Schlag einen Opa tot

Schlag einen Opa totDie Wölfe sind unter uns. Sie tarnen sich als Rollatorenfahrer, bettlägerige Alte oder längst Verstorbene. Das macht ihre Verbrechen aber nicht ungeschehen. Wer also einen Alten sieht, der in Verdacht stehen könnte, Millionen Unschuldige ermordet zu haben, melde diesen umgehend dem Simon Wiesental Center. Bis 25 000 € erhält derjenige, der einen Alten denunziert, von dem er annimmt, er könne im Zeitraum von 1933 bis 1945 ein unfassbares singuläres Verbrechen begangen haben, die Möglichkeit gehabt haben, ein unfassbares singuläres Verbrechen zu begehen oder der einem schon lange, wegen seiner Nörgelei, seiner Nase oder weil er das Treppenhaus nie reinigt, ein Dorn im Auge ist.  Die Mitarbeiter des Simon Wiesental Centers, die geschult darin sind, die Physiognomien von Kriegsverbrechern auf eine Meile gegen den Wind zu riechen, übernehmen es dann, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Etwa so:

„Hallo! Spreche ich da mit der Operation letzte Schangse? Mein Name tut nichts zur Sache aber der alte Herbert Müller, aus der Ahorngasse 5, in Frankfurt, welcher mein Nachbar ist, der sieht genauso aus wie der Demjanuk. Also alt. Und ich wette, der hat auch Millionen auf dem Gewissen. Nein, um Geld geht es mir nicht, aber dieser Verbrecher gehört endlich enttarnt und seiner gerechten Strafe zugeführt. Daß ich jetzt hier anrufe, ist doch Ehrensache und Bürgerpflicht. Meine Bankverbindung lautet : …“

5 Responses to “Schlag einen Opa tot”


  1. 1 suum quique 25. Juli 2013 um 18:51

    Das größte Schwein im ganzen Land……

  2. 2 Beipflichter 26. Juli 2013 um 06:22

    Damit hat die bundesdeutsche Nazi-Exorzismus-Paranoia wieder mal eine neue Qualitätsstufe erreicht. –
    Denn, wenn es schon ausreicht, in einer zum ultimativisssimum Pöösissimum dekretierten Epoche gelebt zu haben, um hysterischen Verdammungs-Orgien zum Opfer zu fallen, die die „heroischen Nazi-Jäger“ und mit Schaum vorm Maul und denunziatorischen Orgasmen zelebrieren, so kann man diesem Helotenvolk, hier, nur noch den finalen Verblödungs-Status attestieren.
    Früher galt der Grundsatz, dass mit dem Tod alle Feindschaft endet. – Wenn aber selbst längst Verstorbenen posthum mit Verbissenheit und Verve dämonisiert werden, ist das nur noch Wahn und nochmals Wahn in Reinkultur.
    In dem Wahn der eigenen Erbschuld von nunmehr schon astronomischen Ausmassen, der jede normale Erträglichkeit schon lange überschritten hat, hat sich das Denunzieren von noch pöööseren, noch frevlerischen Nazi-Verbrechern offenbar als Möglichkeit einer wenigstens infinitesimalen Schuld-Minderung angeboten.
    Und so krakeelt ein ganzes Volk um die Wette, überbietet sich gegenseitig am „Aufdecken“ erschröcklicher Nazi-Skandale, am Aufblasen und Entlarven ungeheuerlicher Fascho-Popanze, am willfährigen Einstimmen in die fortwährend fortissimo ertönenden Nie-Wieder-Faschismus-Nie-Wieder…-Oratorien.
    So können sich die elenden Winsler temporär als selbstgerechte, quasi gottgesandte, alles „braune Teufelszeug“ zerschmetternde Racheengel gerieren, und sich endlich in trauter Einigkeit mit den guten, edlen und reinen Rest der Welt fühlen.

