Archiv für 10. Juli 2013

Vor 100 Jahren

Totalansicht von Dresden 1913

Bild: Totalansicht von Dresden 1913

Deutsche Regierung uneinsichtig

Flugzeuglandung unter den Linden 1923Folgender Artikel behandelt einen Teil der deutschen Geschichte, der aus dem Bewußtsein der Öffentlichkeit verschwunden ist. 1923 besetzen Frankreich und Belgien völkerrechtswidrig deutsches Staatsgebiet und errichten dort eine Schreckensherrschaft, infolge derer Tausende Deutsche vertrieben und brotlos gemacht werden, Hunderte zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und etliche Menschen erschossen, erschlagen oder ordentlich von Gerichten der Besatzer zum Tode verurteilt  werden. Anders, als das heutige Regime Merkel, entschuldigt sich die damalige deutsche Reichsregierung nicht für Vorfälle, die noch gar nicht aufgeklärt sind, oder zahlt eilfertig Entschädigungen. Das sollte uns schon zu denken geben. Jeder, der in der damaligen Zeit mit wachen Sinnen durch die Welt ging, wird eines begriffen haben, das Völkerrecht ist damals, wie heute, keinen Schuß Pulver wert, wenn sich Staaten nicht selbst zu verteidigen wissen. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt eine Armee von 100 000 Mann erlaubt, jeder militärische Widerstand war damit von vornherein aussichtslos.   *Die Coburger Zeitung vom 09.08.1923* schreibt:

Neue Anmaßungen gegen Deutschland. Belgien und Frankreich fordern „Genugtuung“ für Duisburg. – Ablehnende Antwort der Reichsregierung.

Nach einer Meldung des „Berl. Lok. – Anz.“ hat nach der letzten Besprechung des Reichskanzlers mit dem Nuntius Pacelli eine Demarche des französischen Botschafters und des belgischen Gesandten stattgefunden. … Beide Missionschefs haben als Auffassung ihrer Regierung im Auswärtigen Amt dargelegt, die Reichsregierung habe sich durch ihre Anordnungen über den passiven Widerstand, durch ihre Beileidstelegramme u. dergl. für die Folgen des Widerstandes verantwortlich gemacht. Die französische und belgische Regierung müßten verlangen, daß das Attentat auf die Duisburger Brücke missbilligt werde,  und daß alles unternommen werde, um die Täter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Als Beweis dafür, daß Deutsche an dem Attentat beteiligt gewesen seien, wies der belgische Gesandte darauf hin, daß auf der Brücke Bruchstücke einer Explosionsbombe gefunden worden seien. –

Der Vertreter der Reichsregierung hat darauf geantwortet : Wir entschuldigen uns vieltausendmal, gleich morgen hält der Reichstag eine Sondersitzung ab, in der wir uns alle kollektiv schämen und auch, wenn es keine Opfer gegeben hat, außer dem Brückenbelag, gibt es doch sicher Bedürftige unter den Besatzungssoldaten, denen wir etliche Millionen Reichsmark anweisen könnten? Der Vorfall in Duisburg sei der deutschen Regierung bisher nur aus Zeitungsmeldungen bekannt geworden. Alle versuche, sich ein klares Bild zu verschaffen, seien gescheitert, was nicht zu verwundern sei, weil die deutschen Lokalbehörden keine Möglichkeit hätten, den Sachverhalt an Ort und Stelle nachzuprüfen.

Selbst wenn an dem Vorfall Deutsche beteiligt gewesen sein sollten, so könne nicht zugegeben werden, daß die deutsche Reichsregierung irgendeine Verantwortung dafür zu tragen habe oder in irgendeiner Weise zu derartigen Akten ermutigt habe. Nach Beginn der Ruhraktion habe die deutsche Regierung Anordnungen erlassen, die nicht die Ursache, sondern die Folge des spontan aus der Seele der Bevölkerung hervorgewachsenen Widerstandes gewesen seien.

