Vor 80 Jahren

BadenixenSchreibt D. Ben Gurion in *Der jüdische Arbeiter vom 09.06.1933* (vom Blogwart gekürzt.):  Ein zionistisches Aktionsprogramm  … Der Zionismus ist eine historische Bewegung, seine Verwirklichung ein historischer Prozeß. In diesem dauernden Prozeß gibt es verschiedene Stufen. Aber in jedem Augenblick muß die Bewegung wissen, was in der nächsten Etappe folgt, die man so schnell als möglich erreichen muß.

Konzentrierung der Mehrheit des jüdischen Volkes in Erez Israel , staatliche Selbständigkeit – das ist die letzte Etappe in der zionistischen Verwirklichung. Wer Erez Israel mit seinen ungeheuren, nicht ausgenützten Möglichkeiten kennt, Möglichkeiten, die im Land selbst bedingt sind, mit seiner eigenartigen geographischen Lage, mit seinen abwechslungsreichen klimatischen und physikalischen Verhältnissen verbunden sind, hat Grund genug zu glauben, daß Erez Israel fähig ist, die Mehrheit des jüdischen Volkes aufzunehmen. (Wobei Karl der Käfer naturgemäß nicht gefragt wird, schon gar nicht der ansässige Araber. Anmerkung vom Blogwart.)

Die endgültige und letzte Etappe wird natürlich nicht so schnell erreicht werden. Die vorletzte Stufe ist – die Erreichung einer jüdischen Mehrheit in Erez Israel. Eine jüdische Mehrheit ist nicht das Endziel des Zionismus. Zionismus bedeutet: eine radikale Lösung der Judenfrage in ihrem vollem Umfang. … Wenn es in Erez Israel selbst eine Million Araber geben wird und Juden um einen mehr als eine Million, wird damit die jüdische Frage noch nicht gelöst sein. …

Fortsetzung in *Der jüdische Arbeiter vom 16. 06. 1933* :   … Und die große Aufgabe, die jetzt vor uns steht, ist eine solche jüdische Kraft im Land zu schaffen, die sich aus eigener Energie verteidigen kann. Das ist die nächste Etappe in der Verwirklichung des Zionismus.

Die wirkliche Frage der Sicherheit ist nicht nur ein Problem von Militär, Gewehren und Verteidigung im technischen Sinne des Wortes. Es ist mehr eine Frage lebendiger, menschlicher jugendlicher Kraft, die wir im Lande haben. … Wenn wir fähig sein sollen, uns zu verteidigen, müssen wir mit unseren Nachbarn auf einer Stufe stehen, was die Zahl der Männer in einem bestimmten Alter anlangt, sagen wir zwischen 20 und 40. … Wir haben prozentuell mehr Jugend als unsere Nachbarn. Und damit der Ausgleich vollkommen wird, fehlen uns vielleicht noch 40000 bis 50000 junge Menschen. Deshalb ist die Einwanderung von 40000 bis 50000 Chaluzim in der allernächsten Zeit das große Bedürfnis und die hauptsächlichste Sorge des Zionismus. … bedarf es … noch einer Sache; und das ist die Konsolidierung unseres Landbesitzes und unserer Siedlung. … Die Siedlungen sind getrennt, eine von der anderen, und deshalb sind sie nicht ganz sicher. Diese Punkte durch neuen Landerwerb verbinden und eine neue Kette jüdischer Siedlungen schaffen,  – das ist die zweite Vorbedingung für die Sicherheit des jüdischen Jischuw.

Diese zwei Bemühungen – die Einwanderung eines jüdischen Elements und die Verknüpfung der jüdischen Siedlung durch Bodenerwerb und Konsolidierung bilden die Basis für ein zionistisches Aktionsprogramm in einer nahen und sehr wichtigen Etappe auf dem Weg zum Aufbau und Verwirklichung.

