Archiv für 9. Juli 2013

Hitler dingfest gemacht

Die Ferienzeit hat begonnenDank dem beherzten Eingreifen des deutschen Rechtsstaates wurde Adolf Hitler, der seit langem verschollene aber gesuchte Massenmörder, jetzt endlich dingfest gemacht. SEK – Beamte stellten ihn auf einer 1,90 mal 2,80 Meter großen Leinwand, aus der er heraus den Sturz der Bundesregierung geplant und vorbereitet hatte. Hagen Vogel, der vorgibt, Student zu sein und für die Freiheit der Kunst zu streiten, bot dem Verbrecher eines singulären, unfassbaren Verbrechens, bereits im 3. Jahr Herberge und wird sich, naturgemäß, für die Beherbergung eines Kriegsverbrechers, Massenmörders und ehemaligen Reichskanzlers, vor dem Gesetz zu verantworten haben. Wie Karl Eduards Kanal aus Insiderquellen erfuhr, wird der verantwortliche Richter im Prozess um die Mörderin Beate Zschäpe voraussichtlich auch die Prozessführung im zu erwartenden Hitlerprozess übernehmen. Der Verhaftete ehemalige Reichskanzler schweigt unterdessen zu allen Vorwürfen beharrlich. Siehe auch Vitzliputzlis Vierter.

Bild: Ganz Deutschland jubelt. Die Gefahr für die Demokratie ist gebannt. Hitler ist in sicherem Staats – Gewahrsam. Die Menschen können endlich wieder nachts spazieren gehen oder ins Freibad, ohne befürchten zu müssen, von Hitler angefallen zu werden. Alte Leute haben Freudentränen in den Augen. Wenn sie nun von Zigeunerkindern beklaut werden, ist das wie ein Segen, da der Hitler nun gefasst ist. Deutschland dankt Dir, Bundesregierung. Du hast unser Land wieder sicher gemacht.

Vor 80 Jahren

Marga von EtzdorfBerichtet *Die Freiburger Zeitung vom 09. Jui 1933*: Lord Rothermere über Hitlers Leistung. Kopenhagen, 7. Juli (W.T.B.) Der englische Zeitungskönig Lord Rothermere sprach sich in einem Interview mit einem Vertreter der Zeitung Extrabladet“ über die Lage in Deutschland aus. Er sagte, es sei ungeheuer, was Hitler in Deutschland bisher geleistet habe. Die erzielten Ergebnisse stempelten ihn zu einer wirklich großen Persönlichkeit. Vor Jahren habe er, Rothermere, in der „Daily Mail“ vorausgesagt, daß Hitler innerhalb kurzer Zeit für Deutschland das sein werde, was Mussolini seit langem für Italien sei. Der Artikel sei überall zitiert und mit höhnischen Bemerkungen begleitet worden, besonders in der marxistischen Presse. Er glaube, daß Hitler für Deutschland ein Segen sei, ja Hitler sei geradezu ein Wunder.

Besuch im Russenflüchtlingslager. Schneidemühl, 7. Juli. (Eig. Mldg.) Bekanntlich hat der Volksbund für das Deutschtum im Auslande zu einer großen Sammlung unter der Devise: „Brüder in Not“ aufgerufen, um den deutschen Bauern in Sowjetrußland, die dem Hungertode preisgegeben sind, Hilfe zu bringen. In Scharen verlassen die Bedauernswerten nun ihre einst blühenden Besitzungen, um nach Deutschland zu entfliehen. …

Hier wirft der Blogwart ein, die Hungersnot 1933 war ganz alleine das Werk der großartigen kommunistischen Partei unter dem Genossen Stalin, daß dabei Hunderttausende starben, ist in den Augen Heutiger eine lässliche Sünde, denn immerhin ging es ja um das wunderschöne Experiment Menschheitsbefreiung und daß dabei erst einmal Millionen Menschen sterben müssen, versteht sich ja von selbst. Für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sterben die Menschen ja auch freudig. Wenn es die anderen sind.

… Die Flüchtlinge werden in dem eigens zu dem Zweck hergerichteten Lager nach Schneidemühl gebracht und jetzt befinden sich schon 357 Flüchtlinge im Lager. Ein Besuch dieses Lagers gibt ein grauenvolles Bild von der Not jener,  um Hab und Gut gekommenen Wolgadeutschen. Die Qualen und Leiden sind ihnen im Gesicht eingemeißelt, viele sitzen stumpf und niedergeschlagen da und warten auf Nachricht von ihren Angehörigen, die sich noch im Lande des Grauens befinden. Hin und wieder treffen Briefe von Deutschen im Schneidemühler Lager ein. Ihr Inhalt ist nur eine einzige Klage. Die Zurückgebliebenen haben nicht mehr das geringste zu essen und einer nach dem anderen muß verhungern. Die im Schneidemühler Lager Untergebrachten werden nach und nach als Landarbeiter in Deutschland untergebracht werden. Wem es gelingt, noch etwas Geld mitzubringen, für den besteht die Möglichkeit, sich auf deutschem Boden anzusiedeln. …

Der Blogwart ergänzt: In derselben Ausgabe erfährt der Leser, daß ein Austausch deutsche Kommunisten gegen Wolgadeutsche verworfen wird, weil erstens, die Art der Wolgadeutschen, Land zu bewirtschaften, nicht zu Deutschland passt und zweitens man einen Transfer von Wissen in die Sowjetunion befürchtet. Und der Blogwart meint: Hitler dürfte dadurch zahlreichen deutschen Kommunisten das Leben gerettet haben, die Stalin sonst hätte umbringen lassen.