  3. 3 suum quique 26. Juli 2013 um 12:11

    @Beipflichter Sehr richtig. Man beachte auch die Schändung des Grabes von Horst Wessel.
    Auf indymedia dann lauthals verkündet:Keine Ruhe für Nazis.

  4. 4 von Waegen 26. Juli 2013 um 15:59

    „Sie suchen nach den letzten Nazi-Kriegsverbrechern, habe ich gelesen.
    Es gäbe sogar eine Belohnung, und zwar wie folgt: 5000 Euro für eine Anklageerhebung; 5000 Euro für eine Verurteilung, 100 Euro pro Tag Haft für die ersten 150 Tage Gefängnis, bis zu 15.000 Euro zusätzlich. Maximal: 25.000 Euro.

    Ich hätte da einen, den ich Ihnen gerne melden würde, einen Nachbarn, ein übler Kriegsverbrecher. Aber vorher habe ich eine Frage: Kriege ich auf jeden Fall eine Belohnung?
    Mein Nachbar hat nämlich gesagt, er „werde den Morel machen“, er bedaure seine Verbrechen sehr, sei schon 1952 zum mosaischen Glauben übergetreten und wolle bald nach Israel gehen.

    Zuerst habe ich nicht verstanden, was mein Nachbar meinte, aber er muß diesen Mann gemeint haben: „Salomon Morel (* 15. November 1919 …; † 14. Februar 2007 in Tel-Aviv) war ein polnischer Jude und Kriegsverbrecher…. Er war von Februar bis November 1945 Kommandant des polnischen Arbeitslagers Zgoda in Schwientochlowitz … in Oberschlesien (damals unter polnische Verwaltung gestellt, …) und Mitglied der stalinistischen Geheimpolizei Urząd Bezpieczeństwa. Er war verantwortlich für die Ermordung von mehr als 1.500 gefangenen deutschen Zivilisten, die zur Zeit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung zunächst noch in ihren oberschlesischen Wohnorten verblieben waren, aber auch für Morde an polnischer Zivilbevölkerung.
    Als man auf ihn aufmerksam geworden war, floh Morel 1992 nach Israel. Er wurde von der polnischen Regierung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Polen forderte 1998 und 2005 seine Auslieferung, die jedoch von Israel mit der Begründung verweigert wurde, die Verbrechen seien verjährt und Morel bereits alt und krank.“

    Würde Israel meinen Nachbarn ausliefern?“

    http://heerlagerderheiligen.wordpress.com/2013/07/25/liebes-simon-wiesenthal-zentrum/

  5. 5 Zeckentod 27. Juli 2013 um 10:41

    @ suum quique

    Ja, wenn alle tot sind, wird es dann ungefähr so weiter gehen: „JEDEN TAG EINE GRABSCHÄNDUNG – wer hat noch nicht, wer will nochmal!“ Dient ja alles einem guten Zweck. Und der Hoeneß verleiht dann einen „Zivilcoooouragepreis“ an den besten Grabschänder im Namen einer inzwischen gegründeten Stiftung für bedürftige Juden („Holocaust-Opfer“ der dritten und vierten Generation). Das alles hat mit der PERVERSION unseres RECHTS zu tun: Normalerweise verwendet man „Steckbriefe“, um gerichtlich verurteilte, auf der Flucht befindliche Gangster zu suchen. Hier aber geht es ausschließlich um Denunziation von Mitbürgern, da sich dieses in seinen letzten Zügen liegende System längst von den elementarsten Rechtsnormen verabschiedet hat. Man lernt daraus: Hat man erstmal ein Verbrechen als „einzigartig“ und „unvergleichlich“ (eigentlich zwei Gottesattribute!) quasi ins Religiöse verklärt und diese Behauptung durch das Strafgesetzbuch sanktioniert, so gibt es dann faktisch nichts mehr, was einem auf diesem „Trip“ aufhalten könnte, jede sich auf diese „Einzigartikeit“ berufende Tat zu rechtfertigen – und sei sie noch so unmoralisch, abrtig und pervers.


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