Hör mal wer da ballert

Ausbruch des dritten BalkankriegesIn knapp einem Jahr, vor 100 Jahren, wird Kaiser Wilhelm II. über das bis dahin friedliche Europa herfallen, der Blogwart wird nicht müde, das zu wiederkäuen, weil es eine der bundesdeutschen Geschichtslügen ist, mit der Deutschland als Nation und Staat deligitimiert wird und von der Kriegstreiberei Wilhelms bis zur Kriegstreiberei  Hitlers, da ist es nur ein Katzensprung, wie bereits Hans Albers sang. Aber, wenn sie uns bei dem einen belügen, warum nicht auch beim anderen?

Deswegen schämen wir uns, Deutsche zu sein, himmeln Amerika an und wären lieber Baguett kauende Franzosen, Haggis mampfende Schotten oder strunzdumme Neger in Afrika, die zu faul sind, Brunnen zu graben, oder auch israelische Juden, alles, nur eben nicht Deutsche. Wegen der Scham in uns. Die uns pausenlos eingetrichtert werden muß. Dazu gehört auch, regelmäßig deutsche Presseorgane als „Stürmer“ zu diffamieren, ach Du meine Güte, ist es denn schon wieder so weit?

Über die damals friedvolle Welt berichten *Die Wiener Bilder vom 06. Juli 1913*: Krieg im „Frieden“ am Balkan. Zuerst wechselte man Noten. Die flogen nur so hin und her, Spruch und Widerspruch, daß es eine Art hatte. Jetzt wechselt man  – Schüsse. Die Bundesbrüder von gestern stehen heute als erbitterte und keinen Pardon gebenden Feinde gegenüber. Die Bulgaren – die Serben und Griechen, mit Montenegro im Hinterhalte. Es wird von einer Schlacht bei Istip berichtet, die ebenso blutig als grausam verlief und bei der die Serben an Toten 40 Offiziere und 2000 Mann, von den vielen Verwundeten nicht zu reden, verloren haben sollen. Die bulgarischen Verluste sollen nicht minder groß sein. Wenn es auch bis zum 3. Juli keine formale Kriegserklärung gab, so hat die serbische Skupschtina denn doch zu diesen Ereignissen, ehe sie sich am 2. d. M. vertagte, Stellung genommen, indem sie an den Generalstabchef Wojewoden Putnik (…) folgende Depesche richtete:

„Über einstimmigen Beschluß der Skupschtina beehre ich mich, Sie zu bitten, unserer tapferen Armee die begeisterten und wärmsten Grüße der Skupschtina zu übermitteln. Die Skupschtina wird mit patriotischer Begeisterung die Bewegung der ruhmreichen serbischen Fahnen auf dem Wege verfolgen, der ihnen durch den hinterlistigen bulgarischen Überfall aufgezwungen wurde. Es lebe die serbische Armee!“

Auch die Griechen griffen bereits aktiv ein. Sie haben am 30. Juni die Entwaffnung der bulgarischen Garnision in Saloniki unter Anwendung schärfster Gewaltmittel durchgeführt. Daß die Bulgaren diesem völkerrechtswidrigen Vorgehen ihrer „Verbündeten“ heftig Widerstand entgegensetzten, ist begreiflich. …

Eine bedeutsame Rolle fällt in diesen Wirnissen am Balkan Rumänien zu. Es ließ sich bei den Regierungen in Sofia und Belgrad erklären, daß es sich freie Hand behalte. Aber es steht für alle Eventualitäten gerüstet da, ein Teil der Reserven wurde bereits einberufen, der Eisenbahnverkehr ist sistiert, die Mobilisierung ist somit im Zuge. … Und es will uns dünken, daß, wie die Dinge liegen, dem „Frieden“ am Balkan das letzte Stündlein geschlagen hat.

Bild: Griechische Truppen vor der Einschiffung und im Biwak. Wer geschichtlich unbeleckt ist: Erst nutzen die Bulgaren, die Serben, die Griechen, die Monteneginer, innenpolitische Wirren im osmanischen Reich aus, um diesem im Krieg Territorien abzutrotzen, nun fallen die ehemals Verbündeten übereinander her. Mit Frieden hat das nichts zu tun.

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