Bild: „Kommt nach Erez Israel! Da wohnen zwar schon Menschen aber was schert das uns? Die können mit seiner eigenartigen geographischen Lage, mit seinen abwechslungsreichen klimatischen und physikalischen Verhältnissen, sowieso nichts anfangen. Und haben wir einmal eine ausreichende Anzahl erreicht, bekommt uns keiner mehr fort von dort.“ Wir wissen aber, meint der Blogwart mit mahnenden Worten, das war alles nur wegen des Holocaust, der 1933 in Deutschland tobte und der Wannseekonferenz zehn Jahre später. Das war kein Aktionsplan, ausgetüftelt seit Ende des Ersten Weltkrieges. Das war, wiederholt er noch einmal, wegen der 6 Millionen von Deutschen ermordeten Juden. Das kann man gar nicht oft genug betonen.

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6 Responses to “Vor 80 Jahren”


  1. 1 Kaulquappe 14. Juni 2013 um 10:34

    Sehr schön, Karl Eduard. Theodor Herzl hat den Zionismus bekanntlich in einem Zeitalter gegründet, das als das Zeitalter der Nationalstaaten (vulgo: das 19. Jahrhundert) in die Geschichte eingegangen ist. Sinngemäß sachte er (wie damals die Griechen, die Bulgaren und sonstige Balkan- sowie Slawenvölker sowie -huch!- die Deutschen): ‚wir [d.h. die Juden] wollen das [Nationalstaat] („Heimstatt“) auch!‘
    Also eine zutiefst europäisch-weiße, ja faschistische Erfindung: ein einig Land auf dem Territorium einer homogenen Bevölkerungsgruppe!
    .
    Gott (Jahwe?) sei Dank dank liegen diese barbarischen Zeiten hinter uns. Heute weiß jedes Kind, dass Multikulti die Lösung der globalen Probleme ist, die… öhm… (durch Multikulti verursacht werden, z.B.).
    Wie auch immer, die Bewahrung der nationalen Identität ist was ganz, ganz Böses. Sagen die Guten. Uns wohlgesonnene jüdische Intellektuelle, zum Beispiel.
    .
    Was hat Israel damit zu tun?
    Eben: nichts.
    Denn während die Europäer geduldig dem Verschwinden ihrer Völker von ihrem Kontinent harren, will Israel den Vorgaben der globalistischen Vettern einfach nicht folgen. Wenn man bösartig interpretieren wollte (aber wer will das schon?) könnte man vermuten, dass Zionisten die Medizin nicht schlucken wollen, die sonst jeder von (nicht zuletzt jüdischen) Globaleliten verabreicht bekommt. Wobei: so etwas wie doppelte Standards, Heuchelei oder gar Vernichtungswillen gegen die weißen Völker kann ich mir gar nicht vorstellen, wo wir doch alle wissen: das waren und sind immer nur Opfer.
    Und überhaupt: der weiße Mann muss verschwinden. Das ist nicht verhandelbar, und ein Gegenstandpunkt ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

  2. 2 Waffenstudent 14. Juni 2013 um 14:01

    Wann und in welchem KL wurden denn die sieben mageren Mägdelein abphotographiert?

  3. 3 agentjoerg 15. Juni 2013 um 05:48

    zunächst mal, alle achtung, KE, für die interessanten zeitdokumente, die sie da immer wieder ausgraben.

    jetzt zu ihrem artikel. wenn david ben gurion schreibt Konzentrierung der Mehrheit des jüdischen Volkes in Erez Israel, staatliche Selbständigkeit – das ist die letzte Etappe in der zionistischen Verwirklichung. [..] Zionismus bedeutet: eine radikale Lösung der Judenfrage in ihrem vollem Umfang. dann habe ich damit kein problem, ganz im gegenteil.

    mir ist genauso wie ihnen (Wobei Karl Eduard, der Käfer naturgemäß nicht gefragt wird, schon gar nicht der ansässige Araber.) klar, dass die nicht-jüdischen ureinwohner palästinas über das zionistische programm von david ben gurion nicht begeistert sein können (wäre ich als pali auch nicht). aber was geht uns deutsche in D die zionistische landnahme in palästina (und ihre folgen) an.