Das, wirft der Blogwart ein, muß man sich auf der Zunge langsam und genüßlich zergehen lassen: Die deutsche Regierung hat Anordnungen erlassen, nämlich die, zum passiven Widerstand gegen die Besatzer, als Folge des Wunsches der besetzten Bevölkerung nach Widerstand. Wie hat doch Marlene Dietrich in Hinblick auf unsere heutigen Volldemokraten gesungen: Sag mir, wo die Männer sind. Wo sind sie geblieben?

Das Beileidstelegramm im Falle Schlageter (des von den Besatzern ermordeten deutschen Kaufmannes) sei eine durchaus natürliche und selbstverständliche Kundgebung gewesen, nachdem ein deutscher Mann von einem fremden Kriegsgericht auf deutschem Boden für eine wahrlich nicht aus ehrloser Gesinnung entstandenen Tat verurteilt und hingerichtet worden sei.

Man dürfe nicht vergessen, daß keinem Belgier oder Franzosen trotz maßlosen Terrors der Besatzungstruppen auch nur ein Haar gekrümmt worden sei, während mehr als zwanzig Deutsche schuldlos ihr Leben unter den Kugeln der Besatzungstruppen eingebüßt haben. Die Angabe, daß man am Ort der Tat Trümmer einer Bombe gefunden habe, sei keineswegs genügend, um die Beteiligung Deutscher an dem Attentat nachzuweisen. Hingewiesen werde müsse aber darauf, daß nach französischen Meldungen in letzter Zeit wiederholt Fälle sich ereignet hätten, bei denen französische Soldaten von ihren eigenen Kameraden erschossen worden seien. Was die deutsche Mitwirkung in der Weiterbehandlung der Angelegenheit betreffe, so werde die deutsche Regierung sich äußern, sobald in konkret-substantierter Form das Ergebnis der Untersuchung vorliegen werde.

Und das, merkt der Blogwart an, ist ja nicht so schwer, das Ergebnis einer Untersuchung abzuwarten, bevor schweifwedelnd die Staatstrauer ausgerufen wird. Immer wenn er diese alten Texte liest, drängen sich ihm unwillkürlich Vergleiche zum heutigen Politikerpersonal auf und der Begriff „ohne jegliches Format oder Charakter“ ist schon sehr beschönigend.

Bild: Dem deutschen Staat ist es verboten, eigene Luftstreitkräfte zu unterhalten. Fremde Flugzeuge können also nach Gutdünken deutschen Luftraum verletzten, ohne die Möglichkeit, sie aufzuhalten. Was dem Zivilflieger recht ist, ist aber dem Militärpiloten billig. Deutschland muß aber keine Angst haben, ist es doch nur von Freunden umgeben, von denen käme keiner auf die Idee, Bomben zu werfen. Nur, weil sie es könnten. Hier ist ein Zivilflugzeug in Berlin „Unter den Linden“ gelandet, die Polizei stellt die Maschine sicher.

Vor 80 Jahren

Hinter GitternDer Föhrer Hitler ist in Deutschland nicht nur deshalb so verhasst, weil er die Juden sämtlichst ausrottete, so daß ihre millionenfachen  Nachkommen heute von unserer freudigen Solidarität leben müssen, nein, er hält den Volldemokraten den schlimmen Spiegel vor, was sie erreichen könnten, wenn sie es nur wollten und das, meint der Blogwart ist die zweite unverzeihliche Sünde. Der schlimmste Vorwurf, den es in der heutigen Zeit gibt, lautet demzufolge: Der ist ja wie Hitler, Hitler hat ebenfalls oder mit dem hat sich bereits Hitler getroffen. Auf PI wird der reflexhaft gebraucht. Wenn die Argumente fehlen.   Aber ist das wirklich ein Vorwurf? Wenn man mal die Auslöschung sämtlicher Juden beiseite läßt. 

