Demokratie ist Scheiße

Der FöhrerDemokratie ist Scheiße sagen die Demokraten, wenn ihnen das Ergebnis demokratischer Wahlen nicht passt. Da ist jede Militärdiktatur besser. Wie im Falle Ägyptens. Der Blogwart meint, weit her kann es mit dem Demokratieverständnis der Demokraten aber nicht her sein, wenn die die Diktatur vorziehen. Denn merke, die Diktatoren wählt niemand. Sie setzen sich selber ein. So wie bei uns. Gewählt werden immer nur Parteien und aus denen geht dann der Bundeskanzler hervor, der von der Siegerpartei ausgekungelt wird. Machst Du das, Angela? Oder Du, Siegmar? Und dann sagt die Angela, daß sie Bundeskanzlerin wird, weil das Klasse ist und sie das schon kennt  und der Siegmar bekommt stattdessen den Wirtschaftsminister. Gewählt hat die niemand. Schon gar nicht das Volk. Das wäre damit auch überfordert. Meinen die Demokraten.

Und wenn das Volk mal wählt?  Dann ist uns das  schnurzpiepegal! Wenn das Militär putscht, das ist die wahre Demokratie. Oder wenn  ein Häuflein Unzufriedener in einer Hauptstadt gegen den gewählten Ministerpräsidenten demonstriert und dieser meint, die Juden würden dahinter stecken.  Dann finden wir das lächerlich. Höhöhö, die Juden! Die tun so etwas nicht. Die wollen immer nur spielen oder an den Holocaust erinnern aber Revolten treten die doch nicht los. Niemals!Und der Mossad ist lediglich eine Selbsthilfegruppe für Möchtegernspione und Leuten, die gerne die Lizenz zum Töten hätten und sie auch bekommen.

Nicht lächerlich finden wir aber die Vorstellung, daß sich eine Minderheit gegen die Bevölkerungsmehrheit, die ja diesen Präsidenten ins Amt gebracht hat, quer stellt. Das ist dann wiederum für uns eine Art demokratischer Aufbruch. So wie damals bei den Bolschewiki, die sich Mehrheit nannten, obwohl sie nur eine Minderheit waren, und ganz demokratisch die gewählte Regierung Kerenski stürzten.  Und vorher? Ach ja, da herrschte das Militär, das war o.k..

Von den HARTZ IV – Protesten hat sich die Regierung Schröder übrigens nicht hinwegfegen lassen, weshalb es so etwas im Regime Merkel auch nicht gibt. Massenproteste. Wir haben eingesehen, das bringt nichts. Auf der Straße herumlaufen, Plakate malen und Trillerpfeifen. Auch, wenn es in Massen geschieht. Die sitzen so etwas aus. Die Demokraten. Ja, wären wir die Türkei oder gar Ägypten! Dann reichten einige Tausend Leute aus, vor dem Bundeskanzlerinnenpalais, und Frau Merkel würde weinend den Hut nehmen. Wie damals der Honecker. Der wegen plötzlicher Erkrankung das schwere Amt des Generalsekretärs der SED und des Staatsratsvorsitzenden der DDR nicht mehr ausüben konnte und Egon Krenz den Schaden beheben sollte. Das war ein Spaß.

Und wären wir Ägypten, dann führe die Bundeswehr Panzer auf und, ach Du meine Güte, darüber will der Blogwart gar nicht nachdenken, Panzer gegen eine gewählte Regierung, dagegen erhöbe sich doch die geballte Zivilcourage und Thierses Bart flatterte uns kühn im Widerstand und Sommerwind voran. Aber woanders, wie gesagt, woanders, da geht das schon. Da lösen wir auch relativ zivilisierte Regimes durch Kannibalen ab. Wir können das , denn wir sind die Guten.

Bild: Diktatoren erkennt man in Deutschland daran, daß sie sich in offenen Cabriolets fahren lassen, wo sie jeder mit Blumen oder Handgranaten bewerfen kann. Außerdem haben sie eine Bevölkerungsmehrheit hinter sich. Demokraten hingegen können es sich nicht leisten, ihr Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzen, vor der Liebe des Volkes. Man denke nur an das Attentat auf Schäuble! Der Mann hätte auch tot sein können, anstatt gelähmt. Was wäre uns dadurch alles entgangen! An Segnungen, die er in seinen verschiedenen Ämtern über das Land gebracht hat. Erst als Innen-, dann als Finanzminister … . Das Gute aber ist, in der Demokratie findet sich immer gleich ein Ersatz für solche Leute. Wohingegen, wenn  der Diktator erst einmal tot ist, dann fällt die ganze Diktatur zusammen. Außerdem sind die es ja gewöhnt, daß man sie beseitigen will.

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4 Responses to “Demokratie ist Scheiße”


  1. 1 Hessenhexer 4. Juli 2013 um 10:34

    Kanzlerin Merkel im Cabriolet, mit dem Wind im offenen Haar . . .
    Das ist der Stoff, aus dem Alpträume sind.

  2. 2 Karl Eduard 4. Juli 2013 um 11:28

    Ja, Sehnsucht ist unheilbar. …

  3. 3 menschlich korrekt 4. Juli 2013 um 17:08

    Zu „Häuflein Unzufriedener in einer [zukünftigen EUdSSR-Bundesland-]Hauptstadt gegen den gewählten Ministerpräsidenten demonstriert und dieser meint, die Juden würden dahinter stecken.“

    Nach 2,5 Wochen zerebraler Speicherhalbwertszeit weiß fast kein Mensch mehr, dass damit einer der weltweit größten Exporteure für kulturbereichernde Kopftuchvielfalt gemeint ist.

    Deshalb bitte für die nachhaltige Geschichtsschreibung an solchen Stellen Hirnkrücken einbauen. Zum Erhalt der Lesbarkeit und zur Förderung der Vernetzung empfehle ich solche oder ähnliche Verlinkungen.

    Weitermachen! 🙂
    Aber bitte die eigenen Kräfte für den generationsübergreifenden, interdisziplinären Mehrfrontenkrieg klug einteilen.

  4. 4 Karl Eduard 4. Juli 2013 um 18:20

    Tut mir leid, es gibt keinen Import ohne ausdrückliche Zustimmung der Regierungen, die mit dem Import beglückt werden.

    Der Kopftuchimport ist nicht das Verdienst Erdogans, denn der stelt nun einmal nicht die Bundesregierungen.

    Wenn irgendwo ein Deich bricht, dann wird nicht der Fluß beschuldigt, sondern das Leck gestopft. Unterbleibt das und das Wasser dringt mit Macht weiter vor, wäre es sinnvoll die zu befragen, die für den Hochwasserschutz verantwortlich zeichnen. Nicht den Fluß.


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