Opposition an der Oppositionsarbeit gehindert wird und Politiker und Medien dem gemeinen Volk tagtäglich erzählen, warum es moralisch verwerflich ist, die Opposition zu wählen, für sie zu kandidieren oder überhaupt ihr zu helfen, im übrigen Parteienspektrum wahrgenommen zu werden, außer unter der Überschrift „Verbot“. Aber das hat der Iran ja bereits.

Doch es wird nicht gewürdigt. Anstatt daß sich Frau Merkel nun hinstellt und sagt, schaut, der Iran ist doch lernfähig, der geht mit der Opposition um, wie wir hier in Deutschland, da glotzen immer alle nur auf die Atombome. Von denen wir ja auch etliche haben. Es sind aber nicht unsere. Bomben. Unsere Freunde lagern sie nur bei uns, um sie griffbereit zu haben. Wenn Amerika in näherem Umkreis wieder Demokratie einführen muß, dann hat es hier gleich welche zu liegen.  Die tun auch sonst nichts. Sie sind harmlos. Sie werden auch immer richtig gepflegt und gewartet.

Nicht so wie deutsche Kernkraftwerke. Da ist ja immer ein Störfall. Und dann sind die Mütter ganz aufgeregt, geben den Kindern Jod aufs Frühstücksbrot und erinnern sich der glücklichen Zeiten, als Uroma noch im Schein der Petroleumlampe Strümpfe stopfte. Bei den Atomwaffen unserer Freunde kann so etwas aber nicht passieren. Zumindest liest man nicht davon. Und was man nicht liest, das findet auch nicht statt. Und da können wir wirklich beruhigt sein.

Die Waffen nieder!

Im November 1912 ist der Balkankrieg, entfesselt von Serbien, Montenegro, Bulgarien, Griechenland und Albanien gegen die Türkei,  immer noch in vollem Gange. Während die Waffen sprechen, demonstrieren die Wiener Sozialdemokraten gegen den Krieg auf dem Balkan. Der natürlich dann sofort beendet wurde. Alle kriegführenden Parteien reichten sich umgehend die Hände und versprachen sich gegenseitig, so etwas nie wieder zu tun.

Bild: Griechische Truppen im Gefecht.

Bild: Wiener Sozialdemokraten protestieren gegen etwas. Hier gegen den Krieg. Der beschliesst, völlig eingeschüchtert, sich wieder zur Ruhe zu begeben. Glück gehabt.

Irritierend an diesem Protest aber ist, Österreich befindet sich überhaupt nicht im Krieg. Seither sind Linke nicht wesentlich intelligenter geworden. Im Gegenteil.


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