Ein kräftiges Wort gegen den Feminismus

So ein Sommerflirtverkündet *Danzers Armeezeitung vom 17. Juli 1913*: Ein kräftiges Wort gegen den Feminismus. In der letzten Nummer der Wiener Zeitschrift „Das Forum“ finden wir folgende Glosse über das Frauenstimmrecht:

„Aus all den Debatten der englischen und kontinentalen Suffragetten ersieht man eines klar und deutlich: Die verehrten Damen wissen gar nicht, um was es sich bei den Männern handelt, wenn sie gegen die Erteilung des Frauenstimmrechts Opposition machen. Recht!? Ist denn überhaupt von „Recht“ die Rede? Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß eine gebildete Frau mehr Anspruch auf Abgabe ihrer Stimme genießt als etwa ein des Lesens unkundiger Bauernknecht, wie Herr professor Bernatzik pathetisch verkündet. Nur ist das hier nicht die Frage. Denn nicht um größere oder geringere Intelligenz dreht es sich hier und auch nicht darum, ob man der Frau aus dem Grunde der Intelligenz ein „Recht“ zubilligen soll. Vielemehr fragt es sich einzig und allein, ob man denn der Frau auch noch Eintritt in die Politik gewähren darf. Vom Standpunkt des hier allein maßgebenden Faktors: der Natur.

Was ist das Weib für die Natur? Die Heimstätte der kommenden Generationen, die Erziehungs – und Pflegeanstalt der erschienenen Generation. Das Männchen ist überall das erwerbende, das den Unterhalt besorgende Moment in der Wirtschaft, und es ist ganz und gar nicht dasselbe, ob nun der Bankier die Börse aufsucht oder der Soldat in den Krieg geht, oder der Advokat seinen Tagessatz verrichtet, oder ob der männliche Löwe in die afrikanische Hürde einbricht und ein Rind nach der Höhle schleppt.

Vom Standpunkt der Natur war es verfehlt, daß das 19. Jahrhundert dem Weibe den Zutritt zum Erwerb ermöglichte, denn die Brut litt darunter, physisch und psychisch, und alle Jugendfürsorgevereine verdanken ihre Existenz lediglich dem Umstand , daß sich das Weib nicht entsprechend pflegen kann, wenn es schwanger ist, und die erschienene Generation nicht entsprechend zu warten und zu erziehen vermag. Alles, was das Weib von seiner natürlichen Pflicht abzieht, ist widernatürlich, und auf die Gefahr hin, den lärmensten Widerspruch zu provozieren, muß es gesagt werden, daß auch der weibliche Arzt und der weibliche Professor nur pervers erscheinen. Wohlgemerkt: nicht vom Standpunkt des Rechtes, sondern der Natur.

Die Natur will es einfach nicht. Das weib soll empfangen, gebären und die Kinder warten und den Erwerb dem Manne überlassen. Vielleicht, daß es im Laufe der Aeonen möglich sein wird, daß auch der Mann einmal gebären wird – die rudimentären Brustdrüsen des Mannes lassen ja die Hypothese zu, daß der Mann sich vor Jahrtausenden gynäkologisch produziert hat – dann mag die Zeit gekommen sein, das Weib an allen Arbeiten des Mannes, also auch der politischen Arbeit, teilnehmen zu lassen.

Möglich übrigens, daß die wie Emanationen einer Epidemie anmutenden Bestrebungen der Weiber auf Zutritt zur Politik von Erfolg begleitet sein werden und daß die in einem nordischen parlament bereits gesetzlich proklamierte Zulassung des Weibes zur Wahlurne auch anderwärts erfolgen wird; aber es soll nicht vergessen werden, daß damit die Familie – eheliche oder uneheliche – den größten Schaden erdulden wird müssen und daß sich in der Kriminalstatistik die entsetzlichsten Folgen zeigen werden.

Erteilt nur den Weibern das aktive Wahlrecht, das passive Wahlrecht wird nicht ausbleiben, und dann ist es nur selbstverständlich, daß in absehbarer Zeit ein Weib das Kriegsportefeulle erhalten wird. Warum denn auch nicht? Ein weiblicher Kriegsminister, was wäre auch dabei? Aber die Kinder der Frau Kriegsminister, wer wird sich ihrer annehmen? Die Gouvernante etwa? Aber die ist ja Sektionschef im Ministerium. Es sind recht anmutige Aussichten…. „

Der Blogwart meint, die waren damals anscheinend mit der Gabe der Hellsichtigkeit gesegnet.


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