Alle Achtung

Dromedar

sagt der Blogwart, hier hat die deutsche Polizei einmal schnell, entschlossen und hart zugegriffen. Keine Zögerlichkeiten, kein Wegsehen, kein „ach, der will doch nur Spielen, das ist so eine Art.“ Nein, da überquert ein alter Mann die Fußgängerampel bei Rot und zack, wird sein Gesicht an die nächste Wand gedrückt, die Arme auf den Rücken gebogen, Handschellen angelegt und die Verstärkung in Form von 5 Einsatzwagen der Polizei ist auch schon da. Das wird dem kriminellen Gesindel eine Lehre sein!

Bild: Eher geht ein Dromedar durch ein Nadelöhr, als das ein deutscher Polizist nicht seine Pflicht bis zum letzten Blutstropfen erfüllen würde. Daß er das auch mal nicht tut, liegt lediglich daran, daß solch renitente alte Männer über Gebühr Polizeikräfte binden, während woanders Passanten unter den Axthieben unverstandener Zuwanderer verbluten. Und was hätte alles passieren können, bei ordnungswidrigem Überqueren der Ampel? Was, hätte gerade ein Sondermülltransport mit hochexplosiven Giftstoffen diese Straße befahren, dessen Fahrer reflexhaft ausgewichen wäre, sein Fahrzeug in ein Haus gelenkt, um dann in der kilometerhoch aufschiessenden Feuersäule seiner detonierenden Fracht zu vergehen, und mit ihm die halbe Stadt? Wir wissen es nicht, sind aber dankbar, daß es so entschlossene Polizistinnen gibt, die wir, geben wir es ruhig zu, auch gar nicht verdient haben.

16 Responses to “Alle Achtung”


  1. 1 Hessenhexer 30. Mai 2013 um 04:31

    Das geht alles noch nicht weit genug!
    Ich rege an: beidseitig an alle Zebrastreifen Automaten aufstellen, wo man Zebrastreifenüberquerungskarten ziehen kann.
    Pro Karte 1 Euro, Tageskarte 3 Euro.

  2. 2 Karl Eduard 30. Mai 2013 um 04:56

    Haha, und was, wenn das, wie im vorliegenden Fall, ignoriert wird? Nein, hier müssen Exempel statuiert werden. Hart und gnadenlos, damit auch in Tausend Jahren es kein Rentner mehr wagt, die deutsche Strassenverkehrsordnung zu mißachten oder auch nur einen scheelen Blick zu werfen.

  3. 3 Beipflichter 30. Mai 2013 um 06:03

    Beamtentum und darin insbesondere die Polizei sind gewissermaassen ein Hochkonzentrat von Eigenschaften mit altehrwürdigen Traditionen, wie Untertanengeist, Blasrohrkriechertum, Duckmäusertum und Karrierismus. –
    Die wissen in ihrem subalternen, vorauseilenden Gehorsam genau, wem gegenüber sie die gestrengen Schupos spielen dürfen, ja sogar müssen, und wo sie sich besser feige und leisetreterisch verpissen. –
    Das wird ihnen explizit oder subkutan von „Oben“ , dieser dem Teutonen unerforschlichen, allmächtigen und unentrinnbaren Instanz , permanent vermittelt.
    Bei einer Polizist_IN drängt sich zudem der Verdacht auf, dass sich eine solche ExemplarIn als besonders „pflichtbewusst“ gerieren wollte, zum einen um dem modernen Paradigma „FrauInnen sind und können alles besser“ zu genügen, oder sogar, um es unbewusst oder bewusst einem Exponenten des insinuierten „Unterdrückergeschlechts“ mal so richtig zu zeigen

  4. 4 eulenfurz 30. Mai 2013 um 06:05

    Der Malermeister sollte am Galgen vor der Stadt aufgeknüpft werden, natürlich erst nach erfolgter Verurteilung durch ein Hexengericht, damit alles seine rechtsstaatliche Ordnung hat.

  5. 5 Blond 30. Mai 2013 um 12:17

    Zum Zeitungsartikel einige Betrachtungen:
    „Ich bin vielleicht einen Schritt zu früh losgegangen“, sagte Lüpertz am Mittwoch.
    „Aber das ist doch kein Grund, einen alten Mann am helllichten Tag mit dem Gesicht gegen eine raue Wand zu drücken, die Arme hochzubiegen und ihm Handschellen anzulegen. Wo leben wir denn?“, so der Maler.


    Nun schauen wir doch mal ein paar Worte später in dem Artikel:
    Gegen Lüpertz wird nun wegen Widerstands gegen Polizisten ermittelt. Als eine Fahrradstreife den Künstler wegen des Rotlichtverstoßes ansprach, soll er einfach weitergegangen sein und die Beamtin ignoriert haben.

