Archiv für 4. Juli 2013

Demokratie ist Scheiße

Der FöhrerDemokratie ist Scheiße sagen die Demokraten, wenn ihnen das Ergebnis demokratischer Wahlen nicht passt. Da ist jede Militärdiktatur besser. Wie im Falle Ägyptens. Der Blogwart meint, weit her kann es mit dem Demokratieverständnis der Demokraten aber nicht her sein, wenn die die Diktatur vorziehen. Denn merke, die Diktatoren wählt niemand. Sie setzen sich selber ein. So wie bei uns. Gewählt werden immer nur Parteien und aus denen geht dann der Bundeskanzler hervor, der von der Siegerpartei ausgekungelt wird. Machst Du das, Angela? Oder Du, Siegmar? Und dann sagt die Angela, daß sie Bundeskanzlerin wird, weil das Klasse ist und sie das schon kennt  und der Siegmar bekommt stattdessen den Wirtschaftsminister. Gewählt hat die niemand. Schon gar nicht das Volk. Das wäre damit auch überfordert. Meinen die Demokraten.

Und wenn das Volk mal wählt?  Dann ist uns das  schnurzpiepegal! Wenn das Militär putscht, das ist die wahre Demokratie. Oder wenn  ein Häuflein Unzufriedener in einer Hauptstadt gegen den gewählten Ministerpräsidenten demonstriert und dieser meint, die Juden würden dahinter stecken.  Dann finden wir das lächerlich. Höhöhö, die Juden! Die tun so etwas nicht. Die wollen immer nur spielen oder an den Holocaust erinnern aber Revolten treten die doch nicht los. Niemals!Und der Mossad ist lediglich eine Selbsthilfegruppe für Möchtegernspione und Leuten, die gerne die Lizenz zum Töten hätten und sie auch bekommen.

Nicht lächerlich finden wir aber die Vorstellung, daß sich eine Minderheit gegen die Bevölkerungsmehrheit, die ja diesen Präsidenten ins Amt gebracht hat, quer stellt. Das ist dann wiederum für uns eine Art demokratischer Aufbruch. So wie damals bei den Bolschewiki, die sich Mehrheit nannten, obwohl sie nur eine Minderheit waren, und ganz demokratisch die gewählte Regierung Kerenski stürzten.  Und vorher? Ach ja, da herrschte das Militär, das war o.k..

Von den HARTZ IV – Protesten hat sich die Regierung Schröder übrigens nicht hinwegfegen lassen, weshalb es so etwas im Regime Merkel auch nicht gibt. Massenproteste. Wir haben eingesehen, das bringt nichts. Auf der Straße herumlaufen, Plakate malen und Trillerpfeifen. Auch, wenn es in Massen geschieht. Die sitzen so etwas aus. Die Demokraten. Ja, wären wir die Türkei oder gar Ägypten! Dann reichten einige Tausend Leute aus, vor dem Bundeskanzlerinnenpalais, und Frau Merkel würde weinend den Hut nehmen. Wie damals der Honecker. Der wegen plötzlicher Erkrankung das schwere Amt des Generalsekretärs der SED und des Staatsratsvorsitzenden der DDR nicht mehr ausüben konnte und Egon Krenz den Schaden beheben sollte. Das war ein Spaß.

Und wären wir Ägypten, dann führe die Bundeswehr Panzer auf und, ach Du meine Güte, darüber will der Blogwart gar nicht nachdenken, Panzer gegen eine gewählte Regierung, dagegen erhöbe sich doch die geballte Zivilcourage und Thierses Bart flatterte uns kühn im Widerstand und Sommerwind voran. Aber woanders, wie gesagt, woanders, da geht das schon. Da lösen wir auch relativ zivilisierte Regimes durch Kannibalen ab. Wir können das , denn wir sind die Guten.

