Archiv für 21. Mai 2013

90 Jahre deutsch – französische Freundschaft

französische Kultur im besetzten Gebiet 1923

berichtet die *Freiburger Zeitung* am 22. Mai 1923: Über die in der Sonntag – Nr. der Zeitung schon erwähnte Schiesserei der Franzosen in Mannheim meldet noch der Mannh. Generalanz.:

Es wird uns berichtet, daß kurz vor Mitternacht ein junger Mann an der Haltestelle Hauptfeuerwache über den Neckar auf die von Mannheim kommende Straßenbahn gewartet hatte. Entweder schöpfte der gegenüberstehende französische Posten aus irgendeinem Grunde einen Verdacht wegen des Stehenbleibens des Mannes oder er wurde nervös. Ohne jede Veranlassung legte der französische Posten auf den jungen Mann an und feuerte eine Kugel auf ihn ab, wodurch er einen Streifschuß am Kopfe und eine Augenverletzung erlitt.

Der Schuß war der Alarm zum Heraustreten der französischen Wache, die nun ziellos auf die noch anwesenden und die Strecke passierenden Leute hineinfeuerte. Dabei muß festgestellt werden, daß keinerlei Ansammlungen von Menschen stattfanden. Erschreckt flüchteten die Leute nach allen Richtungen um sich vor den Kugeln der Franzosen in Sicherheit zu bringen.

Der von der Stadt kommende Straßenbahnwagen wurde sodann von den Franzosen zum Anhalten und die Passagiere zum Verlassen des Wagens gezwungen. Als der Führer eines Straßenbahnwagens nicht gleich merkte, was die Franzosen von ihm wollten und noch 10 Schritte weiterfuhr, schossen die Franzosen in den vollbesetzten Straßenbahnwagen hinein, wobei ein Mann einen Brustschuß erlitt. Ebenso wurde auf Leute, die vom Westplatz kamen und nach der Stadt wollten, geschossen. Hierbei erlitt ein Mann einen Oberschenkelsteckschuß. Die Berufsfeuerwehr hat zwei Schwerverletzte in das Allgemeine Krankenhaus eingeliefert.

Die Leute, die von den Franzosen zum Aussteigen aus der Elektrischen gezwungen wurden, mußten unter „Hände hoch“ an den Franzosen vorübergehen. Leider erhielten durch die wahnsinnige Schießerei der Franzosen zwei Personen lebensgefährliche Verletzungen. Dem 36 Jahre alten Bankdiener Karl Mühl von der Rheinischen Creditbank mußte gleich nach seiner Einbringung ins Allgemeine Krankenhaus der rechte Oberarm amputiert werden. Außerdem erhielt Mühl einen Lungenschuß. Der 27 Jahre alte Kaufmann Resch bekam einen Bauchschuß. Bei beiden Verletzten besteht größte Lebensgefahr. Ein dritter ins allgemeine Krankenhaus eingelieferter Mann, der einen Fleischschuß hatte, konnte wieder entlassen werden.

Sobald die Franzosen ihre Schießerei, die einem regelrechten Schützenfeuer glich, eröffnet hatten, strömten die Menschen im Eiltempo über die Nekarbrücke auf die unbesetzte Mannheimer Stadtseite, um von den Kugeln nicht getroffen zu werden und suchten in den Querstraßen Schutz. Eine große Gruppe von Personen suchte hinter dem U – Schulhaus Deckung.

Auch haben die Franzosen eine rote Leuchtrakete abgefeuert, die vermutlich den Zweck haben sollte, Verstärkungen herbeizurufen. Als dann etwas Ruhe eingetreten war, getraute sich niemand mehr über die Neckarbrücke in die Neckarstadt zu gehen. Kurz entschlossen traten darauf ca. 50 Personen, darunter Frauen und Kinder, den Heimweg über die Riedbahnbrücke an, um nach ihren Wohnungen zu gelangen. Obwohl dieser große Umweg in der stockdunklen Nacht mit großer Lebensgefahr verbunden war, so kamen doch alle unbehelligt und gut in der Neckarstadt an. …

Bild: Von den Franzosen verhafteter Buchhalter aus Bochum, der mit Reitpeitschen mißhandelt wurde. Gefunden in den *Wiener Bildern* Zum Verständnis. Das hier ist kein Franzosenhasserblog. Der Blogwart findet nur, man sollte die Geschichte seines Landes kennen, statt der Eiapopeiageschichtchen, die offiziell verbreitet werden.

