Vor 100 Jahren

Silberhochzeit des Kammerherrn von Witersheim Neuland 1913schreibt die *Coburger Zeitung vom 05.06.1913* Frankfurt a. M., 3. Juni. Mädchenhandel. In den letzten Tagen des Mai sind aus der Umgebung von Frankfurt a. M., aus Höchst und Niederrad, unter raffinierten Vorspiegelungen zwei junge Mädchen im Alter von 16 Jahren entführt worden. Die deutsche Liga zur Bekämpfung des Frauenhandels teilt mit, daß die Entführung vermutlich über München geschehen sei, um einen italienischen Hafen zu erreichen. Eine Belohnung von 2000 M zahlt die deutsche Liga (München, Liebherrstraße 5) dem, durch dessen Angabe es gelingt, den Aufenthalt der verschleppten Mädchen festzustellen.

München, 3. Juni. Schweres Unwetter. In München und Umgebung ging in der Nacht von Montag auf Dienstag ein furchtbares Gewitter nieder, das namentlich in Nymphenburg und dem westlichen Stadtteil wütete. Dort fiel 20 Minuten lang der Hagel in solcher Größe, daß trotz der sengenden Sonnenstrahlen das Eis vielfach handhoch lag. Fast alle an der Wetterseite gelegenen Fenster wurden zutrümmert, von den meisten Ateliers ist nur noch das Eisengestänge geblieben. In mehreren Kirchen wurden die wertvollen Glasgemälde eingeschlagen. Der Westfriedhof  ist in seinem Gräberschmuck völlig zerstört. In den Anlagen und Alleen bedecken viele Tausende vom Hagel erschlagenen Vögel den Boden. Die Feuerwehr wurde 242 mal, hauptsächlich wegen Wassersnot zu Hilfe gerufen. Der Blogwart ergänzt, daß er in der Freiburger Zeitung dazu las, daß der Hagel sämtliche Gaslaternen zerschlug, worauf ganze Stadtteile in völliger Finsternis lagen Ebenfalls wurden die Straßenbahnwagen demoliert.

London, 3. Juni. Die Suffragetten haben gestern abend in der Nähe von Oxford eine Schiffsstation in Brand gesetzt. Gegen 50 zum Teil sehr wertvolle Selgelyachten sind verbrannt. In der Nähe der Brandstätte fand man die obligaten Worte mit der Aufschrift: „Das Stimmrecht für Frauen.“ Siehste, sagt der Blogwart, und das ist ja das Ulkige an den der NSU untergejubelten Döner – Morde. Nirgends ein Bekennerschreiben wie „Schöne Grüße von der NSU“, dabei haben sogar die Mannichlmörder nicht vom nationalen Widerstand zu grüßen vergessen. Sagt Mannichl.

Zivilstand der Herzogl. Residenzstadt Coburg. Geboren: 10. Mai: ein Sohn des Zimmermalers Moritz Weißbrodt. 17. Mai: eine Tochter des Magistratsarbeiters Friedrich Höhn; eine Tochter des Buchbinders Christian Langbein. 18. Mai: ein Sohn des Granitschleifers Johann Steger. 20. Mai: Tochter des Restaurateuers (hieß zu dieser Zeit Restaurantbetreiber)  Otto Warnecke. 21. Mai: Ein Sohn des Korbmachers Johann Bonnewitz; Tochter des Buchhalters Richard Braunschmidt. 24. Mai: Sohn des Installateurs Ernst Wahl. 25. Mai: Tochter des Friedhofaufsehers Karl Zetzmann; Tochter unehelich. 26. Mai: Tochter des Direktors Dr. Hans Heubach aus Kloster Beilsdorf. 29. Mai: Tochter unehelich.

Vermählt: 20. Mai Schuhmacher Edmund Schmidt, hier, und Schneiderin Pauline Zang, Ketschendorf. 22. Mai: Zimmermaler August Knoch  und Näherin Emma Wohlleben, beide hier. 24. Mai: Eisenbahnschaffner Eduard Siegel, Witwer, hier, und Köchin Luise Stirner, geb. Fester, Witwe, Schloß Hohenstein.

Konstantinopel, 3. Juni. Der Sultan wird dem deutschen Kaiser zum 25jährigen Regierungsjubiläum kostbare Geschenke übermitteln.

Bild: 1913. Silberhochzeitspaar mit seinen Kindern.


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