Bild: Diktatoren erkennt man in Deutschland daran, daß sie sich in offenen Cabriolets fahren lassen, wo sie jeder mit Blumen oder Handgranaten bewerfen kann. Außerdem haben sie eine Bevölkerungsmehrheit hinter sich. Demokraten hingegen können es sich nicht leisten, ihr Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzen, vor der Liebe des Volkes. Man denke nur an das Attentat auf Schäuble! Der Mann hätte auch tot sein können, anstatt gelähmt. Was wäre uns dadurch alles entgangen! An Segnungen, die er in seinen verschiedenen Ämtern über das Land gebracht hat. Erst als Innen-, dann als Finanzminister … . Das Gute aber ist, in der Demokratie findet sich immer gleich ein Ersatz für solche Leute. Wohingegen, wenn  der Diktator erst einmal tot ist, dann fällt die ganze Diktatur zusammen. Außerdem sind die es ja gewöhnt, daß man sie beseitigen will.

Ritterlichkeit

Versenkung eines Handelsdampfers*Die Freiburger Zeitung vom 04.07.1923* schreibt: Amerikanisches Urteil über deutsche U – Boot-Führer. Belgische Soldaten haben kürzlich, wie berichtet, den in Essen wohnenden Korvettenkapitän Hans Rose aufs Schwerste mißhandelt und dann ohne Angabe von Gründen ins Gefängnis gebracht. Inzwischen ist er, wie das Rote Kreuz mitteilt, wieder freigelassen worden. Durch die Presse geht jetzt ein Zitat aus dem Buch The Victory at sea worin der amerikanische Admiral Sims von eben diesem deutschen Kapitän Hans Rose folgendes zu erzählen weiß:

„Sein Name wurde in unserem Konvoizimmer (das Büro, von dem aus die Begleischiffe (Konvois) der Truppentransportschiffe ihre Orders bekamen) so vertraut, seine Art des Vorgehens war so individuell, daß wir den braven Jungen sozusagen gern mochten. Wir gewöhnten uns eine gewisse Hochachtung für Hans an, weil er ein tapferer Mann war, der sich ganz ungewöhnlichen Gefahren aussetzte, und vor allem, weil er sein verzweifeltes Handwerk mit einem gewissen Anstand ausübte. So pflegte er öfter mit dem Torpedieren eines Schiffes zu warten, bis alle Rettungsboote besetzt waren, dann gab er ihnen womöglich eine Schleppleine und Proviant und hielt die Boote zusammen, bis der zu Hilfe eilende Zerstörer in Sicht war. Dann erst tauchte er und verschwand. Dieses menschliche Verhalten bedeutete für Kapitän Rose ein erhebliches Risiko, denn ein Zerstörer in der Nähe war für ihn, wie er wohl wußte, eine ernste Gefahr.

Er torpedierte unseren Zerstörer Jacob Jones. Bei dieser Gelegenheit handelte Rose mit seiner üblichen Ritterlichkeit. Die Überlebenden des Jacob Jones hatten natürlich keine Signalmittel, da die Funkentelegraphie mit ihrem Schiff untergegangen war. Nun sandte Rose unter beträchtlicher Gefahr für sich selbst einen S.-O.-S. – Anruf (Hilferuf) aus, in dem er Länge und Breite angab und Queenstown (Irland) benachrichtigte, wo die Besatzung in offenen Booten treibe. Es war daher nicht überraschend, daß Rose einer der wenigen Unterseeekommandanten ist, denen Seeoffiziere der Alliierten heute gern die Hand drücken möchten. Ich habe seither selber Seeoffiziere sagen hören, daß sie wünschten, ihn nach dem Kriege kennen zu lernen.“

Daß diese Ritterlichkeit, die in der einfachen Einhaltung der Regeln für die Seekriegsführung bestand, nicht unbedingt vom Feind aufgebracht wurde, berichtet *Stahlgewitter* auf seinem Blog zum Ersten Weltkrieg :

New York, 14. Oktober. (W. B.)
Die „World“ meldet aus New Orleans:
Vier Amerikaner, Mitglieder der Mannschaft des Maultierschiffs „Nicosian“, legten eine schriftliche eidliche Erklärung nieder, in der sie schildern, wie die Engländer elf hilflose Mitglieder der Besatzung eines deutschen Tauchbootes kaltblütig ermordet haben.

