Noch mehr NS – Opfer

Maikäferkrieg in Werder 1933*Das interessante Blatt* aus Österreich vom 08. Juni 1933 schreibt: Maikäferinvasion in Deutschland. Nach den Berechnungen der Fachwissenschaftler sind für die Jahre 1933 und 1934 Millionen von Maikäfern zu erwarten. Die Invasion, die in Aussicht steht, scheint größer zu werden als irgendeine Maikäferplage, deren man sich aus den letzten Jahren oder Jahrzehnten erinnern kann. Die ersten Schwärme sind schon in Werder a. d. Havel eingetroffen. Der Schaden, den diese gefräßigen Tiere in kurzer Zeit anrichten können, ist ungeheuer. Unsere Aufnahme zeigt ein Bild vom Maikäferkrieg in Werder. Schulklassen, der Freiwillige Arbeitsdienst und S.A. wurden herbeigezogen. Die gesammelten Käfer werden getrocknet und als Hühnerfutter verwendet.

Verhaftung von Kommunisten. Lörrach, 1. Juni. (1933) *Freiburger Zeitung* vom 03.06.1933. In Weila. Rb. wurden fünf Personen, die der kommunistischen Partei angehörten oder ihr nahestehen festgenommen und nach Lörrach ins Amtsgefängnis überführt. Sie stehen im Verdacht, an dem Abschneiden der beiden Hitler – und Hindenburg – Linden auf der Tüllinger Höhe beteiligt zu sein. Ob dies zutrifft, muß die Untersuchung ergeben.

Bild: Zweifellos eine bisher unaufgearbeitetes Kapitel der NS – Geschichte. Millionen internierter und ermordeter Maikäfer, die zu Hühnerfutter verarbeitet wurden. Geld für eine würdevolle Erinnerungsstätte durch den deutschen Staat? Pustekuchen! Es gibt eben Opfer, deren Leiden uns immer wieder eingehämmert werden – während der Maikäfer stumm und ergeben  sein Schicksal erträgt.  Maikäfer, seufzt der Blogwart, haben einfach keine Lobby. Und, setzt er hinzu, Baumfrevel war schon damals das Kampfmittel politischer Aktivisten. Nur, was können die Linden dafür?

3 Responses to “Noch mehr NS – Opfer”


  1. 1 eulenfurz 4. Juni 2013 um 12:32

    Reinhard Mey:

    „….Wenn mir diese Frage letzten Endes keine Ruhe läßt,
    Dann vielleicht, weil ich von ihnen einst gelernt hab‘, wie man summt,
    Wie man kratzt und wie man krabbelt, wie man zählt und wie man brummt,
    Wie man seine Fühler ausstreckt und natürlich, weil ich find‘,
    Daß sie irgendwie entfernte Namensvettern von mir sind.
    Vielleicht ängstigt mich ihr Fortgeh‘n, denn vielleicht schließ‘ ich daraus,
    Vielleicht geh‘n uns nur die Maikäfer ein kleines Stück voraus.
    Denn würd ich noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
    Selbst ein guter Käferjäger
    Brächte keinen Schornsteinfeger,
    Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
    Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!“

    In Afrika singen sie ein ähnliches Lied von Reinhard Heu immer nach Heuschreckenplagen, natürlich nicht auf Maikäfer bezogen, sondern auf Heuschrecken.

  2. 2 Karl Eduard 4. Juni 2013 um 12:44

    Und dann noch die Aufforderung der UNO: Esst mehr Insekten.

  3. 3 Waffenstudent 4. Juni 2013 um 16:46

    Achte mal ganz genau auf die Hakenkreuzarmbinden! Die wurden am Photo nachträglich manipuliert!


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