Noch mehr Tote im Ruhrgebiet

Teuerungskrawalle in Deutschland Dresden 1923*Die Coburger Zeitung* berichtet am 04.06.1923, und der Leser möge sich bitte vergegenwärtigen, daß diese Zustände nur möglich sind, weil sich Deutschland im Vertrauen auf das Wort eines amerikanischen Präsidenten, Wilson,  selbst entwaffnet hat. Der Krieg ist übrigens seit vier Jahren offiziell vorüber.

Chronik der Gewalt und Schande. Eine neue Kontribution von 10 Millionen Mark, sofort zahlbar, ist der Stadt Duisburg durch den kommandierenden General auferlegt worden. Als Grund ist angebliche Sabotage an Eisenbahn – und Telegraphenlinien angegeben. Der Stellvertreter des Oberbürgermeisters wird persönlich für die Zahlung haftbar gemacht. – In Duisburg wurden 68 Eisenbahner mit ihren Familien, insgesamt 182 Personen, ausgewiesen. – Ein ganz nichtswürdiger Fall der Ausweisung ereignete sich im Bezirk Trier. Dort wurden am 29. Mai 12 Eisenbahner von der Straße weg verhaftet und mit vorgehaltenem Revolver gezwungen, zu folgen. Sie kamen so, wie sie waren, ohne Bluse und Rock, im Arbeitskittel, zum Teil ohne Kragen und Hut, in Gießen an.

Deutsches Volksopfer

– Die „Kölnische Zeitung“ meldet aus Trier: In der Nacht zum 3. Juni wurde auf dem Hauptmarkt der Gärtner Ditz erschossen. Augenzeugen bezichtigten die beiden Sonderbündler Schneider und Reuter des Mordes, welche sich der Festnahme durch Vorzeigen eines französischen Schutzscheines entzogen. – In Bochum fuhren französische Panzerautos in schnellem Tempo durch die Hochstraße. Dabei verlor der Führer eines Lastkraftwagens die Herrschaft über den Wagen und fuhr auf den Bürgersteig in die Menge hinein. Ein junges Mädchen wurde dabei getötet, ein zweites trug schwere Quetschungen davon. – Der Hafen von Mannheim ist von den Franzosen für sieben Tage geschlossen worden.

Ein Zwanzigmarkstück 260 000 Mark! Der Ankauf von Gold für das Reich erfolgt vom 4. ds. Mts. ab zum Preise von 260 000 M für ein Zwanzig – und 130 000 M für ein Zehnmarkstück. Der Ankauf von Silbermünzen erfolgt bis auf weiteres bis zum 5000fachen Nennwertes.

Teuerungsdemonstration. In Dessau kam es in mehreren Geschäftsstraßen zu größeren Volksansammlungen vor den Lebensmittelgeschäften. Aus den Ansammlungen heraus wurde die Forderung nach einer schärferen Kontrolle der Lebensmittelpreise laut. Zu ernsten Ruhestörungen oder Gewalttätigkeiten gegen Geschäftsinhaber kam es aber nicht, und die wahrscheinlich von verantwortungsloser Seite aufgeputschten Scharen, meist Fauen und radaulustige Burschen, zerstreuten sich bald wieder, ohne daß die Polizei nachdrücklicher einzugreifen brauchte. – In Bautzen herrscht Ruhe.

Bild: Da die deutsche Staatsregierung alles Geld braucht, um unsere ausländischen Freunde zufriedenzustellen, darbt die eigene Bevölkerung. Nichts Neues also. Aber überraschend für Leute, die immer wieder betonen, wieviel sie doch aus der Vergangenheit gelernt hätten. Demzufolge kommt es zu Demonstrationen von Leuten, die weder HARTZ IV noch Tafellebensmittel beziehen. Die also wirklich hungern. In Dresden (Bild oben) werden im Anschluß an solche Zusammenkünfte auch schon mal Geschäfte geplündert und verwüstet.


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