Hochzeit im deutschen Kaiserhaus

Viktoria Luise von Preussen Ernst August von Cumberland 1913Rathenow die künftige Heimat der Prinzessin Victoria Luise. Schreibt die *Freiburger Zeitung* am 21. Mai 1913. In Rathenow, der am rechten Ufer des Havelflusses gelegenen Stadt rüstet sich Alt und Jung in freudiger Erwartung zum Empfang der einzigen Tochter des deutschen Kaiserpaares. In der Stille der märkischen Wälder, im Jagdschloß Hubertusstock werden der Prinz und die Prinzessin Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, die ersten Tage ihres jungen ehelichen Glücks verbringen. Und dann werden sie einziehen in Rathenow, wo Prinz Ernst August als Oberleutnant bei dem Husarenregiment von Zieten (brandenburgischen) Nr. 8 seit seiner Verlobung steht.

Prinz Ernst August gehörte vorher dem ersten bayrischen Schweren Reiter – Regiment in München an. Daß der Kaiser seinem künftigen Schwiegersohn bei dessen Übertritt in die Dienste Preussens gerade das tapfere, auf unzähligen Schlachtfeldern bewährte Regiment der Zieten – Husaren auswählte, geschah nicht nur, weil das betriebsame Rathenow, das mit ungefähr 25 000 Einwohnern eine der blühensten Städte Brandenburgs ist, von Berlin aus in weniger als einer Stunde erreicht werden kann, die räumliche Trennung der kaiserlichen Eltern von ihrer Tochter also nicht groß sein wird, sondern auch deshalb, weil die Zieten – Husaren durch eine lange Tradition mit dem Welfenhause verbunden sind.

Zwei Vorfahren des Prinzen Ernst August waren Regimentschefs der Zieten – Husaren die Könige Ernst August und Georg V. von Hannover, der Urgroßvater und Großvater des Bräutigams der Prinzessin Viktoria Luise. So knüpfen auch hier Vergangenheit und Gegenwart auf neue die Bande, die eine Weile gelöst waren.

Rathenow ist eine freundliche Stadt, mit sauberen Straßen und Plätzen und mit Fabriken, Wassermühlen und Ziegelbrennereien, Maschinenbauwerkstätten und gärtnerischen und forstlichen Anstalten. Ohne die Zieten – Husaren kann man sich heutzutage Rathenow kaum mehr recht denken. Aber es ist noch gar nicht so sehr lange her, daß die Husaren im dunkelblauen, weißverschnürten Attila und der roten Mütze Rathenow zum Standort erhielten.

Hochzeit im deutschen Kaiserhaus 1923

Das Regiment wurde am 30. September 1730 als eine Leibhusaren – Kompagnie gegründet, der Berlin als Aufenthalt zugewiesen wurde. Und mit einzelnen Unterbrechungen finden wir die Truppe, die 1741 Leib – Husaren – Regiment benannt wurde, bis zum Jahr 1806 immer wieder in der preußischen Hauptstadt. Erst 1851 wurde Rathenow die ständige Garnision des inzwischen brandenburgischen Husaren  Nr. 8 benannten Regiments. Am 3. November 1871 bekamen sie den Namen des Generals von Zieten, der von 1741 an ihr Chef war bis er 1786 seinem großen König in den Tod voranging.

Das Regiment hat sich stets den Ruf einer Pflegestätte echten preussischen Reitergeistes bewahrt und war unter dem General von Rosenberg, dessen Bronzedenkmal auf dem Zieten – Platze in Rathenow steht, geradezu ein Vorbild für die übrige preussische Kavallerie. Unmittelbar neben dem schlichten Bau des Offizierskasinos der Zieten – Husaren erhebt sich die stattliche, einstöckige Villa des Fabrikbesitzers Robert Eggert, die das Heim des Prinzen Ernst August und der Prinzessin Viktoria Luise werden wird. Die Villa, zu der ein Garten gehört, enthält ungefähr zwölf Zimmer und ist auf das wohnlichste neu eingerichtet und ausgestattet worden. Das gesamte Offizierskorps der Zieten – Husaren mit dem Obersten von Baumbach an seiner Spitze, wird am 24. Mai bei der Hochzeit der Prinzessin Viktoria Luise anwesend sein. ngc.