    Jetzt schon sieht das Bild „geringfügig“ anders aus, aber weiter im Text:
    Lüpertz sagte, die Polizistin habe ihn angegriffen, geschubst und sogar zu ihrer Dienstwaffe gegriffen. „Wollen sie mich erschießen, weil ich bei rot über die Ampel gegangen bin?“, habe er sie gefragt. Über ihr Funkgerät habe die Frau Verstärkung angefordert und es seien vier oder fünf Polizeiwagen vorgefahren.
    „Haben die nichts Besseres zu tun?“, fragte Lüpertz.


    Und dann lesen wir im verlinkten Artikel („“Malerfürst“ Markus Lüpertz“) zu dieser Person:
    An Selbstbewusstsein fehlt es ihm zumindest nicht. Der Künstler sei „das Beste, Schönste und Großartigste, was die Gesellschaft hat“, sagte er unlängst. …
    Er sei nicht nur von der Muse geküsst, sondern „von göttlicher Hand berührt“ worden. Lüpertz, der Gläubige.

    Markus Lüpertz – Genie, Provokateur, Katholik
    http://www.welt.de/kultur/article13238517/Markus-Luepertz-Genie-Provokateur-Katholik.html

    So wird mir das vermutliche Bild des Geschehens klarer:
    Er, den die Muse geknutscht und die „göttliche“ Hand betatscht hat,
    er, der sich sehr wahrscheinlich als erlaucht oder durchlaucht fühlt,
    wird von einer – igitt – Frau „von der Seite“ angequatscht,
    wegen einer Lappalie – in seinen Augen,
    und dann, als die von ihm ignorierte Ordnungsmacht ihn – vielleicht nur zum Stehenbleiben –
    mit nicht-göttlicher Hand berührt, wird er renitent, erwehrt sich vielleicht durch seinerseits
    „Handanlegen“ an die Polizistin, und ab dem Moment hat er dann – in meinen Augen zu Recht –
    „verloren“, a) seine „Unschuld“ und b) die „normale“ Behandlung.
    Sicher klingt es übertrieben, wenn da dann gleich 5 Streifenwagen anrücken, aber ich gebe zu
    Bedenken, dass die zur Ünterstützung Eilenden i.d.R. gar keine Ahnung haben, wie schlimm
    oder nicht schlimm die Situation vor Ort ist – also Vollgas hin, soviel wie Beine hat.

  6. 6 Karl Eduard 30. Mai 2013 um 12:47

    Genau. Der Mann hätte auch ein Attentäter sein können, der zum Orte seines Attentats eilt. Deswegen ist es ja auch gut, daß die Polizei schnell, hart und konsequent zugegriffen hat. Leider, wie geschrieben, kann sie wegen solcher Reniten auf andere Vorfälle gar nicht reagieren. Denn woher das Personal nehmen, wenn nicht stehlen?

  7. 7 Blond 30. Mai 2013 um 13:44

    K.E., Du hast Unrecht.
    Wenn Du als Polizist auftrittst und Dir nicht die notwendige Achtung verschaffst, kannst Du auch gleich zu Hause bleiben.
    Völlig unabhängig von der Frage, ob andere Sachen und Vorgänge in DE evtl. wichtiger wären oder nicht.

  8. 8 Karl Eduard 30. Mai 2013 um 14:02

    Ja, ich stimme Dir voll zu, bloß blöd, daß das Respektverschaffen immer nur der Urbevölkerung gegenüber ausgeübt wird.

  9. 9 Hildesvin 30. Mai 2013 um 19:17

    @Blond: Nichts für ungut, und nicht falsch verstehen, aber mir wird schon manchmal bange um Dich.
    Vor knapp sieben Ernten war ich mit meiner Clique in Welschland, zu prassen und zu zechen, da haben uns die Welschen sehr, sehr seltsam angeschaut, als wir an einer Fußgängerampel gewartet haben, obwohl kein Fahrzeug weit und breit zu sehen war.

  10. 10 Blond 30. Mai 2013 um 23:18

    Hildesvin, Danke für Deine Sorge um mich, aber nein, ist unnötig:
    Nicht das bei Rot an der Ampel Stehenbleiben war mein Anliegen, sondern das Benehmen des „Malerfürsten“.
    Eine polizeiliche Weisung zu ignorieren, muss Konsequenzen haben, nichts anderes.

  11. 11 Kreuzweis 31. Mai 2013 um 08:04

    „Eine polizeiliche Weisung zu ignorieren, muss Konsequenzen haben, nichts anderes.“

    Jawoll!
    Ich stelle mir vor, dies wäre in einer mültikültürell befreiten Zone passiert, da wo viele „Südländer“ leben.
    Wie hätte da unsere taffe PolizistIn wohl gehandelt?
    Nix gegen Respekt verschaffen, aber nur da, wo es nur Mutes in homöopathischen Dosen bedarf?