Am 09.08.1933 schreibt *Die Freiburger Zeitung*: Auf der Tagung der SA in Westphalen, an der rund 70 000 Sa – Männer teilnahmen, hielt Reichskanzler Hitler eine Ansprache. … Die zweite Aufgabe ist: Wir sehen in Deutschland eine riesige Armee von Menschen, die ohne Arbeit und damit ohne tägliches Brot ist. Der vergangene Staat hat in 15 Jahren die gesamte Wirtschaft zerstört und ruiniert.

Das, wirft der Blogwart ein, ist keine Beschreibung des Regime Merkel, sondern der Weimarer Konsensrepublik. Nur zum Verständnis. Und falls jemand auf falsche Gedanken kommt.

Wir haben immer erklärt, daß wir nicht für bloße Theorien kämpfen. Wir stehen jetzt vor der größten Aufgabe, die je einem Staat gestellt worden ist.  Wir müssen die Millionenarmee der deutschen Arbeitslosen besiegen. Als ich am 30. Januar die Macht übernahm, da bat ich mir vier Jahre Zeit aus. Nun sind von diesen vier Jahren noch nicht sechs Monate vergangen und wir haben in dieser Zeit die Zahl der Arbeitslosen um rund zwei Millionen heruntergekämpft und werden sie weiter herunterkämpfen Monat um Monat, Jahr um Jahr, bis wir diese Frage gelöst haben. Wir haben uns dieses Ziel gesteckt und ich werde es verfolgen und mit mir alle meine Mitkämpfer.

Wir werden die Konsumkraft unseres Volkes wiederherstellen und die deutsche Wirtschaft wieder befruchten und werden damit den Millionen Menschen nicht nur Lebensmöglichkeit schaffen, im materiellen Sinn, sondern werden ihnen die Verzagtheit nehmen, die in der Aussichtslosigkeit liegt, mit der sie den Aufgaben des Lebens gegenüberstehen. …

Und das, meint der Blogwart, ist ganz schlimm, ist pfui und bähbäh und deshalb vermeiden es Volldemokraten in letzter Zeit irgendein Wort darüber zu verlieren, daß es in Deutschland zig Millionen Arbeitslose gibt, die sich selbst als nutz – und ihr Leben sinnlos finden und daß es eine Generation Jugend gibt, die im Bewußtsein aufwächst, zu nichts zu taugen, zu nichts gebraucht zu werden und deren Gewohnheitsrecht es geworden ist, von den Wohltaten zu leben, die der Staat verschenkt. Stattdessen rufen sie nach der Zuwanderung ausländischer Arbeitsloser und bieten ausländischen Jugendlichen Ausbildungsplätze feil, wie Obstmanni seine Bananen, aber, sagt der Blogwart, wir alle sollten von Herzen froh sein, daß wir von Volldemokraten regiert werden und nicht von diesem Hitler. Und gut, daß die Sturmabteilung des SEK sein Bild verhaftet hat. Schlimmes hätte daraus erwachsen müssen.

Bild: 1933 schmachten 90 Prozent der Bevölkerung hinter Gittern, während 10 Prozent sie bewachen. Das ist das offizielle Geschichtsbild und jedermann selbstverständlich. Unter den Eingekerkerten finden sich nicht nur Gegner des Regimes, die sich zuvor Straßenschlachten mit den Formationen der NSDAP lieferten oder in Wort und Tat ihre Gegnerschaft bekundeten, sondern auch Diebe, Räuber, Mörder, Kinderschänder, Betrüger, Vergewaltiger und viele weitere edle Menschen, die nun, von der NSDAP in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit auf das Gröblichste behindert werden, während sie heute, im demokratischen Rechtsstaat,  Freiheiten genießen, die ihren Opfern Schauer über den Rücken jagen. Aber, mahnt der Blogwart, das ist unserer Erbe aus den verfluchten Jahren 1933 bis 1945, daß wir daraus gelernt haben. Solch ein Leid, wie es diese Menschen erfahren mußten, darf sich nie wiederholen.


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