Bild: Wir wissen nicht, ob sich Alt und Jung in Rathenow in freudiger Erwartung der Hochzeit des Ernst August und der Viktoria Luise rüsteten oder ob das nur so lapidar journalistisch dahingeferkelt wurde. Sicher können wir aber sein, daß an diesem Tage keine Gullydeckel zugeschweisst wurden und die Bevölkerung weiträumig aus ihren Wohngegenden ausgesperrt, um das Leben des Brautpaares zu schützen.

Jetzt seien wir doch einmal ehrlich

Wenn uns Deutschen jemand ein Land nennen könnte, in das wir einreisen könnten, ohne rudimentäre Kenntnisse der Landessprache, wo wir, ohne zu arbeiten, regelmäßig mehr Geld bekommen würden, als in Deutschland mit einem Job, wo Politikerforderungen, wir möchten uns, bitte schön, integrieren, nur Lippenbekenntnisse sind, wo eine ganze Helferindustrie sich um unser Wohl sorgte, in dem unsere Familien immer nur in diesem Lande zusammengeführt würden, aus humanitären Erwägungen, wo wir, ohne ernste Konsequenzen zu fürchten, die Eingeborenen totschlagen, verstümmeln und vergewaltigen könnten, in dem diese Eingeborenen längst Bürger zweiter Klasse sind, die uns unser Wohlleben und das ihrer Volksvertreter finanzieren, die sich längst nicht mehr um ihr Volk, sondern mehr um die Bevölkerung, als um uns,  kümmerten, wir wären doch schön blöd, würden wir nicht in dieses gelobte Land auswandern. Oder nicht?

Hier marschiert Merkel in Uniform

Merkel 17 Zivilverteidigunguntertitelt die BILD in ihrer heutigen Papierausgabe. Im Internet schreibt sie, daß sie zu dieser Zeit 17 war und kein Mädchen kam damals in der DDR an der Zivilverteidigung vorbei. Will heißen, konnte sich nicht drücken. Schreibt die BILD. Ja, kann der Blogwart ergänzen, sonst droht Einvernehmung beim Ministerium für Staatssicherheit, Verweis von der Erweiterten Oberschule, Entlassung aus den Reihen der Freien Deutschen Jugend, Aberkennung der Staatsbürgerschaft der DDR, nie  wieder Balaton oder Schwarzes Meer,  Folter, Gefängnis und sogar der Tod! Und wer das nicht glaubt, glaubt auch nicht, daß in der Zeit von 1933 bis Anfang Mai 1945 es zivilcouragiert ganz einfach war, sich der Hitlerjugend, dem BDM, dem Reichsarbeitsdienst, dem Dienst als Flakhelfer oder in der Waffen – SS zu entziehen. Man mußte nur wollen und auf seinem Standpunkt beharren. Oder sich auf die Straße stellen, mit einem Schild: „Nazis raus!“ Oder ein Pappschild an die Kneipe hängen: „Kein Bier für Nazis.“ Und als Hotelbetreiber hätten sich die woanders Konferenzräume suchen können, die Braune Brut. Aber in der DDR, da war, wie jedermann weiß, das Risiko zu groß.

Und nächstes Mal bringt die BILD Fotos, wie Jugendfreundin Merkel „Stimmungs – und Meinungsbilder“* über ihre Mitschüler verfasst, denn, seien wir mal ehrlich, in der DDR kam doch niemand an so etwas vorbei, in leitender Position oder wenn Jugendfreundin etwas werden wollte. Bundeskanzlerin, beispielsweise. Da wird doch niemand einen Stab über sie brechen. Andere haben sich in dem Alter nackig gemacht, vor laufender Kamera. Weil sie das Geld brauchten. Da können wir doch alle froh sein, daß Jugendfreundin Merkel einen besseren Weg eingeschlagen hat. Oder nicht?


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