Archiv für 10. Januar 2013

Vor 90 Jahren

Die Franzosen im Ruhrgebiet 1923Am 11. Januar 1923 besetzte die französische Armee einen Teil Deutschlands. Die *Wiener Bilder* schreiben: Die Franzosen im Ruhrgebiet. Das seit langem Erwartete ist geschehen – Frankreich hat in seiner geradezu fanatischen Verblendung den traurigen Gewaltschritt getan und ist im tiefsten Frieden gegen ein vollkommen wehr- und waffenloses Volk mit einer ganzen kriegsmäßig ausgerüsteten Armee in dessen Land eingedrungen. Die französischen und belgischen Ingenieure, welche die Kohlenlieferungen Deutschlands „kontrollieren“, respektive erzwingen sollen, haben als Begleitung ganze Regimenter Infanterie, Kavallerie und Artillerie, Maschinengewehre, Flugzeuge, Kanonen und Tanks erhalten und die „siegreiche“ Armee Frankreichs biwakiert in den Schulen und hält die Straßen von Essen, Bochum, Dortmund und anderen deutschen Städten besetzt. Ein stummes Zornbeben geht durch die ganze deutsche Welt, und das deutsche Volk hat am letzten Sonntag ernst, aber bedeutsam gegen diesen Gewaltakt brutaler Macht protestiert, gegen den das Gewissen der übrigen Welt leider stumm bleibt.

Wo bleibt die Freiheitsliebe Englands und Amerikas, da eine aus Verzweiflung übermütig gewordene Nation ihren Fuß auf den Nacken eines gebeugten, aber nicht gebrochenen Fußes setzt, das – ein Hiob unter den Nationen – alle Schläge des Schicksals mit Heldenkraft erträgt, in dem Bewußtsein, daß der Tag kommen wird und muß, an dem die Weltgeschichte das Weltgericht sprechen wird. Unsere Herzen schlagen in Trauer in diesen ernsten Tagen für unsere Brüder im Reiche, mit denen wir im Unglück uns doppelt vereint fühlen bis zu jenem Tage, an dem Europa von den Fesseln frei sein wird, in die es der unselige Weltkrieg geschlagen Der Tag der nationalen Wiedergeburt wird kommen und je düsterer heute der Himmel, desto strahlender wird dann die Sonne der deutschen Freiheit über Europa aufgehen.

Die Franzosen im Ruhrgebiet

Bild: Unter Freunden gibt man sich gern mal ein Küsschen. Oder die Kugel. Und wenn  die Pensionen der französischen Beamten in Gefahr sind, dann fackelt die Grande Nation nicht lange. Aber dafür sind Freunde schliesslich da. Man zahlt ihre Schulden und hinterher trinkt man, auf eigene Kosten, ein Gläschen Wein  zusammen. Verdun darf sich nämlich nicht wiederholen!

Kennen Sie Arochoku?

galizische Zigeunergesellschaft 1902

Der Blogwart auch nicht. Die Coburger Zeitung schreibt am 10.01.1913: Schreckliche Grausamkeiten eines afrikanischen Negerfürsten. Eine afrikanische Sklavenstadt, in der allerlei Greuel verübt wurden, die an die Grausamkeiten im Putumajagebiet am Amazonenstrom erinnern, ist im Herzen Afrikas an den Ufern des Niger entdeckt worden. Während sich in Peru Weiße die Menschenquälereien zuschulden kommen lassen haben, war es am Niger ein schwarzer Fürst, der Jusu von Arochoku, der das Leben von Zehntausenden in seiner Gewalt hatte; viele Tausende hat er im Laufe der letzten Jahre hinrichten lassen, was auf eine besonders grausame Art geschah. Der dem Tode geweihte Sklave wurde in ein Marterinstrument gespannt, das den Kopf des Unglücklichen dreimal gegen einen „heiligen Stein“ schleuderte. Zehntausende von kräftigen Negern hat der Jusu von Arochoku zu hohen Preisen an andere Fürsten und Häuptlinge verkauft, die die armen Menschen als „Schlachtware“ behandelten. Die körperlich minderwertigen Sklaven liess der Jusu von vornherein abschlachten und den Göttern opfern.

Dieser entsetzliche Sklavenhandel und Götzendienst ward erst kürzlich von einer englischen Expedition aufgedeckt, die zugleich in einem verborgenen Tale 3000  zum Verkauf oder Tode bestimmte Sklaven vorfand. Der englischen Regierung sind genaue Einzelheiten über die Schreckensherrschaft des Jusu von Arochoku zugegangen, der nunmehr ein für allemal ein Ende gemacht werden soll.

Bild: Nicht überall tummeln sich edle Wilde, wie diese Angehörigen vom Stamme der Zigen in Galizien. Erschröckliches muß der Leser aus Afrika erfahren, von blutrünstige Negerfürsten, die  ihre Mitneger versklaven und abschlachten. Ach, stöhnt der Blogwart, hätte er doch niemals das Lesen erlernt!

Made in Germany

Häuptling Brahim Begu 1913

Am 10.01.1913 schreibt die Coburger Zeitung: Ein serbisches Lob über die Krupp`schen Geschütze. Der Wiener „Reichspost“ wird aus Belgrad gemeldet: Die in Kragujewatsch abgehaltenen Schießübungen mit den Türken abgenommenen Krupp`schen Geschützen haben überraschende Resultate ergeben. Die Krupp`schen Kanonen sind vorzüglich und die Munition ausgezeichnet. Die Fachleute können sich nicht erklären, wie es kam, daß die türkische Artillerie so erfolglos die serbischen Truppen beschossen hat. Man nimmt an, daß die Geschosse schlecht temperiert waren.

… Wie das Reuterbüro erfährt, werden die Mächte heute offiziell benachrichtigt werden, daß Serbien zum Beweise seines guten Willens bereit sei, im Interesse des allgemeinen Friedens Opfer zu bringen und sich entschlossen habe, unmittelbar nach Friedensschluß seine Truppen von der Küste der Adria zurückzuziehen. Die serbische Regierung hofft, daß durch diese Handlungsweise Europa von seiner Mäßigung überzeugt wird und keine weiteren Opfer verlangt, die außerhalb der Grenzen seiner Macht liegen.

Dieser Rückzug Serbiens ist ohne Frage auf Betreiben Rußlands erfolgt oder – was dasselbe bedeutet – durch die Erkenntnis diktiert worden, daß Rußland Serbien bei einem Konflikt mit Österreich nicht unterstützen werde. Nunmehr dürfte auch die Demobilisierung in Rußland und Österreich sehr viel leichter und schneller erfolgen.

Wie man sieht, sagt der Blogwart, arbeitete Serbien bereits 1912 auf einen Krieg mit Österreich hin, der ist 1913 erst einmal abgesagt, wegen fehlender Unterstützung Rußlands, die Ermordung des österreichischen Thronfolgers 1914 in Sarajewo ist dann das Sahnehäubchen auf den fortwährenden serbischen Provokationen gegen Österreich.

Bild:  Albanische Blütenrevolutionäre von 1913.


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