  12. 12 Blond 31. Mai 2013 um 08:27

    Kreuzweis (und auch K.E.):
    Wäre es euch lieber, dass die Ordnungsorgane grundsätzlich bei Allen und Allem „wegschauen“
    und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen,
    weil da in den stark bereicherten Zonen und auch bei Vorgängen gegen Einzelpersonen aus dem Bereicherer-Klientel die Ordnungsorgane nur zu mehreren, meist deutlich mehr als nur 5 Streifenwagen, auftreten können,
    und in der Justiz, wenn es denn überhaupt dahin kommt, diese besagten Bereicherer meist noch mit Samthandschuhen angefasst werden, wo Bewährung ein Übliches „Bestrafen“ ist?

  13. 13 Beipflichter 31. Mai 2013 um 08:30

    Das ist mithin eines der übelsten Phänomene, hierzulande, so eine „Don Quixote-Paranoia. – Gegen zusammenhalluzinierte, erschröckliche Monster, da können sich unsere „Tapferen Schneiderleins“ als todesverachtende Kämpfer gerieren.
    Gegen all die „Windmühlen“, wie Klimaaa-Katastrophööö, Waldsterben, AIDS, Patriarchat, Ozonlöcher, Faschismus, Rechtsextremismus, da wurde/wird mit einer Verve hyperventliert und angeritten, dass selbst der legendäre Don Q. verblassen müsste. – Gegen solche selbstaufgeblasenen Popanze, da kann jede kleine Null die Klappe aufreissen und sich als grosser „zivilcouragierter Widerstandskämpfer“ inszenieren.
    Reale Probleme werden indes feige und duckmäuserisch weggelogen, oder schöngeredet. Davor ziehen die „tapferen Kämpfer“ ihren Schwanz ein und verpissen sich möglichst bald. Noch schlimmer sogar, wer sich erdreistet endlich mal Ross und Reiter zu benennen, wird alsbald mit der Faschismus-Keule bearbeitet.

  14. 14 Karl Eduard 31. Mai 2013 um 09:46

    @Blond

    Aber nein. Auffällig ist dennoch, daß es Personen gibt, bei denen greift die Ordnungsmacht unerbittlich durch – und bei anderen eben nicht. Dem Blogwart ging es nur darum. Die intensivtäternden Miris, zum Beispiel, würde deutsche Polizei dieselben Maßstäbe anlegen, wie bei dem alten Künstler, wäre der Blogwart ja hochzufrieden.

    Leider scheint so etwas, wie oben geschildert, eher eine Kompensationshandlung zu sein. Zum Frustabbau.

  15. 15 Blond 31. Mai 2013 um 11:02

    Ja, K.E., so scheint es.
    Und ich habe solche Frustabbaugeschichten von Polizisten schon am eigenen Portemonnaie gespürt –
    z.B. zu Heiligabend:
    Während ca. 50 m entfernt mehrere Taxis einen Kreuzungsbereich durch Fahrgäste Aufnehmen und Aussteigen lassen lahm legten,
    wurde ich,
    bei geöffnetem Kofferraum, in den ich etwas einzuladen in den Händen hatte,
    bei genau einem fahrenden KFZ auf der Straße (nämlich dem Polizeifahrzeug), welches ich zum „Spurwechsel genötigt habe“,
    weil ich in 2.-ter Spur stand (mit Warnblincker),
    zum Verwarnungsgeld/Bußgeld „gebeten“.
    Mein Hinweis, warum sie sich nicht um den Tumult auf der nahegelegenen Kreuzung kümmern, bekam ich als Antwort, dass es mich nicht zu kümmern habe, welchen Aufgaben die Polizei nachgeht
    (Aus Erfahrung weiß ich, dass die Polizisten schlechte Karten gehabt hätten, weil sich die Taxifahrer mit ihren Aussagen, nicht mehr als nötig verkehrsbehindernd gehandelt zu haben, gedeckt hätten – also war ich das vielversprechendere „Opfer“, wie gesagt, am Heiligabend.).
    Andere Geschehnisse mit deutlich merkbaren Zurückhaltungen von Polizei bei bestimmten Menschen und wieder andere mit „der vollen Härte des Gesetzes“ ausgeführten Aktionen sprechen Bände. Polizisten sind halt auch nur Menschen, die von oben (Politische Polizei-Führung und Kontakte mit der Justiz) gedrückt auf ihnen genehme Bereiche ausweichen.
    Das solches, wie auch die Ausübung von Macht generell, schnell in den Bereich der Unausgewogenheit bis Willkür ausartet, ist in allen geschichtlichen Entwicklungen der Menschen immer und immer wieder vorzufinden.
    Und sicher ist es richtig, solches „Ungleichgewicht“ anzuprangern.
    Aber trotzdem ist eine Ignoranz einer polizeilichen Weisung zu ahnden.

  16. 16 Blond 31. Mai 2013 um 11:05

    – Warnblinker – (nicht ‚…blincker‘)


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