Archiv für 18. Januar 2013

Neuer Lebensmittelskandal

Kinderfleisch entdeckt

!Jetzt auch Kinderfleisch in Schweinefleischkonserven entdeckt! Der Blogwart fragt empört, kann man heutzutage keinem Lebensmittelhersteller mehr trauen.

Zum 18. Januar

AbdankungsurkundeDen Gründungstag des Deutschen Reiches feierlich zu begehen, ist heute mehr Anlaß als je gegeben. In früheren Jahren hat man das kaum für nötig gehalten. Wir haben keinen Nationalfeiertag wie die Franzosen oder die Amerikaner. Uns war die Tatsache  der Reichsgründung selbstverständlich geworden. Mit der den Deutschen eigenen Gedankenlosigkeit wurde der Besitz hingenommen. Wer dachte, daß es jemals anders werden könnte?

Der alte Moltke hat den Kampf, der schließlich an allen Grenzen entbrannt ist, vorausgesehen. Und Bismark konnte in seinen letzten Lebensjahren keine Ruhe finden, so quälte ihn die Sorge um den Bestand seines Werkes. Wie sehr sie berechtigt war, das sehen wir heute.

Die Franzosen sind mit gewaltigem militärischen Troß ins Ruhrgebiet eingezogen, die Litauer, ein Volkssplitter, von dessen Existenz viele bis zum Krieg kaum etwas wußten, konnten es wagen, die deutsche Stadt Memel zu besetzen; die Polen, deren staatspolitische und kulturelle Untauglichkeit die Geschichte hundertfach erwiesen hat, durften Fetzen aus dem Reichskörper herausreißen und können es wagen, Truppen zu neuen Raubzügen zu mobilisieren. Tschechen hat man als Herren über vier Millionen Deutsche gesetzt, Südslawen durften in altes deutsches Kulturgebiet einbrechen, die Italiener treiben im Lande Andreas Hofers ihr Wesen. Wir Deutschen sind machtlos und müssen mit Zähneknirschen zusehen.

Ja, wir haben Grund genug, des Tages zu gedenken, da im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles ein deutscher Kaiser ausgerufen und des Reiches Herrlichkeit aufgerichtet wurde. Wir wollen aber auch den Tag nicht vergessen, da im gleichen Saale des Schlosses von Versailles ein brutaler Feind dem deutschen Volke einen Vertrag aufzwang, wie ihn schändlicher die Weltgeschichte kaum gesehen hat.

Die berufenen Vertreter der Nation haben damals nicht Nein gesagt. Wir wollen über sie nicht richten. Daß das Nein nicht damals schon gesprochen wurde, daran haben wir alle Schuld. Das Volk war müde geworden, hatte es zugelassen, daß die Waffen zu früh an die Wand gestellt wurden, hatte sich einem weichen Verständigungswahn hingegeben und die harten Lehren der Geschichte vergessen. Jetzt werden sie uns wieder eingeprägt. Poincarè ist der politische Lehrmeister der Deutschen geworden. Er führt sie wieder zusammen und macht ihnen begreiflich, daß Einigkeit not tut.

Die Staaten können nur erhalten werden mit den Kräften, mit denen sie aufgebaut wurden. Das ist ein altes, wahres Wort. Gerade wir im Süden wollen nicht vergessen, was die nationale Kraft des alten Preußen für das Reich gewesen ist. Altem preußischem Geist verdankt das Reich das Beste. Auch dieser Geist ist mit der Revolution verflogen.

Erst in diesen Tagen haben wir wieder Anzeichen dafür feststellen dürfen, daß er nicht ganz tot ist. Die Verlegung des Kohlensyndikats, der Befehl, den Feinden auch gegen Barzahlung keine Kohlen zu liefern, die Erklärung eines Großindustriellen: „wir gehorchen hier nur deutschen Gesetzen!“, das Wort eines Arbeitnehmers: „Schmach über die, die dem Feinde dienstbar sind“ – das sind Äußerungen des alten preußischen Geistes, jener politischen Willensstärke, jener Fähigkeit zum Ertragen widrigen Geschickes, die wir so lange vermißt haben und denen das ganze deutsche Volk so sehr viel verdankt.

Wir halten fest am Reich. Ohne Erröten wollen wir dem heranwachsenden Geschlecht das Erbe der Väter übergeben. Wir sind uns bewußt, daß der Deutsche seine weltgeschichtliche Mission nicht vollendet hat und daher das Reich nicht untergehen darf. Jetzt brausen Stürme darüber hin, die es in den Grundfesten zu erschüttern drohen. Stark und einig und groß wird es dereinst wieder dastehen, denn wir vergessen unsere Brüder nicht, die heute unter feindlichem Joche schmachten. Auch ihr Tag muß kommen. In Polen und Danzig, in Straßburg und Bozen werden dereinst wieder deutsche Fahnen wehen. *Coburger Zeitung 18.01.1923*

Bild: Im November 1918 dankt der letzte deutsche Kaiser ab. An die Beamten appelliert er: „Ich erwarte von Ihnen, daß Sie bis zur Neuordnung des Deutschen Reiches den Inhabern der tatsächlichen Gewalt in Deutschland helfen, das Deutsche Volk gegen die drohenden Gefahren der Anarchie, der Hungersnot und der Fremdherrschaft zu schützen.“


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