In der eidlichen Erklärung wird zunächst der Angriff des Tauchbootes auf die „Nicosian“ beschrieben. Nachdem die Mannschaft die „Nicosian“ in Booten verlassen hatte, begann das Tauchboot die Zerstörung der „Nicosian“ durch Beschießung. Inzwischen näherte sich ein vorher am Horizont gesichteter Dampfer, auf dessen Außenseite mittschiffs zwei Bretter mit aufgemalter amerikanischer Flagge angebracht waren. Die Insassen des Bootes waren erfreut durch den Gedanken, daß ein neutraler Dampfer in der Nähe sei, um sie aufzunehmen.

Das die amerikanische Flagge führende Schiff, das sich später als das britische Kriegsschiff „Baralong“ unter dem Kapitän Mc Bride herausstellte, kam an die „Nirostan“ heran. Gleichzeitig verschwanden die vorerwähnten Bretter und an Stelle der amerikanischen wurde die britische Flagge gehisst. „Baralong“ feuerte sofort auf das Tauchboot; später schoß die „Baralong“ mit schwerem Geschütz. Mehrere Deutsche auf dem Tauchboot wurden getroffen. Das Tauchboot sank langsam. Die Mannschaft stand bis zur Hüfte im Wasser.

Elf Mann, darunter der Kommandant, sprangen ins Wasser und schwammen auf die „Nicosian“ zu. Fünf erreichten den Bord der „Nicosian“, die anderen sechs hielten sich an herabgelassenen Tauen fest. Inzwischen erreichten unsere Boote die „Baralong“ und wir gingen an Bord. Der Kapitän Mc Bride schien hocherfreut zu sein. Darauf befahl er seinen Leuten, sich an der Reeling aufzustellen und auf die sechs Deutschen unten im Wasser zu feuern. Sodann wies jemand darauf hin, daß fünf Deutsche auf der „Nicosian“ seien. Von einigen Offizieren zur „Nicosian“ begleitet, suchten nun britische Seesoldaten die Deutschen an Bord der „Nicosian“ auf. Kapitän Mc Bride befahl den Seesoldaten, mit allen aufzuräumen und keine Gefangenen zu machen.

Die Schriftstücke schildern eingehend, wie die einzelnen Deutschen erschossen wurden. Der Schiffszimmermann der „Baralong“ ließ einen Deutschen mit hochgestreckten Händen auf sich zukommen und erschoß ihn dabei mit einem Revolver. Der Kommandant des Tauchbootes sprang von der „Nicosian“ und schwamm auf die „Baralong“ mit hocherhobenen Händen zu. Die Seesoldaten feuerten auf ihn von der „Nicosian“ aus. Ein Schuß traf ihn in den Mund; schließlich versank er. Sodann kehrten die Seesoldaten auf die „Baralong“ zurück; es herrschte große Freude unter ihnen. Diese Schriftstücke decken sich mit den seinerzeitigen Angaben des Amerikaners Dr. Banks, der damals Tierarzt auf der „Nicosian“ war und besonders den Mißbrauch der amerikanischen Flagge betonte. 2)

Bild: Für die Freiburger Zeitung damals ist es natürlich unfassbar, wie, mitten im Frieden, belgische Besatzungssoldaten über einen deutschen Soldaten herfallen, der im Kriege nur seine Pflicht tat und dabei die Anerkennung seiner Krieggegner errang. Heute wissen wir aber, das waren alles Barbaren, schlimmer, Nazis, nein, natürlich nicht die Belgier oder die Engländer, sondern die Deutschen. Bestes Beispiel ist ja dieser Dönitz, der verbot seinen U – Boot – Besatzungen im Weltkrieg Nr II  doch tatsächlich die Rettung der Mannschaften versenkter Schiffe, weil die Gefahr, während dieser Rettungsaktionen von alliierter Luftwaffe versenkt zu werden, viel zu groß geworden war. Eben ein Kriegsverbrecher. Dieser Dönitz. Kapitän Mc Bride aber war ein Held. Ohne Frage.


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