    mMn sollen die jidden es mit ihren semitischen brüdern unter sich ausmachen, wie sie das land palästina aufteilen wollen. wenn die beiden parteien es lieber ausschiessen wollen, anstatt zu verhandeln, auch recht. es ist mir schnurz. mich interessieren weder die palis noch die israelis, mir sind beide egal.

    irgendwo sollen auch die jidden in einem nationalstaat leben können und da ist es mir auf jeden fall lieber, die jidden siedeln in Erez Israel als in europa oder gar D.

    oder wollen sie lieber den vorschlag broders verwirklicht sehen:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/essay-gebt-den-juden-schleswig-holstein-a-389472.html

    Der Vorschlag des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Israel nach Deutschland zu verlegen, ist nicht so absurd, wie er klingt. Betrachtet man die Idee vorurteilsfrei, zeigt sich dahinter eine historische Bodenreform zum Nutzen aller beteiligten Parteien.

    danke, ohne mich. wenn sie, KE, aber aus solidarität mit den palis die jidden in ihrem heimatort aufnehmen wollen, dann befragen sie bitte vorher auf jeden fall ihre mitbürger.

  4. 4 Karl Eduard 15. Juni 2013 um 08:20

    @agent Jörg

    Der Artikel hat den Blogwart interessiert. Deswegen steht er da. Außerdem erzählt uns die veröffentlichte Meinung, der Staat Israel wäre das Ergebnis der Judenverfolgung im deutschen Staat 1933 – 1945. Dem ist offensichtlich nicht so.

  5. 5 Rucki 15. Juni 2013 um 15:14

    Wir Deutschen sollten uns vielleicht mal Gedanken machen, in welcher Region wir einen zukünftigen Staat gründen wollen.

    Langsam wirds Zeit für eine germanistische Bewegung, analog Herzls zionistischen.

    Oder glaubt tatsächlich noch einer, die Bunte Republik wäre der Staat der Deutschen?

  6. 6 Volker 15. Juni 2013 um 20:20

    KarlEduard, das mit dem „Israel wäre das Ergebnis der Judenverfolgung im deutschen Staat 1933 – 1945“ ist Neusprech des NeuenDeutschland, das (egal um welches Thema es geht) mit der Realität sowieso nichts zu tun hat.

    Die israelische Geschichtsschreibung/Publizistik verbreitet das nicht.
    Dort weiß jeder, dass in den Anfangsjahren die jüdischen Einwanderer von den Behörden gefragt wurden „Kommen Sie aus Überzeugung oder aus Deutschland?“.

    Die Auschwitzüberlebenden (ich will hier keine Diskussion beginnen, ob es sich um ein Vernichtungs- oder Arbeitslager handelt, die Häftlinge waren jedenfalls unfreiwillig dort) in Israel haben ihre Tätowierung wenn immer möglich verborgen. Jeder in Israel weiß, dass die aus Deutschland eingewanderten in Israel in den Anfangsjahren schief angesehen wurden. Loser, was wollt Ihr hier?!
    Das änderte sich erst nach dem Yom Kippur Krieg, als Israel kurzzeitig am Rande des Abgrunds stand. Erst ab diesem Zeitpunkt hat die Mehrheit erfahren, dass man ohne eigenes Zutun ganz schnell selbst Loser werden kann.

    Jeder weiß dort, dass die Gründerväter (Weizman, Ben Gurion, …) keinen Wert gelegt haben auf Verfolgte, sondern auf Aktivisten die was aufbauen wollten.
    In den israelischen Städten sind die markanten Straßen benannt nach Wladimir Jabotinsky, Chaim Weizmann, Theodor Herzl, Eliezer Ben Jehuda, Chaim Arlosoroff, König Georg, Außenminister Balfour, General Allenby, …. allesamt Personen, die nun überhaupt nichts zu tun haben mit der „der Judenverfolgung im deutschen Staat 1933 – 1945“.

