Antiweißwurstismus

WeißwurstianerIch weiß doch, daß Du keine Weißwürste magst, wurde dem Blogwart gestern entgegengehalten, als er sich über die Empörung der  Weißwurstianer amüsierte, die in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung, der mit diesem Bild illustriert war, einen Angriff auf die Kultur der Weißwürste witterten und mindestens auch den Untergang des Morgenlandes. Wenn nicht noch ein gar viel abscheulicheres Verbrechen. So etwas, war man einhellig der Meinung, so etwas zu schreiben und auch noch zu illustrieren, so etwas darf sich nie wiederholen. Und da stimmt der Blogwart zu.

Darum geht es aber nicht. Es geht um den Vorwurf des Nichtmögens. Darf man Leute heute nicht mögen, ohne daß einem gleich die Planung singulärer Verbrechen unterstellt wird? Wohl kaum. Erst mag man jemanden nicht und dann tötet man ihn. So die Weißwurstianerlogik, die es offenbar seelisch nicht verkraften, wenn sie jemand nicht mag. Andersherum nehmen sie sich allerdings das Recht heraus, selber Leute nicht zu mögen, wie den Polenz, zum Beispiel,  und das, sagt der Blogwart, ist nur gerecht, so viel Schlimmes haben sie in ihrer Geschichte schon erlitten, da sind sie natürlich erst einmal mißtrauisch und prüfen, will der Gegenüber sie gleich vergasen oder ihnen doch erst einmal nur die Hand schütteln.

Wir hingegen, wir sind als Volk noch nie ausgelöscht worden, obwohl wir im II. Weltkrieg knapp 8 Millionen Tote zu beklagen hatten. Deswegen sind wir auch nicht verbittert oder haben einen Antideutschismus erfunden, mit dem wir jedermann auf den Wecker fallen müssen, sobald wir nur eine lebende Seele irgendwo sehen, die uns nicht zu Gefallen ist oder die uns den Arsch ausleckt.  Uns ist es im Grunde auch Wurscht. Wenn irgendwer die Kanzlerin als Hitler karikiert, dann barmen wir nicht, genauso hat es damals angefangen, Erna, laß uns den Luftschutzkeller einräumen, bevor die Bomberkommandos kommen. Wir müssen das nicht haben, daß uns jedermann mag, wir wissen, was wir sind und was wir wert sind. Wir, sagt der Blogwart, haben so etwas nicht nötig.

Kinderreim: Ich liebe Dich wie Apfelmus, so zärtlich, wie Spinat, mein Herz schlägt wie ein Pferdefuß – wenn ich Dich seh, Du Aas.

1 Response to “Antiweißwurstismus”


  1. 1 Bernd Schulze 6. Juli 2013 um 14:18

    Nicht mögen ist zynisch und menschenverachtend! Da bin ich mit dem Autor einer Meinung.

    Aber nur, wenn man Neger, andere Exoten oder Weißwurstianer nicht mag.

    Wenn man „Weiße“ oder Kapitalisten oder Unternehmer oder Nazis (immer synonym zu verwenden) nicht mag: Dann ist das gut und gerecht und keineswegs zynisch oder menschenverachtend!


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