Gunter Demnig verlegt neue Stolpersteine

schreibt die Mitteldeutsche Zeitung. Damit erinnert er die Zeitzer daran, daß ihre Vorväter einstmals  Lydia und Hermann Blumenthal und Auguste Lewy schweres Unrecht antaten, so wie die Hamelner Bürger ihrem Rattenfänger, der sie später dafür büssen ließ, indem er sämtliche Kinder aus der Stadt lockte. Bis auf die Lahmen und Kranken. Was er dann mit ihnen trieb, darüber gehen die Meinungen auseinander, jedenfalls können die Zeitzer froh sein, daß, obwohl so scheußliche Untaten in Vorzeiten von ihren Groß- und Urgroßvätern verübt wurden, an der Familie Mendelsohn, Frau Hedwig Flatow, der Familie Flörsheim, Herrn Siegfried Fürst, Lydia und Hermann Blumenthal, und auch der Auguste Lewy, diese gänzlich auf die Ausrottung der Nachkommenschaft der damaligen Zeitzer verzichten.

Stattdessen drangsalieren sie  sie mittels Künstlern, wie Gunter Demnig, der aus der Idee des Gedenkens und Mahnens ein schönes Geschäft gemacht hat, von dem er und seine Kindes – und Kindeskinder noch in etlichen Generationen hübsch leben können, das Wort Holocaustprofiteur will der Blogwart bei dieser Gelegenheit aber nicht einmal denken.

Im Mittelalter gab es übrigens die Flagellanten, das waren Menschen, die durch die Straßen zogen und sich selbst oder gegenseitig blutig peitschten, tatsächlicher oder eingebildeter Sünden wegen. Heute gründen sie Initiativen wie „Stolpersteine für Zeitz“.  Eine feine Sache, meint der Blogwart.

Bild: 1641 Antisemitismus in Frankfurt.

9 Responses to “Gunter Demnig verlegt neue Stolpersteine”


  1. 1 Beipflichter 26. November 2012 um 16:12

    Bewegt sich doch alles im üblichen Erwartungshorizont. Eine Religion braucht eben Rituale, Symbole, Devotionalien, Pilgerstätten, Heilige, Legenden und Mythen. Seit Jahren gibt es offenbar die Weisung von höchster Stelle, hierzulande die Holocaust-Religion zu installieren. – Da für die Plebs abstrakte Glaubens-Inhalte schwer erfassbar sind, müssen halt verschärft Pilgerstätten mit Stolpersteinen her, zu denen ein Bussgang anzutreten und vor denen ein symbolischer Kotau zu vollführen ist. – Vermutlich ist den „höchsten Stellen“ der Prozentsatz an Holocaust-Ungläubigen hierzulande noch viel zu hoch. – Ergo ist zu erwarten, dass die landesweite Zupflasterung mit Stolpersteinen erst am Beginn steht.

  2. 2 vitzliputzli 26. November 2012 um 16:52

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Demnig

    Wenn man mal bei ihm schaut: von 1980 bis 1997 diverse und reichliche Kunstaktionen, Ausstellungen etc.

    1997: erste legale Stolpersteinverlegung

    und das macht der Künstler jetzt seit 15 Jahren. Anscheinend nix anderes mehr, denn weitere Eintragungen finden sich auf Wiki nicht mehr.

    Das war wirklich eine geniale Geschäftsidee! (dachte ich übrigens schon vor ein paar Jahren sofort, als ich den ersten in meinem Leben gesehen hatte …. es gibt so viele städte …. über 300.000 kann er alleine in Deutschland verlegen …. wer sich als Gemeinde weigert, kann mit der Nazikeule so lange gekitzelt werden, bis auch da unterschrieben wird!)

    Weiß jemand zufällig, was da pro Stein verdient werden kann?

  3. 3 eulenfurz 26. November 2012 um 17:19

    Eine geniale Idee!

    Man sollte an die kommunalen Honoratioren Zwangsjacken mit gelbem Hexagramm verhökern, sozusagen als Büßergewand für die Sünden der Vorfahren. Stückkosten 500 Euro. Wer es nicht kaufen und anziehen will, der wird kurzerhand in den braunen Sumpf geworfen!

  4. 4 Wolfrabe 26. November 2012 um 17:31

    120 Euronen – von mir aus 20 Euronen für die Herstellung = 100 € macht in Wiesbaden flotte 671 Steinchen, nach Adam sind wir dann bei 67.100,- € .

    Da brauch man dann nicht mehr viele Bilder hauen.

    http://www.am-spiegelgasse.de/de/geschichte-und-erinnerung/stolpersteine/

  5. 5 vitzliputzli 26. November 2012 um 18:06

    Bei der Unmenge an mittlerweile verlegten Steinen bezweifelte das Finanzamt den weiteren Kunst-Charakter der Aktion und wollte mehr Steuern. Glücklicherweise half die immer unsichtbar mitsschwingende Nazikeule.

    Siehe hier:

    http://www.stolpersteine.com/DE/aktuell.html

    – – – – Juli 2011 – – – –

    Steuerprüfung ’04 bis ’08
    Eine gute und eine weniger gute Nachricht ….

  6. 6 Milzbrandt 26. November 2012 um 21:04

    Auch in der Pforzheimer Innenstadt treibt die „Stolperstein-Industrie“ schon länger ihr Wesen. „Nachdenklich“ macht das schon, denn: Die Blumenthals und Lewys wären am 23. Februar 1945 auch umgekommen, wenn sie in ihren Häusern geblieben wären, vor deren häßlichen Nachfolge-Bauten wir Überlebenden nun „stolpern“ sollen! Vielleicht hat der eine oder andere den Krieg sogar genau deshalb überlebt, weil er bei dem Feuersturm am 23. Februar (17.000 Erstickte und Phosphorisierte innnerhalb von 15 Minuten) nicht anwesend war. Dessen Opfer gelten der Stadtverwaltung offenbar als Kollateralschaden bei der Errichtung einer neuen Rattenfängergeschichte, mit der man künftige Generation „erziehen“ möchte, damit sie genau zwischen Opfern 1. und 2. Klasse unterscheiden können.

  7. 7 dabeigewesener 26. November 2012 um 21:43

    Auch die sächsische Kreisstadt Wurzen läd Herrn Demnig zum Abzocken ein.(lvz-online)Wie die meisten Kommunen nagt auch Wurzen am Hunger-
    tuch,aber für solchen Rotz ist Kohle da.Von wegen Sponsoren.

  8. 8 Beipflichter 27. November 2012 um 07:01

    Richtig. Wenn’s ums Arschkriechen geht, lässt sich das Bundes-Hornvieh nicht lumpen. Da werden weder Kosten noch Mühen gescheut, sich gegenseitig an willfährigem Kotau vor „angesagtem“ Gesslerhut zu überbieten. Denn wer da zu spät kommt, den bestraft das Leben, äh pardon, die Nazi-Keule.

  9. 9 Rucki 27. November 2012 um 10:30

    Hat der „Künstler“ denn mal bei den Nachkommen oben besagter Personen nachgefragt, ob ihnen das recht ist, dass auf den Namen ihrer verstorbenen Angehörigen herumgetrampelt wird?

    So wer jetzt noch will kann die Nazikeule umdrehen.


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