Archiv für 3. Juni 2013

Herzinger darf weiter hetzen

und das, meint der Blogwart, ist in einer Demokratie, wie der unsrigen, auch seine Pflicht. Außerdem entschuldigt er sich für das Wort Hetze. Natürlich hetzt Herzinger nicht weiterhin zum Krieg gegen einen souveränen Staat, er beklagt lediglich, die Lieferungen von Luftabwehrraketen, die die Errichtung einer Flugverbotszone über Syrien erschweren könnten. So kann das Regime Assad weiter morden. Schreibt Richard Herzinger. Merke, wenn ein Staat von ausländischen Söldnerbanden terrorisiert wird und dieser Staat sich militärisch verteidigt, nennt der innovative westliche Journalist das Mord, die ausländischen, vom Westen trainierten und ausgerüsteten Sölnerbanden hingegen Aktivisten, Opposition und Demokraten und sollte mal jemand von ihnen beim Aufessen von Körperteilen seiner Feinde gefilmt werden, dann handelt es sich um einen Einzelfall und eine kulinarische Verirrung. Und selbstverständlich ist das, was Herr Herzinger treibt, keine Kriegshetze. Es ist lediglich seine Meinung. Und das mit der Vorbereitung von Angriffskriegen, nun ja, über diesen Punkt sind wir doch schon lange hinaus und der Schröder, der Fischer und der Scharping sind ja auch immer noch auf freiem Fuß. Da hat ein Herzinger nichts zu befürchten.

Nein, meint der Blogwart, Meinungsfreiheit ist in unserem Land ein hohes Gut, vorausgesetzt, es ist die richtige Meinung, die geäußert wird. Alles andere ist nicht hilfreich. Hier wird es aber problematisch. Wie findet der orientierungslose Bürger heraus, welches die Meinung ist, die er straflos äußern kann? Früher gab es den „Völkischen Beobachter“, dann „Das Neue Deutschland“. Aber heute? Die schreiben heute aus Tarnungsgründen mal so und mal so, schließlich muß Pluralismus dargestellt werden. Man kann ja auch keinen fragen. Denkt mal nicht, ein grüner oder schwarzer Abgeordneter würde ehrlich antworten, wenn man ihn nach den Auffassungen fragt, die man gerne straflos äußern möchte. Dann wird man auch nur hören, die Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, blablabla, hintenrum schreiben sie aber schon an der Anzeige. Aber nicht an der gegen Herziger. Der sagt, wie geschrieben, nur seine Meinung. Weshalb da ja auch „Kommentar“ steht. Da hat der Mann noch einmal Glück gehabt.

Nur nebenbei: Die undemokratische Presse vor der „Das Neue Deutschland“ hat nie gegen ein Land gehetzt, mit dem es sich nicht im Kriegszustand befand. Sie hat weder Indien, das von den Briten kolonialisiert war, noch dem Mandatsgebiet Palästina oder Amerika wegen seiner Negerdiskriminierung Ratschläge irgendwelcher Art erteilt.  Nie. Oder irgendeiner der rivalisierenden Parteien moralische oder gar Waffenhilfe zukommen lassen. (Spanien war die Ausnahme und eine direkte Bedrohung der Stabilität Europas.) Nie.  Man kann das nachlesen. Das ist alleine der demokratischen Presse der Neuzeit vorbehalten. Worauf wir besonders stolz sein können.

Hochwasser

Hochwasserkatastrophe in der SteiermarkEs gibt immer mal Jahre, da regnet es mehr und andere, da regnet es weniger. In Letzteren spricht man gewöhnlich von Dürre, während es in Jahren mit außergewöhnlich viel Niederschlag zu Hochwasser kommt. Das ist nichts Neues. Lediglich die Generation „soziale Netzwerke und SMS“ hat davon keine Ahnung, mangels Lebensjahren und ist deshalb die geeignete Zielgruppe für unsere geliebte Regierung und ihre angeschlossenen Medien, sie nach Herzenlust zu verscheissern. Und natürlich ist Hochwasserzeit die Zeit, in der Regierungen sich so richtig profilieren können. Was wird da nicht alles versprochen, vom nichtvorhandenen Geld zu tun, um das Leid, der durch  das Zusammenspiel von Naturgewalten und eigener Dummheit  verursachten Schäden zu lindern. Aber, fragt der Blogwart, warum nicht vorher? Kleinstkinder tragen ja auch schon Fahrradschutzhelme, obwohl sie noch nicht einmal Fahrrad fahren können? Aber in einer Zeit, in der die Menschen bereits am Wahltag vergessen haben, wer politisch für ihre Misere verantwortlich ist, und dieselben Gaukler erneut an die Fresströge wählen, was soll man da vom mündigen Bürger erwarten? Etwa, daß er einen Moment innehält und über die Halunken nachdenkt, die vorgeben, seine Interessen zu vertreten? Das, meint der Blogwart, ist doch wohl etwas zuviel verlangt.

Und nur mal unter uns, eine Regierung, die weder imstande ist, den Niederschlag zu kontrollieren, noch den Wind, damit er unermüdlich an den putzigen Windkraftanlagen Energie erzeugt, die kann aber ganz gewiß das Klima global regulieren. Und wer das nicht glaubt, der ist ein ganz, ganz Schlimmer und gehört zum Schutze vor der restlichen Gesellschaft von ihr isoliert.

Bild: Immer wenn das Wasser wallt, wallfahren Regierungsvertreter, oder die der Opposition, an den Schauplatz des Entsetzens, um vollmundige Versprecher abzugeben. Vergessen ist dann das von ihr verursachte Leid und alle Wählerherzen schlagen höher und in freudiger Ekstase. Menschen, die Tag für Tag sehen, daß das dasselbe Regime, das nun fotogen durch die Wasser plantscht,  die Lage der Bevölkerung stetig verschlimmbessert, erhoffen sich von den amtierenden Nichtskönnern Wunder, so wie gläubige Kinder von der guten Fee. Das ist, irgendwie herzig.


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