Es wird in 100 Jahren wieder so ein Frühling sein

Kronprinz Konstantin auf dem Schlachtfelde 1913

Am 26.03.1913 berichtet die *Coburger Zeitung*: Gestern früh wurde die Stadt Omaha im Staate Nebraska (Nordamerika) von einem verheerenden Cyklon heimgesucht. Gleichzeitig brach in mehreren Teilen der Stadt Feuer aus, das die furchbarsten Verheerungen anrichtete. In der allgemeinen Panik war es nicht möglich, Rettungsarbeiten größeren Umfangs auszuführen. Bis jetzt läßt sich mit Bestimmheit nur sagen, daß an 1000 Menschen umgekommen sind. Die genaue Zahl der Toten ist noch nicht ermittelt, auch läßt sich die Höhe des Schadens noch nicht genau feststellen. Die Verwaltung der Stadt bot sofort zum Sicherheitsdienst Militär und Polizei auf. Von dem Cyklon wurden außerdem noch weite Strecken des Staaters Nebraska heimgesucht. Auch dort wurden arge Verwüstungen angerichtet und sind viele Menschen umgekommen.

In der ersten Osternacht herrschte in Südengland ein furchtbarer Sturm. Wie der „Voss. Ztg“ gemeldet wird, ist die ganze Küste mit Schiffstrümmern besät; die zahlreichen Ausflügler fanden in den südlichen Seebädern die Promenaden von der Brandung zerstört. In London zertrümmerte der Sturm tausende Fensterscheiben.

Die *Freiburger Zeitung* resümiert am 25.03.1913: Die Ostertage sind vorbei, fortgeschwemmt durch Regenfluten, die in der Frühe des ersten Feiertages kräftig einsetzten, sich dann zu einem Landregen von äußerster Dauerhaftigkeit entwickelten und schließlich, als der zweite Tag sich neigte, langsam verebbten. Am Abend wölbte sich ein prächtiger Sternenhimmel über Berg und Tal und heute strahlt die Sonne vom blauen Himmel! Ostern ist das Fest der ersten Frühlingsausflüge, die vielfach ins Wasser gefallen sind. Nicht einmal die Kinder konnten die bunten Eier im Freien suchen, wie sichs gehört. Die Theater und Variètèts, Restaurants und Cafès dagegen waren stark besucht. Bei Bier und Wein bildete das Hauptthema der Regen, der draußen trübselig herniederrieselte. Wer aber über wasserdichte Kleidung verfügte, war trotz des trüben Himmels in Wald und Feld manch Lenzwunder beschieden. Denn vom Schwarzwald bis zum Kaiserstuhl war kein Obstbaum, der nicht ein Osterkleid angelegt hatte und in der Last seiner Blüten das Wort Weiße Ostern im besten Sinne zum Geschehnis macht. Wer sich an diesen köstlichen Festgaben erfreuen durfte, dem waren doch noch fröhliche Ostertage beschieden. Viele Touristen freilich zogen es vor, im Tal zu bleiben und so waren denn im Freiburger Straßenbild Lodenrock und Kniehose an beiden Ostertagen stark vertreten.

Hamburg, 24. März. Zur hundertjährigen Erinnerung an die Befreiung Hamburgs von der Fremdherrschaft wurde am Ostersonntag an den Grabstätten und Denkmälern derjenigen Männer u. Frauen, die vor hundert Jahren Gut und Blut für das Vaterland geopfert haben, Gedächtnisfeiern veranstaltet. Am Ostersonntag wurden in allen Kirchen Festgottesdienste veranstaltet. Nachmittags bewegte sich durch die festlich geschmückten Hauptstraßen bei gutem Wetter der große historische Festzug, der u. a. den Einzug des russischen Generals Tettenborn in Hamburg, im März 1813 darstellte. Als der Festzug auf dem Rathausmarkt erschien, hielt Bürgermeister Schröder eine Ansprache, die zur Treue gegenüber Kaiser und Reich mahnte und die in ein Hoch auf Kaiser Wilhelm und Hamburg ausklang. Abends folgten patriotische Feiern, Promenadenkonzert und Illumination.

Bild: Die Zeit vor dem Ersten Weltkriege, den das aggressive Deutsche Kaiserreich vom Zaume brach,  war eine friedvolle. Hier veranstaltet die künftige griechische Königsfamilie ein Picknick, imitten einer Artilleriestellung, die auf irgendwelche Türken feuert. Bevor der Euro Europa in einer glücklichen Völkerfamilie einigte, wurden Meinungsverschiedenheiten häufig robust ausgetragen. Konkret ging es um Gebietsansprüche an die Türkei, da flogen schon einmal die Fäuste. Heute, wo die Deutschen allen die Zeche bezahlen, ist so etwas unvorstellbar. Es sei denn, sie hörten auf damit.

2 Responses to “Es wird in 100 Jahren wieder so ein Frühling sein”


  1. 1 eulenfurz 25. März 2013 um 13:21

    Um Himmels Willen, war das vor exakt 100 Jahren eine schreckliche Erderwärmung – Obstblüte im März… Pfui!

    Wir konnten am Wochenende wieder Schlittschuh laufen. Wenn die CO2-Vernichtung weiter so erfolgreich ist und uns unsere Klimakanzlerin weise in die Eiszeit führt, werden wir im nächsten Juni Schneemänner bauen.

  2. 2 Karl Eduard 25. März 2013 um 13:47

    Damals hat es mit dieser merkelgemachten Erderwärmung angefangen, daß es gefühlt immer kälter wurde. Aber es geht eben um Fakten, nicht um Gefühlsduselei und Schlittschuhlaufen ist eine respektlose Verhöhnung der Klimadirektiven der Großen Vorsitzenden.


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