    Was die „einheimische Bevölkerung“ betrifft …
    Ich staune auch dazu über unsere veröffentlichte Meinung. Blut und Boden ist ja eigentlich Autobahn. Außer wenn es um die ach so verfolgten Palästinenser geht. Da kann man das Recht auf Heimat … mit allen Ausschmückungen, mit Erinnerungen an die gute alte Zeit … gar nicht oft genug hervorheben.

    Nur … seit wann haben Moslems eine Heimat? Moslems leben am liebsten dort, wo die entweder selbst Sklaven treiben können oder wo die Drecksarbeit von der Bundesregierung erledigt wird. Oder haben wir in Deutschland 5 Millionen Türken, weil Israel den Türken das „Recht auf einen eigenen Staat“ verweigert?
    Können die Kurden- und Araberclans in Deutschland schalten und walten wie die wollen, weil Israel …?

    Zur Zeit der israelischen Staatsgründung lebten in Palästina ungefähr 700.000 Araber, die damals noch nicht wussten, dass sie Palästinenser sind. Und selbst von denen ist der größte Teil erst in den letzten Jahrzehnten davor dort eingewandert, weil die sich ansiedelnden Juden eine prosperierende Wirtschaft aufzubauen angefangen haben, bei der nebenher für die Hungerleider Hilfsarbeiterarbeitsplätze abgefallen sind.

    Heute leben in den „besetzten Gebieten“ ungefähr 3 Millionen (die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, weil die UN-Hilfe für die Lieblingskinder der „internationalen Gemeinschaft“ von der gemeldeten Anzahl der Bedürftigen abhängt) und im Kernland noch mal über eine Million.
    So wie Fukushima eine ganz furchtbare Atomkatastrophe ohne ein einziges Opfer ist, erleiden die Araber, die seit 1967 Palästinenser sind, seit 60 Jahren einen Völkermord, bei dem sich die Bevölkerungszahl vervielfacht hat.

    Darüberhinaus geht es den unterdrückten Palästinensern besser als allen Moslems rundherum. Es gibt kein absolutes Kriterium für die Lebensqualität, aber am meisten kommt dem nahe die Lebenserwartung. Jeder kann ins Netz gucken und vergleichen. Und sich wundern, dass die Lebenserwartung der ach so unterdrückten WestjordanesInnenn und GazasInnen sogar höher ist als die ihrer GlaubensbrüderInnen im islamischen Wirtschaftswunderland Türkei.

    Und wo liegt eigentlich das Problem?
    1945 wurden 14 Millionen Schlesier, Danziger, Pommeraner, Oberwischauer, Egerländer usw. vertrieben. Wie kommt das eigentlich, dass die nicht „seit 60 Jahren unter elenden Bedingungen in Flüchtlingslagern dahinvegetieren müssen“? Obwohl denen das „Recht auf einen eigenen Staat“ (zwar nicht von Israel) abgesprochen wird?

    +

    Ich habe lange nicht verstanden, wie das geht, dass im Westen die übelste Hetze gegen Israel von Juden kommt. Das Rätsel hat mir freundlicherweise Dikigoros (den ich hiermit zur Lektüre empfehlen möchte, http://www.geocities.ws/films4/hoess.htm,) gelöst.
    Es sind nämlich nicht „die Juden“.
    In Israel sind die Aschkenasen. Das sind die, die aus den runtergekommenen Resten der korrupten osmanischen Mischpoke in kurzer Zeit blühende Landschaften geschaffen haben.
    Die NWO-Ärsche sind die Sepharden. Diese Kotzbrocken hetzen gegen Israel genauso wie gegen Deutschland, gegen Hetero, gegen Nationen und überhaupt alles was vernünftig ist.

    @Rucki
    „Langsam wirds Zeit für eine germanistische Bewegung“
    Ja natürlich. Wenn es nicht schon zu spät ist.

    @Waffenstudent, Du redest Scheiße


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