Archiv für 2. Juli 2013

Der Juli

Das Privatleben Heinrich des VIII

klagt die *Freiburger Zeitung vom 02.02.1933*, Der Juli. Sonst war es immer so, daß uns schon der Juni einen Teil des Sommers vorweggenommen hat, bevor der eigentliche Sommermonat, der Juli, Einkehr hielt. Diesmal hat uns der Juni nicht einen einzigen Sommertag geschenkt, er hat uns eher spätsommerlich als frühsommerlich gestimmt. Alles, was der Sommer zu verschenken hat, steht uns also noch bevor. Und das soll uns jetzt der Juli bringen!

Juli! In den Gärten blühen noch die Rosen, und von den Linden herab weht es Honigdüfte in den Sommertag. Auf den Feldern wogt das Korn und in wenigen Wochen wird das Grün der Aehren im Brande des Sommers sich färben, goldig wird es über die Halme und Aehren hinziehen und bald wird die Sense des Schnitters niederlegen, was fruchtbar und gesegnet die heimatliche Erde geboren hat. Überall wächst die üppige Pracht von Blüte und Duft in die Erfüllung, in die Reife und Ernte. Das Jahr hat seinen Höhepunkt überschritten. Der Juli nimmt uns schon fast wieder eine Stunde von der Länge des Tageslichtes und ist es gegen Ende des Monats einmal grau und trüb, dann begegnet man da und dort bereits einem welken Blatt. Für den Landmann hebt im Juli die mühevolle Zeit an. Vom frühesten Morgen bis zum späten Abend muß er rackern, schaffen und werken. Und just um die gleiche Zeit suchen die anderen Berufe in Ferientagen Erholung und Kräftigung. Ein jeder will vom Sommer ein Stück Sonnenfreude und Sommerglück, eine Handvoll Ungebundenheit und Pflichtfreiheit erhaschen, bevor wieder die Tage der Pflicht und der Arbeit beginnen.

Möge uns der Juli ein echter Sommermonat werden, damit die Wünsche des Landmanns und der Ferienfreudigen nicht ganz unerfüllt bleiben.

Leitspruch des Tages: Man muß stolz, frei und unabhängig bei sich sein, nicht der Aeffling, Schützling und Mündel der Fremden, damit man als Volk den hohen Beruf der Menschheit und des Christentums erfüllen könne. Ernst Moritz Arndt.

Bild: Obwohl 1933 jeden Tag in Deutschland Oppositionelle hingerichtet werden, hier eine junge Regimekritikerin neben dem Richtblock, geht das Leben für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung seinen gewohnten Gang. Aber, was für die Mehrheit richtig ist, ist falsch, wenn es für eine Minderheit Einschränkungen in der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit gibt. Das haben wir aus den Ereignissen damals gelernt. Und so geniessen Diebe, Gewalttäter, Totschläger oder Homosexuelle unsere ganze Unterstützung, wenn der repressive Staat sie verfolgt, wenn sie einfach nur ihr Leben leben wollen. So etwas wie damals, oder heute, wie unter Putin, darf sich niemals wiederholen!

 


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